Ein Pünktchen hier, ein Pünktchen da – darüber können Autofahrer in einigen unserer europäischen Nachbarländer nur lachen. Denn dort herrschen ganz andere Sitten: Wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, wandert in den Knast! Das könnte uns ja eigentlich egal sein. Interessant wird es aber, wenn wir mit dem Auto in diesen Ländern Urlaub machen wollen. Damit Sie den dann nicht im Kittchen verbringen, klären wir hier mal über die wichtigsten (und kuriosesten) Verkehrsregeln im Ausland auf. Denn: Unwissenheit schützt auch in diesem Fall vor Strafe nicht.
Kommen Sie gut durch: Zur aktuellen Stauprognose
Wer zum Beispiel in der Schweiz und in Norwegen zu doll auf's Gaspedal tritt, muss sich warm anziehen: Hier werden Raser eingelocht, es droht mindestens ein Jahr Haft. Und in Slowenien landen Sie eventuell schon hinter schwedischen Gardinen, weil Sie ein Bußgeld nicht sofort bezahlen wollen – mit Glück werden aber auch nur die Papiere und/oder das Auto beschlagnahmt, dann bleibt man halt einfach da. Ein mögliches Vergehen in Slowenien ist übrigens das Überfahren einer gelben Ampel, anders als in Deutschland gibt es hier nämlich eine Haltepflicht. Also runter vom Gas, rauf auf die Bremse!

In Dänemark und Italien wird das Auto versteigert

Nicht der Freiheit, aber des Autos können Autofahrer schnell verlustig gehen, wenn Sie in Italien oder Dänemark zu tief ins Glas geschaut haben: Hier können die Behörden das Auto tatsächlich beschlagnahmen und versteigern, wenn der angesäuselte Fahrer auch der Besitzer des Fahrzeugs ist.
Andere Länder, andere Sitten
Wer in Österreich die Polizei zum Blech-Unfall ruft, muss 36 Euro "Blaulicht-Steuer" bezahlen.
Genaue Kenntnis der lokalen Regeln ist auch bei einem Unfall gefragt. In Kroatien beispielsweise müssen Sie im Falle eines Crash immer die Polizei rufen – Fahrzeuge, die sichtbar beschädigt sind, dürfen nur mit einer polizeilichen Schadenbestätigung das Land wieder verlassen. In Österreich dagegen sollten Sie den Anruf lieber lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss: Wer bei einem Verkehrsunfall mit Sachschaden die Polizei ruft, obwohl die Unfallbeteiligten ihre Daten auch untereinander hätten austauschen können, muss eine "Blaulichtsteuer" (Unfallmeldegebühr) in Höhe von 36 Euro bezahlen.

Immer nett bleiben!

Egal wie hoch die Promillegrenze ist – in Rumänien, Tschechien, der Slowakei und Ungarn beispielsweise liegt sie bei 0 – fahren mit Alkohol ist tabu. Spätestens bei einem Unfall ist Ärger vorprogrammiert. Grundsätzlich gilt gerade im Ausland: Bleiben Sie bei Polizeikontrollen stets gelassen und kooperativ. Bei Unfällen wird in manchen Ländern (wie eben in Kroatien) eine Unfallaufnahme durch die Polizei verlangt. Fehlt bei der Rückreise der Bericht, kann an der Grenze die Ausreise verweigert werden. Wichtig: Unterschreiben Sie keine Dokumente, die Sie nicht verstehen (Polizeiprotokoll, Schuldeingeständnis). Bestehen Sie im Zweifel auf einen Dolmetscher.
Andere Länder, andere Sitten
Wer mit Haustier reist, sollte einen Pass samt Nachweis über die Tollwut-Schutzimpfung dabei haben.
Das Mitführen der internationalen grünen Versicherungskarte ist nur noch in wenigen Ländern vorgeschrieben (etwa Bulgarien, Estland, Litauen), wird aber grundsätzlich empfohlen. Bei einem Unfall im Ausland erleichtert die Karte die Abwicklung. Die internationale Notrufnummer 112 gilt übrigens in allen Ländern der EU sowie in Norwegen, Kroatien und der Schweiz. Zusätzlich haben viele Länder ihre eigenen Notrufnummern. Tipp: Eine Liste mit allen Notrufnummern in Europa sowie den Rufnummern für die ADAC-Pannendienste im Ausland gibt es beim ADAC. Urlauber, die mit Haustier auf die Reise gehen möchten, brauchen für ihr Tier einen Pass, der eindeutig zuzuordnen ist (Tätowierung, Mikrochip) und den Nachweis über einen Tollwut-Impfschutz enthält. Ausführliche Informationen zum Reisen mit Haustieren gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Warnwesten sind in vielen Ländern Pflicht

Wer unangenehme Überraschungen bei einer Polizeikontrolle vermeiden möchte, sollte sich auch über mitzuführendes Sicherheitszubehör informieren. Reflektierende Warnwesten werden in immer mehr Ländern Pflicht (siehe Tabelle unten). Achten Sie bei Warnwesten auf das europäische Kontrollzeichen EN 471. Auch das Mitführen von Ersatzglühbirnen ist mitunter vorgeschrieben. In Rumänien gehört außerdem ein Feuerlöscher zur vorgeschriebenen Ausstattung des Fahrzeugs. Für weitere nützliche Informationen über beliebte Reiseländer empfehlen wir die Länder-Infos des ADAC und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts.