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Neue Tesla (bis 2020)

Tesla: Nachfolger für Aufsichtsratschef Musk

Murdoch könnte Musk beerben

Nach dem Twitter-Ärger muss Elon Musk seinen Chairman-Posten bei Tesla räumen. Nachfolger könnte James Murdoch (21st Century Fox) werden.
(Reuters/dpa/cj/mbo/jr/lhp) Der scheidende Chef des US-amerikanischen Medienunternehmens 21st Century Fox, James Murdoch, hat einem Zeitungsbericht zufolge beste Chancen auf die Nachfolge von Elon Musk als Aufsichtsratschef von Tesla. Murdoch habe Interesse an dem Posten signalisiert, berichtete die "Financial Times" am 10. Oktober 2018 unter Berufung auf zwei Insider. Allerdings würden weiter Alternativen erwogen. Stellungnahmen der genannten Personen und Konzerne gab es nicht, Musk dementierte die Meldung kurz und knapp bei Twitter. Der 45 Jahre alte James Murdoch ist der jüngere Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch und bereits nichtexekutives Mitglied im Tesla-Vorstand.

Musk kommt mit blauem Auge davon

Musk und die US-Börsenaufsicht SEC hatten zuletzt einen Rechtsstreit über irreführende Twitter-Nachrichten mit einem Vergleich beigelegt. Unter anderem gibt Musk für drei Jahre das Amt des Chairman bei dem E-Auto-Bauer ab, eine dem deutschen Aufsichtsratschef vergleichbare Position. Vorstandschef darf er dagegen bleiben. Tweets, die den Aktienkurs bewegen könnten, muss er künftig absegnen lassen. Außerdem zahlen er und Tesla jeweils 20 Millionen US-Dollar (rund 17,2 Mio Euro). Die US-Finanzaufsicht hatte Musk in einer Klage vorgeworfen, Anleger in die Irre geführt zu haben – und wollte erreichen, dass er auf Lebenszeit aus Chefetagen börsennotierter US-Unternehmen verbannt wird. Mit der Einigung ist die Klage vom Tisch – Musk darf künftig aber auch nicht mehr behaupten, er habe nichts falsch gemacht.

Börsenaufsicht auf den Plan gerufen

Der 47-Jährige hatte am 7. August in einem Tweet verkündet, er erwäge, Tesla zum Aktienkurs von 420 Dollar von der Börse zu nehmen. "Finanzierung gesichert", fügte er hinzu. Dieser Satz zog die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsicht SEC auf sich. Denn Musk räumte später ein, dass eine Finanzierungszusage aus Saudi-Arabien noch nicht in trockenen Tüchern gewesen sei, obwohl er diesen Eindruck Ende Juli gewonnen habe. Weniger als drei Wochen nach der Ankündigung gab Musk den Plan wieder auf – auch, weil einige Anleger die Idee kritisch sahen. Dabei bekräftigte er seine Überzeugung, dass "mehr als genug Geld" vorhanden gewesen wäre, um Tesla von der Börse zu nehmen.

Versuch der Kursmanipulation?

Die SEC will nach bisherigen Informationen klären, inwieweit der Verwaltungsrat von dem Vorhaben wusste und wie weit die Finanzierungszusagen fortgeschritten waren. Nach Musks Ankündigung war der Aktienkurs zunächst an die Marke von 380 Dollar hochgesprungen und fiel inzwischen auf rund 280 Dollar zurück. Sollten die Behörden zu dem Schluss kommen, dass die Ankündigung nicht ernst gemeint war oder die Finanzierung nicht wirklich gesichert, könnten sie den Tweet als Versuch einer Kursmanipulation interpretieren.

Höhlentaucher verklagt Elon Musk

Der britische Höhlentaucher, den US-Unternehmer Elon Musk unlängst als "Pädo-Typen" bezeichnet hatte, hat den Tesla-Chef wegen Verleumdung verklagt. Vernon Unsworth, der an der Rettung einer thailändischen Jungen-Fußballmannschaft aus einer Höhle beteiligt gewesen war, fordere mindestens 75.000 Dollar (64.000 Euro) Schmerzensgeld, erklärte sein Anwalt 16. September. Der Ruf des Höhlenforschers habe "weltweit Schaden" genommen, hieß es zur Begründung.

