Dass beim Golf R mit 300 PS das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, bewiesen bereits mehrere namhafte VW-Tuner. Werkstuner Abt kratzt an 370 PS und Oettinger holt 360 PS aus dem Zweiliter-Turbomotor. Nun setzt Wolfsburg selbst noch eins drauf und präsentiert auf der Peking Auto Show 2014 eine Studie, die sogar Supersportler ins Visier nimmt: Der Golf R 400 beschleunigt nach Herstellerangaben in 3,9 Sekunden von 0 auf 100. Erst bei Tempo 280 soll Schluss sein, und das auch nur aufgrund elektronischer Begrenzung.
Play

Video: VW Golf R 400

Giga-Golf in Peking

Technisch basiert die Studie auf dem Serien-Golf, optisch gibt es ein paar markante Unterschiede. Die ausgestellten Kotflügel sind eine Hommage an den Rallye-Golf G60 aus den späten 80er-Jahren. Das Fahrzeug ist mindestens 40 Millimeter breiter als die Serie und rundum mit aerodynamisch optimierten Carbonelementen bestückt. Der Power-Golf trägt als Erkennungszeichen "Lemongelb", eine entsprechende Linie kennzeichnet den Kühlergrill, wie bei vergleichbaren Sondermodellen von VW. Beim GTI ist diese Linie rot, beim GTE blau, beim Serien-R chromfarben. Die Lufteinlässe des R 400 sind allerdings größer als bei allen anderen Golf-Varianten. Damit wird dem größeren Kühlluftbedarf des 400-PS-Triebwerks, das Anleihen beim hochgezüchteten Motor des WRC-Polo nimmt, Rechnung getragen. Am Heck fällt der zweiflügelige Dachspoiler auf, der rennsportähnliche Diffusor mit den elf Zentimeter breiten Auspuff-Endrohren ist ebenfalls ein Hingucker.
Der Vier-Millionen-Golf: Design Vision GTI mit 503 PS
Der Giga-Golf
Auf der Motorabdeckung prangt die Typbezeichnung in silbernen Buchstaben: R 400.
Im Innenraum geben Leder und Alcantara den Ton an, spezielles "Carbonleder" verkleidet die Kopfstützen, Seitenwangen und Außenseiten der Sport-Schalensitze. Die Ziernähte sind im charakteristischen "Lemongelb" gehalten. Im Fond nehmen die Passagiere auf zwei mit edlem Nappaleder und Alcantara bezogenen Einzelsitzen Platz. Auf der Mittelkonsole findet der Fahrer die Bedienelemente für die verschiedenen Fahrwerkseinstellungen, hier kann zwischen drei verschiedenen Einstellungen der Electronic Stability Control gewählt werden. Normalmodus, Sportmodus, und absolute Rennnstreckeneinstellung sind die Auswahlmöglichkeiten. Das Fahrwerk ist im Vergleich zur Serie 20 Millimeter tiefergelegt und steht auf Reifen im Format 235/35 R 19. Dazu gibt es einzigartige Leichtmetallfelgen, die aus der Serienfelge "Cadiz" weiterentwickelt wurden. Dank Schaufel-Einsätzen in der Felge wird während der Fahrt zusätzliche Luft auf die verstärkte Bremsanlage geleitet.

Von

Jonathan Blum