Die Spritpreise steigen und steigen und steigen. Ein Rekordhoch löst das andere ab. 1998 forderten die Grünen, dass der Liter Benzin fünf Mark kosten solle – davon sind wir heute nicht mehr weit entfernt, denn der Literpreis steigt an einigen Stellen schon auf mehr als zwei Euro. Und Besserung ist nicht in Sicht: Der Krieg in der Ukraine dürfte den Energie-Weltmarkt weiter belasten und die Preise noch mehr in die Höhe treiben.
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Da hilft aus Autofahrersicht nur eines: sparen! Mit unseren Tipps sinkt zwar nicht der Spritpreis, dafür aber der Verbrauch. Würden alle Faktoren auf einmal zusammentreffen und man befolgte diese Regeln, könnte man rechnerisch mehr als sechs Liter Benzin auf 100 Kilometer einsparen. Bei einem Spritpreis von zwei Euro pro Liter Benzin hat man pro 100 Kilometer am Ende zwölf Euro mehr im Portemonnaie! (Ist das Bunkern von Sprit erlaubt? Regeln für Reservekanister!)

Das Gewicht des Autos reduzieren

Je 100 Kilogramm Mehrgewicht im Auto schlagen mit rund einem halben Liter auf den Verbrauch zu Buche. Höchste Zeit also, das Auto von Müll und unnützen Dingen zu befreien. Wer noch einen vollwertigen Ersatzreifen (mindestens 20 Kilogramm) im Auto transportiert, der sollte diesen durch ein sogenanntes Tire-Fit-Set mit Mini-Kompressor (gibt es für rund 20 Euro) ersetzen.
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Werden Fahrrad- und Gepäckträger nicht gebraucht, sollten sie vom Dach abmontiert werden. Das verringert Gewicht und Luftwiderstand.
Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann auch die hinteren Kopfstützen der ungenutzten Rückbank, den doppelten Ladeboden oder die Kofferraumabdeckung in der Garage parken. Alles, was nicht benötigt wird: raus damit! Aber: Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten müssen drinbleiben!

Zum Spritsparen den Luftwiderstand verbessern

Aerodynamik spielt im Fahrzeugbau eine wichtige Rolle. Denn je windschnittiger ein Fahrzeug ist, desto besser schneidet es beim Verbrauch ab. Wer seine Fahrräder auf dem Dach transportiert, der muss mit rund 40 Prozent mehr Verbrauch rechnen. Am Heck fällt der höhere Verbrauch hingegen deutlich geringer aus – um 20 Prozent. Der beste Platz für den Dachträger sind Garage oder Keller. Wer also gerade nichts auf dem Dach transportieren muss, sollte auch den Träger abmontieren, denn auf 100 Kilometer frisst er zwischen 0,5 und einem Liter Sprit.

Den richtigen Reifendruck einstellen

Auch der richtige Reifendruck spielt beim Verbrauch eine große Rolle. Bereits 0,5 Bar weniger in den Pneus, als der Hersteller es empfiehlt, steigern den Verbrauch um fünf Prozent. Prüfen Sie deshalb rund alle 14 Tage den Druck in den Reifen. Sie können auch einen höheren Druck als vom Hersteller empfohlen wählen. Maximal 0,5 Bar mehr setzen zwar den Fahrkomfort runter, sparen aber bis zu 0,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer.
Reifendruck
Prüfen Sie alle 14 Tage den Druck in den Reifen. Sie können auch einen etwas höheren Wert wählen, als vom Hersteller empfohlen.

Das Auto pflegen und ihm Gutes tun

Leichtlauföl verwenden: Optimierte Motorenöle können bis zu drei Prozent Kraftstoff sparen. Zündanlage optimieren: Verschleiß der Zündanlage (Zündkerzen und auch Zündkerzenstecker) und falsche Motoreinstellung kosten Sprit. Auch mit Leichtlaufreifen lässt sich was ausrichten: Jeweils fünf Prozent weniger Rollwiderstand sparen ein Prozent Treibstoff.
Der Luftfilter sollte ebenfalls in regelmäßigen Abständen kontrolliert und rechtzeitig gewechselt werden. Ein verdreckter Filter reduziert die Motorleistung und lässt den Verbrauch ansteigen.

Das Auto auch mal stehen lassen

Große Spritfresser sind Kurzstrecken. Wurde der Wagen gerade erst gestartet, liegt der Verbrauch zwischen 30 und 40 Liter auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer liegt er schon bei 20 Litern. Nach rund vier Kilometern ist der Motor warm und der Verbrauch normalisiert sich. Wer also nur mal eben zum Bäcker um die Ecke will, sollte das Auto stehen lassen und lieber zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Spart Sprit und ist gesund.

