VW-Elektromobiltät: Ladesäulen, Wallbox, ID. 3

VW-Elektromobilität: Ladesäulen, Wallbox, ID.3

So will VW für genug Strom sorgen

Volkswagen überlässt in Sachen Elektromobilität nichts dem Zufall und will zum Komplettanbieter werden – mit Autos und Lade-Infrastruktur.
Stefan Schmerbeck ist das Bindeglied zwischen Volkswagen und der Politik. Die Forderung des Lobbyisten an die Entscheidungsträger in Berlin, damit es mit der Elektromobilität voran geht: "Wir müssen Laden zu einem Grundrecht machen." Wer heute eine Eigentumswohnung besitzt und eine Wallbox an seinem Tiefgaragenplatz installieren will, benötigt die Zustimmung der anderen Eigentümer. Da wird dann oft der Daumen gesenkt. Zu groß ist die Angst vor einem Blackout im ganzen Haus.

Das Stromangebot wird fürs Erste locker reichen

Saft satt: Selbst bei einer Million E-Autos steigt der Stromverbrauch kaum – die Netze sind das Problem.

Doch diese Angst ist grundsätzlich unbegründet. Selbst bei einer Million E-Autos steigt der Stromverbrauch in Deutschland nur um rund ein halbes Prozent, wie Berechnungen der Netze BW GmbH klar zeigen. Die Strommenge ist nicht der entscheidende Flaschenhals, sondern die Stromnetze an sich. Das weiß auch der Autobauer. "Mit den heutigen Netzen werden wir nicht mehr in der Lage sein, die Leistungsspitzen zu den E-Autos zu transportieren", sagt Karsten Miede, Leiter Dienstleistungen für E-Mobilität, VW Kraftwerk GmbH. Letztendlich muss die Infrastruktur genauso intelligent sein wie die Elektroautos. Und die sollen in Zukunft als rollende Speicher fungieren, die die Überproduktion an Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen können. "Das wird ein Epochenwechsel, wenn die Kunden mit Ihren Autos im Stand Geld verdienen", sagt Thorsten Nicklass, Geschäftsführer der VW-Konzerntochter Elli ("Electric Life").

VW will seine Autos zu Energiespeichern machen

Akku für zu Hause: In Zukunft soll der VW ID.3 seine Energie auch ins Stromnetz einspeisen können.

Beim VW ID.3, der 2020 startet, soll also konsequenterweise das bidirektionale Laden möglich sein. In nicht allzu ferner Zukunft könnte der Stromer dann als Ersatz-Kraftwerk für den Haushalt dienen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von acht bis zehn Kilowattstunden pro Tag wäre eine Familie mit der 60-kWh-Batterie des VW ID.3 für einige Tage autark. Doch das Be- und Entladen setzt die Akkus unter Stress. Auch das will VW im Blick haben, die Batterien schonend behandeln und nicht komplett entleeren. Für 250 Millionen Euro will der niedersächsische Autobauer bis 2025 insgesamt 36.000 eigene Ladepunkte installieren: an den Volkswagen-Standorten und bei den rund 3000 Händlern in allen größeren Städten. Manche der Säulen werden aber auch für die Allgemeinheit zugänglich sein. Und dann gibt es da ja auch noch das Stromtankstellen-Joint-Venture namens Ionity, bei dem die Wolfsburger mit BMW, Daimler und Ford zusammenarbeiten.
Damit diese Pläne Wirklichkeit werden, muss die Politik mitspielen. Stefan Schmerbeck beklagt, dass es zu viele Zuständigkeiten gibt und zu wenige zielgerichtete Aktionen. "Wir brauchen eine Person, die das Ganze koordiniert", erklärt der VW-Mann. Die zu lösenden Probleme sind vielfältig: Das geht beim Eichrecht für Ladesäulen los und endet bei der zu geringen Anzahl der Strom-Tankstellen. Die Sache eilt: In Deutschland sind dringend neue Ladepunkte nötig. Von den im Koalitionsvertrag vorgesehenen 100.000 öffentlichen Ladepunkten, die bis 2020 installiert sein sollen, ist man noch weit entfernt.

Autor: Wolfgang Gomoll

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