Verschwörung bei Tesla?

Nach dem holprigen Produktionsstart des neuen Tesla Model 3 verdächtigte Elektroauto-Pionier Elon Musk einen Saboteur, die Prozesse bei Tesla böswillig gestört zu haben. In einer E-Mail an alle Mitarbeiter beschuldigte Musk den ungenannt bleibenden Angestellten der "umfangreichen und schädigenden Sabotage". Der habe nicht nur Änderungen am Betriebssystem in der Fertigung vorgenommen, sondern auch vertrauliche Daten an nicht genannte dritte Parteien weitergegeben. "Das gesamte Ausmaß seines Vorgehens ist noch nicht klar, aber was er bis jetzt zugegeben hat, ist ziemlich schlimm", schrieb der 46-jährige in der Mitarbeiterinformation vom 18. Juni 2018.

Tesla-Chef Musk: Tunnel gegen Stau in L.A.

Bei Beförderung übergangen?

Als Grund für die Tat vermutete der Milliardär eine nicht gewährte Beförderung. Zugleich deutete der Unternehmenschef eine Verschwörung an. Es gebe eine lange Liste an Organisationen, "die wollen, dass Tesla stirbt". Dazu gehörten sowohl Wall Street-Spekulanten als auch Öl- und Gas-Firmen sowie konkurrierende Autoproduzenten. In einer weiteren E-Mail hatte Musk zuvor die Angestellten über ein Feuer in einem Firmengebäude informiert. Im Schweißbereich habe es einen Schwelbrand in einem Luftfilter gegeben, der aber schnell gelöscht worden sei. Musk forderte die Angestellten auf, "auf alles zu achten, das nicht im besten Interesse von unserem Unternehmen ist", auch wenn das Feuer ein Zufallsereignis gewesen sein könnte.

Jede zehnte Stelle wird gestrichen

Musk hatte kurz vorher angekündigt, nach mehreren Rückschlägen fast jede zehnte Stelle seiner 37.000 Mitarbeter zu streichen. Der E-Auto-Pionier war in den vergangenen Jahren rasant gewachsen, hatte aber mit Verlusten, verfehlten Produktionszielen, der Abwanderung von Führungskräften und tödlichen Unfällen mit Elektroautos zu kämpfen. Mit dem neuen Model 3 will Tesla nun den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Die Entlassungs-Mail hatte Musk auch bei Twitter veröffentlicht.

Musk-Tunnel auch unter Chicago?

Neben einem Highspeed-Tunnel unter Los Angeles (s. unten) soll Musk mit seiner Firma "The Boring Company" möglicherweise auch einen unterirdischen Transportweg unter Chicago bauen. Das zumindest kündigte Bürgermeister Rahm Emanuel laut "Chicago Tribune" an. Zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen O'Hare könnten dann autonome Elektrofahrzeuge für jeweils 16 Insassen samit Gepäck im 30-Sekunden-Takt pendeln und die Strecke in zwölf statt 40 Minuten schaffen. Die Kosten sollen weniger als eine Milliarde Dollar betragen. Einen konkreten Starttermin für die Bauarbeiten gibt es noch nicht.

Genervter Musk-Auftritt bei Investorenkonferenz

Zuletzt hatte der Tesla-Chef im Mai sichtlich genervt die Investoren seines Unternehmens verschreckt. Auf irritierende Weise bügelte Musk Fragen zum Finanzbedarf des notorisch defizitären Elektroautobauers ab. Analysten, die Tesla über Bestellungen des neuen Model 3 auf den Zahn fühlen oder Näheres zum Kapitalbedarf erfahren wollte, schnauzte Musk in einer Telefonkonferenz an: "Diese Fragen sind so trocken und uncool. Die machen mich fertig." Obwohl Musk einen Gewinn für das zweite Halbjahr versprach, gaben die Aktien nach. Schon an Ostern hatte Musk die Anleger mit einem Aprilscherz über eine Pleite von Tesla per Twitter erschreckt.