Kräftig beschleunigen, früh schalten

Hartnäckig hält sich das Gerücht: Wer sein Auto langsam auf Touren bringt, spart auch dementsprechend Sprit. Diese Fehlannahme führt allerdings tatsächlich zu höherem Verbrauch. Schalten Sie nach dem Losfahren direkt in den zweiten Gang, beschleunigen Sie das Fahrzeug danach zügig durch, und schalten Sie so früh wie möglich hoch. In der Stadt reicht in der Regel eine Drehzahl von 2000 Umdrehungen vollkommen aus.
Auf Landstraße und Autobahn hingegen sind 2000 Umdrehungen nicht ausreichend. Hier gilt: je niedriger Drehzahl und Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Klingt logisch, doch auch hier lässt sich der Verbrauch reduzieren. Die Lösung ist ganz einfach: langsamer fahren. Denn bei hohen Tempos steigt nicht nur der Durst, sondern auch der Luftwiderstand.
Verbrauchs-Ampel - Autobahn
Auch für die Fahrt auf der Autobahn gibt es einige Tipps zum Spritsparen.

Beispiel: Mit 160 km/h auf der Autobahn liegt der Verbrauch rund um die Hälfte höher, als wenn man mit 100 km/h unterwegs ist. Bei einem Fahrzeug, das bei 100 km/h 6,5 Liter verbraucht, liegt der Kraftstoffbedarf bei 160 km/h schon bei fast zehn Litern. Wer auf der Landstraße mit 80 km/h unterwegs ist und auf der Autobahn nicht schneller als 120 km/h fährt, kommt vielleicht minimal später am Ziel an, hat aber am Ende noch mehr Sprit im Tank als ein Schnellfahrer.
Die runden, roten Temposchilder in Deutschland zeigen die Höchstgeschwindigkeit an und sind keine Pflichtgeschwindigkeit! Niemand muss also bei 130 km/h auch wirklich dieses Tempo auf dem Tacho stehen haben. Weniger geht immer, mehr allerdings nicht!

Vorausschauend fahren und Benzin sparen

Wer weniger abbremst, muss weniger stark beschleunigen und spart damit Sprit. Ist eine rote Ampel in Sicht, Gang rausnehmen und rollen lassen. Muss nur wenig gebremst werden, reicht oft auch die Motorbremse (nicht auskuppeln, Gang drin lassen und vom Gas gegen). Dank Schubabschaltung verbraucht der Motor so nichts mehr. Nebenbei werden so auch noch die Bremsen geschont.
Auch das "Lückenspringen" ist nicht ratsam: Was im Reißverschluss-Verkehr gewollt ist, lohnt sich bei fließendem Verkehr nicht und kostet bis zu 30 Prozent mehr Kraftstoff.

Klimaanlage und Co fressen auch Sprit

Ein beliebter Spritfresser ist die Klimaanlage. Denn je stärker die Lichtmaschine durch elektrische Verbraucher gefordert wird, desto höher ist auch der Verbrauch. Bei eingeschalteter Klimaanlage liegt der Verbrauch im Stadtverkehr bei rund 1,8 Litern auf 100 Kilometer. Doch auch die kleinen Verbraucher, zum Beispiel die Heckscheibenheizung, nuckeln an der Benzinleitung. In der Stunde muss man mit rund 0,1 Liter Sprit rechnen.

Motor öfter mal ausmachen

Wer an einem Bahnübergang länger steht, der sollte nicht nur im Sinne des Umweltschutzes den Motor ausstellen – denn auch im Leerlauf verbraucht der Motor natürlich Sprit. Gleiches gilt für eine längere Rotphase an einer Ampel. Viele moderne Autos sind dank Start-Stopp-Automatik in dieser Hinsicht jedoch fein raus.
Autos an einem Bahnübergang
Ob am Bahnübergang oder an der Ampel, bei längerer Rotlichtphase heißt es: Motor aus!

Mit anderen fahren

Mitfahrzentrale nutzen: Wer gemeinsam statt einzeln fährt, schont die Umwelt und spart Sprit – das gilt für Fahrer und Mitfahrer. Vielleicht lohnt sich auch mal ein Blick aufs Angebot im öffentlichen Personenverkehr, sprich: Bus und Bahn.

Sprit und Geld sparen auf Reisen

Die Fahrt regelmäßig zu unterbrechen, ist wichtig, vor allem auf langen Touren. Dennoch kostet jedes neue Anfahren Extra-Benzin. Daher am besten rechtzeitig festlegen. Auf der Autobahn gilt: Je weniger abrupt der Spurwechsel, desto mehr Vortrieb bleibt erhalten – und der Fuß muss nicht wieder aufs Gas. Und, natürlich: zum Tanken runter von der Autobahn!
Clever Tanken
Preisvergleich-Dienste wie zum Beispiel die App von clever-tanken.de sind leicht zu bedienen und können dabei helfen, an der Tankstelle Geld zu sparen.

Spritpreise vergleichen

Am teuersten ist der Sprit an Autobahntankstellen. Ein kleiner Abstecher zu einem Autohof neben der Autobahn spart pro Liter Sprit in der Regel mindestens 20 Cent. Auch der Tankstellen-Vergleich mit der Smartphone-App spart bares Geld. Mit der Clever-tanken-App (für Android und Apple iOS) finden Sie die günstigste Tankstelle im Umkreis. Hier gibt es weitere Tipps zum günstigen Tanken!

Von

Jan-Menno Gebhardt