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Tesla-Chef Musk: Tunnel gegen Stau in L. A.

Tesla: neue Verkaufsstrategie

Doch mehr Tesla-Stores und höhere Preise

Tesla macht eine Rolle rückwärts: Der E-Autobauer von Elon Musk schließt nun doch weniger Läden – und nimmt deshalb auch eine Preissenkung teilweise zurück.
(Reuters/dpa/cj) Kehrtwende bei Tesla: Der US-Elektroautobauer will nun doch deutlich weniger Läden schließen. Da die geplanten Einsparungen dadurch aber niedriger ausfallen, soll eine gerade durchgeführte Preissenkung zur Hälfte zurückgenommen werden. Im Klartext: Nur noch bis zum 18. März 2019 können Tesla-Kunden ihr Auto zum aktuellen Preis bestellen, danach wird es im Schnitt um drei Prozent teurer.

Verkauf weiter nur noch online

Die Ankündigung am 11. März 2019 folgte nur gut zehn Tage nach der Ansage von Firmenchef Elon Musk, den Vertrieb grundlegend umzukrempeln. Dass alle Verkäufe nur noch online abgewickelt werden solle, dabei bleibe es, betonte Tesla. In den Läden solle lediglich gezeigt werden, "wie man binnen Minuten einen Tesla auf seinem Telefon bestellt". Allerdings soll es in den Läden weiterhin Fahrzeuge für Testfahrten geben. Auch soll für Käufer, die sofort mit einem Tesla vom Hof fahren wollen, eine kleine Anzahl Fahrzeuge vorgehalten werden. Die neue Regelung, nach der man einen Tesla innerhalb einer Woche mit bis zu 1600 gefahrenen Kilometern zurückgeben kann, gelte weiterhin.

Bildergalerie Tesla Model 3

Jeder zehnte Tesla-Store schon dicht

Rund jeder zehnte Tesla-Store sei bereits geschlossen worden, heißt es in einem Tesla-Blogeintrag. Einige dieser Läden mit wenig Laufkundschaft hätten aber ohnehin dichtgemacht werden sollen. Ein Teil solle aber wiedereröffnet werden, allerdings mit weniger Mitarbeitern. Etwa ein Fünftel der aktuellen Standorte stehe auf dem Prüfstand. Laut Medienberichten stieß Tesla bei der Umsetzung des Plans aber auch auf Probleme mit den Vermietern der Ladenflächen. In Deutschland betreibt Tesla nach jüngsten Angaben zwölf Stores und sieben Service-Center.
Die Preiserhöhungen treffen vor allem die besser ausgestatteten und damit bereits teureren Varianten von Model 3, Model S und Model X. Die Basisversion des Hoffnungsträgers Model 3 werde in den USA weiterhin 35.000 Dollar vor Steuern und Elektroauto-Vergünstigungen kosten, betonte Tesla. Der Konzern hatte die Variante erst vor Kurzem bestellbar gemacht, nachdem zunächst nur die lukrativeren teureren Model-3-Versionen verkauft wurden – diese Strategie sollte die hohen Anlaufkosten der Produktion ausgleichen. Gegen die Preisssenkungen hatte es vor allem in Asien teils heftige Proteste von Käufern gegeben, die ihr Fahrzeug erst kurz zuvor deutlich teurer erworben hatten. Ausgenommen von den finanziellen Plänen ist das Tesla Model Y. Die vierte Baureihe der Kalifonier war am Abend des 14. März 2019 in Los Angeles vorgestellt worden.

Tesla Model Y (2019)

Musk demonstriert erste Tunnel-Fahrt

Unterdessen hatte Tesla-Chef Elon Musk mit einer ersten Demo-Fahrt in einem kurzen Test-Tunnel seine Ambitionen unterstrichen, den Verkehr in Großstädten unter die Erde zu verlegen. Seine Firma Boring Company eröffnete in Los Angeles in der Nähe von Musks Weltraum-Unternehmen SpaceX im Stadtviertel Hawthrone eine gut 1,8 Kilometer lange Röhre, die kaum breiter als ein Auto ist. Die Idee der Fortbewegung: An die Vorderräder einfahrender Fahrzeuge werden eine Art waagerechte Stützräder angebaut. Diese halten sie dank Schienen an den Wänden in der Spur. Das Auto muss elektrisch und autonom fahren können, es bewegt sich dann mit eigenem Antrieb durch die Röhre. Der Zu- und Ausgang erfolgt über eine Art Transport-Fahrstuhl. Nach Musks Angaben bei der Präsentation soll es zehn bis zwanzig Mal so viele Zugänge geben wie U-Bahnstationen.

Nur 80 statt 240 km/h – und das holprig

Musk verspricht, man werde mit über 240 Kilometern pro Stunde unterwegs sein können. Bei den Testfahrten für die Medien in der Nacht zum 19. Dezember 2018 war ein Tesla Model X mit fest angeschraubten Seitenrädern allerdings deutlich langsamer unterwegs – weil man laut Musk noch nicht dazu gekommen war, den Boden ordentlich zu glätten. So geriet auch eine Fahrt mit bis zu 80 km/h ziemlich holperig, wie ein Reporter der "Washington Post" berichtete. In dem Tunnel ist zunächst einmal probeweise nur ein einziger Tesla im Einsatz. Der ursprüngliche Plan war, die Fahrzeuge durch die Tunnel auf schnell fahrenden kleinen Plattformen zu befördern. Musk will den notorisch stockenden Verkehr in Los Angeles mithilfe eines ganzen Netzwerks aus solchen Tunneln entlasten. Die Boring Company musste dabei jedoch auch einen Rückschlag hinnehmen: Sie verzichtet auf eine der geplanten Röhren, nachdem Anwohner dagegen vorgegangen waren.
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