Zielvereinbarung bei Vertragsverlängerung

Ende Januar 2018 erst hatte Musk seinen Vertrag als Tesla-Chef um zehn Jahre verlängert. An den Vertrag sind demnach eine Reihe Aufgaben geknüpft. So wurden für den Börsenwert zwölf Zielmarken in Schritten von 50 Milliarden Dollar gesetzt. Ein Gehalt oder Boni werde Musk daher nicht bekommen, betonte Tesla. Ihm wurden außerdem Ziele für Umsatz und operativen Gewinn gesetzt, die Tesla nicht näher bezifferte. Die Aufgabe beim Börsenwert ist aber bereits extrem ambitioniert: Elon Musk soll ihn bis auf 650 Milliarden Dollar hochtreiben. Musk selbst zeigte sich optimistisch: "Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein", sagte er der "New York Times". Wenn Musk einzelne Zwischenziele erreicht, bekommt er rund 1,69 Millionen Aktien – aktuell ein Prozent am Unternehmen. Schafft er keine der gesetzten Marken, geht er komplett leer aus.

Gebrauchtwagensuche: Elektroautos

Aktuelle Baustellen

Zuletzt wurde der Druck auf Musk immer größer. So kämpft das Unternehmen nach wie vor mit Problemen beim Hochfahren der Model-3-Produktion, auch wenn diese im April 2018 auf 2270 Exemplare pro Woche anzog. Musk muss beweisen, dass er seine Ankündigungen auch umsetzen kann. Hier sind die aktuellen Tesla-Baustellen:

Model 3 in die Spur bringen

Der Tesla Model 3 soll ein Elektroauto werden, das für die breite Masse erschwinglich ist.

Für Tesla ist das neue Auto extrem wichtig, denn es soll dem E-Auto-Pionier den Weg in den Massenmarkt ebnen. Es kostet rund 35.000 Dollar – etwa halb so viel wie die Luxusmodelle Model S und Model X – und hat einen Hype ausgelöst wie früher Apples iPhone. Kunden campten zum Verkaufsstart vor den Tesla-Filialen, es gibt Hunderttausende Bestellungen. Für 2018 war mal von 500.000 produzierten Fahrzeugen die Rede. Und bis 2020 will Musk die Tesla-Produktion gar auf eine Million Autos pro Jahr hochfahren. Doch der Weg ist voller Stolpersteine. Statt Kampfansagen warnte Musk plötzlich: "Wir stecken tief in der Produktionshölle."

Tesla Model 3 (2018): Test und Infos

Zukunftsprojekte anschieben

Zwei Zukunftsprojekte auf einmal: Musk mit dem Tesla Semi-Truck und dem Roadster.

Die Liste der Tesla-Vorhaben ist lang: Spätestens Ende 2019 soll der Elektro-Truck Semi mit bis zu 800 Kilometern Reichweite auf die Straße. Zusammen mit dem E-Laster stellte Musk auch die Neuauflage des Tesla Roadster vor und skizzierte bereits einen elektrischen Pick-up-Truck – Starttermin offen. Zudem ist ein SUV-Crossover namens Model Y auf Model-3-Basis geplant, das eigentlich die hübsche Baureihenliste S - E - X - Y vervollständigen sollte. Leider aber schnappte Ford Tesla die Namensrechte für den Begriff "Model E" vor der Nase weg, woraufhin Musk das E kurzerhand umdrehte und das Model 3 erschuf. Der Firmenchef kündigte außerdem einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Sein langfristiger Plan sieht auch den Aufbau einer Flotte selbstfahrender Fahrzeuge vor, die als Roboter-Taxis und -Transporter den Verkehr revolutionieren sollen.

Bauvorhaben: Batteriewerk, China, Tunnel

Teslas Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada entsteht in Zusammenarbeit mit Panasonic.

