Neue Tesla (bis 2020)

Neue Tesla (bis 2020)

Tesla: Erfolg durch Model 3

Tesla überholt Audi in den USA

Das Model 3 kommt in Fahrt und avanciert zum meistverkauften E-Auto der Welt. Dank des Elektroautos zieht Tesla in den USA beim Absatz an Audi vorbei.
(Reuters/dpa/cj/mbo/jr/lhp) Tesla macht der Konkurrenz in den USA mächtig Dampf mit dem Model 3 – vor allem der aus Deutschland. Während Daimler, BMW und Audi teils drastische Absatzrückgänge zu verkraften haben, fahren die Kalifornier dank des neuen Massen-Elektroautos von Erfolg zu Erfolg. Wie WELT berichtete, überholte Tesla nach Zahlen des CAR-Center Automotive Research mit 21.800 verkauften Autos von August bis Oktober 2018 den ersten deutschen Premiumhersteller: Audi (16.060 verkaufte Autos). Und: BMW gerät mit 23.260 verkauften Einheiten in Reichweite. Zudem avancierte das Model 3 laut Daten der Beratungsfirma Inovev inzwischen zum meistverkauften E-Auto der Welt: Mit knapp 60.000 Neuzulassungen überholte der Kompakt-Stromer den Nissan Leaf, es folgt die E-Reihe des chinesischen Herstellers BAIAC.

Tesla erstmals seit Langem mit schwarzen Zahlen

Der Tesla Model 3 ist als Elektroauto gedacht, das für die breite Masse erschwinglich ist.

Im Sommer 2018 hatte Tesla das Gewinnversprechen seines Chefs Elon Musk eingelöst und erstmals seit zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben. Im dritten Quartal 2018 stand unterm Strich ein Überschuss von 312 Millionen Dollar (274 Mio. Euro). Das teilte das Unternehmen am 24. Oktober 2018 im kalifornischen Stammsitz Palo Alto mit. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von rund 619 Millionen Dollar angefallen. Es war erst Teslas drittes Gewinnquartal seit dem Börsengang 2010. Der Erlös stieg um fast 130 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar, die Aktie schoss nachbörslich um bis zu 14 Prozent in die Höhe. Musk hatte zwar schon vor Monaten angekündigt, dass Tesla im dritten Quartal die Verlustzone verlassen werde – die Zweifel waren bis zuletzt aber groß.

Schon 100.000 Model 3 produziert

Angekurbelt wurde der Tesla-Umsatz vor allem vom reißenden Absatz des Hoffnungsträgers Model 3, dessen Produktion nach vielen Schwierigkeiten inzwischen reibungslos zu laufen scheint. Bestellungen für das Model 3 will Tesla in Europa und China noch vor Ende 2018 annehmen. Der Verkauf in Europa soll 2019 beginnen.

Tesla Model 3 (2018): Test und Infos

Musk hatte im Mai für die zweite Jahreshälfte 2018 Gewinne versprochen, wenn die Produktion besser in Gang gekommen sei. Seither ging es allerdings bei Musk und Tesla hoch her: Zwischenzeitlich drohte dem Gründer nach irreführenden Twitter-Nachrichten sogar die Abberufung von der Firmenspitze. Letztlich einigte man sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf die Zahlung von je 20 Millionen Dollar durch Tesla und Musk. Außerdem muss Musk für drei Jahre das Amt des Chairman abgeben, das mit dem deutschen Aufsichtsratschef vergleichbar ist. Seine Nachfolge tritt Robyn Denholm an, bislang Finanzchefin des australischen Telekomkonzerns Telstra und schon seit 2014 Mitglied im Tesla-Verwaltungsrat. Vorstandschef von Tesla kann Musk weiterhin bleiben. Hier ein Blick auf Musks größte Baustellen:

Tesla muss dauerhaft günstig liefern

Tesla versucht seit einiger Zeit verstärkt, mehr Augenmerk auf die Reduzierung der Kosten und die Erhöhung des Umsatzes zu legen. Für Tesla ist es zukunftsentscheidend, ob es dauerhaft gelingt, für einen Massenmarkt zu produzieren. Der als sprunghaft geltende Musk hatte Tesla wiederholt unrealistische Ziele und Fristen gesetzt, die das Unternehmen dann nicht erreichte. In einer Telefonkonferenz sagte er, die Produktion des Model 3 in China solle im kommenden Jahr beginnen, und zwar mit einem effizienten Kapitaleinsatz. Eine 35.000-Dollar-Version des Fahrzeugs werde in den kommenden sechs Monaten kommen. Außerdem habe er grünes Licht für den Prototyp des neuen Model Y gegeben, das 2020 in die Produktion gehen soll.

Zielvereinbarung bei Musk-Vertragsverlängerung

Ende Januar 2018 erst hatte Musk seinen Vertrag als Tesla-Chef um zehn Jahre verlängert. An den Vertrag sind demnach eine Reihe Aufgaben geknüpft. So wurden für den Börsenwert zwölf Zielmarken in Schritten von 50 Milliarden Dollar gesetzt. Ein Gehalt oder Boni werde Musk daher nicht bekommen, betonte Tesla. Ihm wurden außerdem Ziele für Umsatz und operativen Gewinn gesetzt, die Tesla nicht näher bezifferte. Die Aufgabe beim Börsenwert ist aber bereits extrem ambitioniert: Musk soll ihn bis auf 650 Milliarden Dollar hochtreiben. Wenn Musk einzelne Zwischenziele erreicht, bekommt er rund 1,69 Millionen Aktien – aktuell ein Prozent am Unternehmen. Schafft er keine der gesetzten Marken, geht er leer aus.

Gebrauchtwagensuche: Elektroautos

Zukunftsprojekte anschieben

Zwei Zukunftsprojekte auf einmal: Musk mit dem Tesla Semi-Truck und dem Roadster.

Die Liste der Tesla-Vorhaben ist lang: Spätestens Ende 2019 soll der Elektro-Truck Semi mit bis zu 800 Kilometern Reichweite auf die Straße. Zusammen mit dem E-Laster stellte Musk auch die Neuauflage des Tesla Roadster vor und skizzierte bereits einen elektrischen Pick-up-Truck – Starttermin offen. Das SUV-Crossover namens Model Y auf Model-3-Basis sollte eigentlich die hübsche Baureihenliste S - E - X - Y vervollständigen. Leider aber schnappte Ford Tesla die Namensrechte für den Begriff "Model E" vor der Nase weg, woraufhin Musk das E kurzerhand umdrehte und das Model 3 erschuf. Der Firmenchef kündigte außerdem einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Sein langfristiger Plan sieht auch den Aufbau einer Flotte selbstfahrender Fahrzeuge vor, die als Roboter-Taxis und -Transporter den Verkehr revolutionieren sollen.

Bauvorhaben: Batteriewerk, China, Tunnel

Teslas Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada entsteht in Zusammenarbeit mit Panasonic.

Die Lithium-Ionen-Batterie ist das wichtigste und zugleich teuerste Bauteil der Tesla-Stromer. Um die immense Menge an benötigten Akkupacks zu produzieren, entsteht in Nevada (USA) derzeit Teslas Gigafactory. Doch es gab Probleme, die mitverantwortlich für die Model-3-Verzögerung gewesen sein sollen, das Projekt wurde von Musk zur Chefsache erklärt. Zudem ist ein Auto-Werk in Shanghai für den riesigen chinesischen Markt geplant, die Einigung mit den dortigen Behörden liegt laut Musk vor. In etwa drei Jahren soll dort die Produktion beginnen, vorrangig um das Model 3 in China und Umgebung erschwinglich zu machen. Und dann ist da noch Musks Tunnelprojekt unter Los Angeles: Schon bald soll es das Gelände von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX im Stadtteil Hawthorne mit dem Highway 101 im Nordwesten verbinden, später gar Teil eines umfangreichen Hyperloop-Netzwerkes zum schnelleren Transport von Personen und Gütern sein (siehe unten).

Tesla-Chef Musk: Tunnel gegen Stau in L.A.

Image aufpolieren, Konkurrenz abwehren

Die Kratzer sind noch nicht gravierend, aber immerhin: Ewig wird Musk nicht das Geld von Investoren verbrennen können. Zudem gab es Meldungen über Massenentlassungen und einen rauen Umgang mit der eigenen Belegschaft. Und: Die Konkurrenz schläft nicht länger. Die Schwergewichte der Autowelt blasen beim Thema E-Mobilität inzwischen zur Jagd auf Tesla. GM hat mit dem Chevrolet Bolt EV bereits ein Angebot in der Preisklasse des Model 3 am Start und will bis 2023 weitere 20 E-Autos auf den Markt bringen. Auch Ford, VW und viele andere finanzstarke Branchengrößen wollen angreifen. Selbst der so selbstsichere Musk scheint da ins Grübeln zu kommen: "Ich habe in den vergangenen Wochen ernsthafte emotionale Schmerzen gehabt", sagte der 46-jährige Top-Manager in einem Interview kurz nach der Model-3-Präsentation: "Es hat jedes Quäntchen Willenskraft gebraucht, dieses Event durchzuziehen und dabei nicht wie der depressivste Typ dort auszusehen."

So soll der Highspeed-Tunnel unter L.A. aussehen

Neuer Tunnel-Blick: So sieht es im neuen unterirdischen Projekt von Elon Musk unter Los Angeles aus.

Mit dem geplanten Highspeed-Tunnel unter Los Angeles hat Musk ein weiteres Großprojekt in Arbeit. Die Röhre soll vom SpaceX-Hauptquartier im Stadtviertel Hawthrone bis zum Highway 101 reichen und mehrere Kilometer lang sein. Nach Musks Vorstellung soll der Tunnel Teil eines umfangreichen Hyperloop-Netzwerkes zum schnelleren Transport von Personen und Gütern sein. Unter anderem sollen in der Unterwelt autonome Tesla verkehren und so den Dauerstau in der kalifornischen Metropole umgehen. Denn seit Februar 2017 ist Los Angeles mit seinem berühmt-berüchtigten Freeway 405 laut einer neuen Statistik die Stadt mit den meistverstopften Straßen weltweit.

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