Die Lithium-Ionen-Batterie ist das wichtigste und zugleich teuerste Bauteil der Tesla-Stromer. Um die immense Menge an benötigten Akkupacks zu produzieren, entsteht in Nevada (USA) derzeit Teslas Gigafactory. Doch es gab Probleme, die mitverantwortlich für die Model-3-Verzögerung gewesen sein sollen, das Projekt wurde von Musk zur Chefsache erklärt. Zudem ist ein Auto-Werk in Shanghai für den riesigen chinesischen Markt geplant, die Einigung mit den dortigen Behörden liegt laut Musk vor. In etwa drei Jahren soll dort die Produktion beginnen, vorrangig um das Model 3 in China und Umgebung erschwinglich zu machen. Und dann ist da noch Musks Tunnelprojekt unter Los Angeles: Schon bald soll es das Gelände von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX im Stadtteil Hawthorne mit dem Highway 101 im Nordwesten verbinden, später gar Teil eines umfangreichen Hyperloop-Netzwerkes zum schnelleren Transport von Personen und Gütern sein (siehe unten).

Tesla-Chef Musk: Tunnel gegen Stau in L.A.

Image aufpolieren, Konkurrenz abwehren

Die Kratzer sind noch nicht gravierend, aber immerhin: Ewig wird Musk nicht das Geld von Investoren verbrennen können. Zudem gab es Meldungen über Massenentlassungen und einen rauen Umgang mit der eigenen Belegschaft. Und: Die Konkurrenz schläft nicht länger. Die Schwergewichte der Autowelt blasen beim Thema E-Mobilität inzwischen zur Jagd auf Tesla. GM hat mit dem Chevrolet Bolt EV bereits ein Angebot in der Preisklasse des Model 3 am Start und will bis 2023 weitere 20 E-Autos auf den Markt bringen. Auch Ford, VW und viele andere finanzstarke Branchengrößen wollen angreifen. Selbst der so selbstsichere Musk scheint da ins Grübeln zu kommen: "Ich habe in den vergangenen Wochen ernsthafte emotionale Schmerzen gehabt", sagte der 46-jährige Top-Manager in einem Interview kurz nach der Model-3-Präsentation: "Es hat jedes Quäntchen Willenskraft gebraucht, dieses Event durchzuziehen und dabei nicht wie der depressivste Typ dort auszusehen."

So soll der Highspeed-Tunnel unter L.A. aussehen

Neuer Tunnel-Blick: So sieht es im neuen unterirdischen Projekt von Elon Musk unter Los Angeles aus.

Elon Musk geht in den Untergrund – mit einem geplanten Highspeed-Tunnel unter Los Angeles. Ein Bild von der Website seiner Tunnelbaufirma "The Boring Company" (links) ist auf den ersten Blick eher unspektakulär und zeigt offenbar die ersten 150 Tunnelmeter, gelegen in der Nähe seines SpaceX-Hauptquartiers im Stadtviertel Hawthrone. Wie Musk twitterte, soll die Röhre schon bald zwei Meilen (gut 3,2 Kilometer) lang sein und "hoffentlich" in einem Jahr nach Nordwesten bis zum Highway 101 reichen.

Geplanter Teil eines Hyperloop-Netzwerkes

Musk hatte im April 2017 angekündigt, am SpaceX-Headquarter mit den Tunnelbauarbeiten beginnen zu wollen. Fast zeitgleich verkündete er via Twitter: "Das Warten auf Godot hat ein Ende. Die Bohrungen haben begonnen, das erste Tunnel-Segment für L.A. ist fertig." Dann schob er zwei Videos nach, auf denen ein Schacht mit Tunneleingang sowie das Stahlgerüst für den geplanten Auto-Fahrstuhl zu sehen ist. Nach seiner Vorstellung soll der Tunnel in Zukunft Teil eines umfangreichen Hyperloop-Netzwerkes zum schnelleren Transport von Personen und Gütern sein. Unter anderem sollen in der Unterwelt autonome Tesla verkehren und so den Dauerstau in der kalifornischen Metropole umgehen. Denn seit Februar 2017 ist Los Angeles mit seinem berühmt-berüchtigten Freeway 405 laut einer neuen Statistik die Stadt mit den meistverstopften Straßen weltweit. Auch ein kurzes Video, in dem ein Model S im Boden verschwindet, gibt es bei Instagram. Dabei handelt es sich, so der Titel des Posts, um einen Test des Auto-Aufzugs seiner Tunnelbaufirma.

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