Preis und Marktstart: Ab Mai 2022 ist der ID.Buzz bestellbar

Eine Volkswagen-Ikone wird elektrifiziert: der Bulli. Der VW ID.Buzz orientiert sich optisch an der ersten Bus-Generation T1, mit kurzen Überhängen, Zweifarblackierung und großem Logo. Außerdem hat er, wie sein Urahn, Heckantrieb. Es gibt ihn als Fünfsitzer oder als elektrische Transporter-Version "Cargo" mit zwei oder drei Sitzplätzen und großem Laderaum.
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Laut VW sollen bereits im September 2022 die ersten Exemplare in Europa ausgeliefert werden, bestellbar ist er bereits ab Mai. Die Preise für den ID.Buzz dürften bei etwa 55.000 Euro für die Basis starten. Zum Marktstart wird es wohl etwas teurer, denn zunächst will VW die höhere Ausstattung "Pro" mit 204-PS-Antrieb anbieten. Die Basis "Pure" mit Einstiegsbatterie kommt erst später dazu.
Für die Cargo-Variante rechnen wir mit mindestens 48.000 Euro, auch hier gibt es zum Marktstart im September zunächst die stärkere Version. 2023 soll es den Fensterbus und die Lieferwagen-Variante dann auch mit langem Radstand geben. Der Transporter und der erst 2021 vorgestellte neue Multivan mit Verbrenner werden zunächst noch parallel angeboten.

Optik und Abmessungen: ID.Buzz will nah am Ur-Bulli sein

Das Design des ID.Buzz orientiert sich stark an der ersten Generation des VW Bus, dem T1. Der charakteristische Frontschild mit dem V-förmigen Einzug war schon damals eines der auffälligsten Designelemente und wird auch bei der Neuauflage thematisiert. Auch die ikonische Zweifarben-Lackierung darf der Bus gegen Aufpreis tragen. Die Überhänge sind kurz, die Fensterflächen groß, ebenso das Logo an der Front. Der ID.Buzz trägt das größte VW-Emblem der aktuellen Modellpalette. Nichts mit dem T1 haben die angedeuteten Lufteinlässen in der D-Säule zutun. Sie zitieren die "Ohren", die bei den Baureihen T2 und T3 unter anderem für die Luftansaugung des Motors (T3) verwendet wurden.
VW ID. Buzz
Zweifarben-Lackierung, große Fensterflächen und kurze Überhänge als Hommage an den T1.
Das Muster an der Frontschürze besteht aus nach außen kleiner werdenden Lufteinlässen, die LED-Scheinwerfer sind durch eine Lichtleiste miteinander verbunden – beides erinnert an die anderen ID-Baureihen. Auch beim größten Vertreter gibt es Matrix-LED-Technik nur gegen Aufpreis. Die Lichtsignatur am Heck scheint an die aktuellen Pkw-Modelle von VW angepasst. Was vor allem an der Form der Rücklichter liegt: Statt wie bislang hoch, sind sie sehr flach und breit gestaltet und ebenfalls durch ein LED-Band miteinander verbunden. Seit der dritten Generation waren die Rückleuchten vertikal gestaltet.

Radstand auf Höhe des aktuellen Multivans, trotz kürzerer Außenlänge

Betrachtet man die Abmessungen, so ist der Elektro-Bus kürzer und niedriger als ein aktueller T7; trotzdem bleibt der Radstand in etwa gleich. Allerdings der Bus legt in der Breite zu, hier misst er acht Zentimeter mehr als der Multivan.

Abmessungen im Überblick

• Länge: 4712 mm
• Breite: 1985 mm
• Höhe: 1937-1938 mm (je nach Ausstattung)
• Radstand: 2988 mm
• Kofferraum im ID.Buzz: 1121-2205 Liter
• Ladevolumen im ID.Buzz Cargo: 3,9 m³

Innenraum: großzügige Platzverhältnisse im Elektro-Bulli

Der ID.Buzz will ein richtiger Bulli sein, deshalb ist der Einstieg angenehm hoch. Die kurze Schnauze suggeriert eine überschaubare Distanz vom Fahrersitz zum Fahrzeugende – leider bewahrheitet sich dieser Eindruck bei der Sitzprobe nicht. Durch das wuchtige Armaturenbrett lässt sich der Bus nach vorne hin weniger gut einschätzen. Wer durch das an das T1 angelehnte Design auf das Frontlenker-Gefühl gehofft hat, wird hier also etwas enttäuscht werden. Ansonsten ist die Ergonomie des Cockpits bereits aus anderen Fahrzeugen der ID-Familie bekannt. Auch der ID.Buzz erhält das aktuelle Multifunktionslenkrad mit Touchflächen.
VW ID. Buzz
Viele Ablagen und USB-C-Anschlüsse: Der VW ID.Buzz vereint Nutzfahrzeug-Tugenden mit modernen Funktionen.

Dahinter befindet sich das kleine digitale Kombiinstrument, wobei der Fahrstufenschalter in den Lenkstock wandert. Der bis zu 12 Zoll große Infotainment-Screen dockt bündig ans Armaturenbrett an, was die Bedienung für den Fahrer etwas erschwert. VW setzt beim Elektro-Bus auf ein frisches Interieur, das allerdings weiterhin viel Hartplastik beinhaltet. Nette Details sollen davon ablenken: Überall im Fahrzeug verteilt finden sich kleine VW-Bus-Piktogramme, die dem Buzz tatsächlich einen frischen Wind verleihen.

Fond: Die zweite Sitzreihe ist nah an der ersten

In der zweiten Reihe erinnern die Platzverhältnisse mit kurzem Radstand sehr an einen Minivan. Die Beine haben ordentlich Platz zur ersten Sitzreihe. Richtiges Bus-Feeling kommt aber nicht wirklich auf, hierzu müsste die Sitzreihe deutlich weiter hinten angebracht sein. Dafür kann der üppig dimensionierte Kofferraum im Alltag punkten. Die beiden elektrischen Schiebetüren erleichtern den Zugang zum Fond enorm und zeigen, dass der ID.Buzz in der Passagierausführung für urbane Umfelder mit wenig Platz zum Ein- und Aussteigen konzipiert wurde.
Fazit von Andreas Huber: Optisch erinnert im Innenraum nichts mehr an den Vorfahren des ID.Buzz. Auch in puncto Innenraumkonzept und Sitzposition gibt sich der Elektro-Bus modern und anders als seine Vorgänger. Die Übersicht ist dabei etwas auf der Strecke geblieben, außerdem setzt VW auch beim Bulli noch immer auf viel Hartplastik.

Bildergalerie

VW ID. Buzz
VW ID. Buzz
VW ID. Buzz
Kamera
VW ID.Buzz (2022)

Versionen: Vom Start weg auch als Transporter-Version "Cargo"

Neben dem Fensterbus gibt es auch direkt eine kommerzielle Variante. Die trägt den Namenszusatz "Cargo" und kommt im hinteren Teil ohne Fenster aus. Der ID.Buzz Cargo hat serienmäßig drei Sitzplätze, also den Fahrersitz und eine Doppelsitzbank; optional gibt es den Transporter auch mit zwei Sitzen. Der 3,9 Kubikmeter große Laderaum wird durch eine feste Trennwand von der Fahrerkabine abgetrennt (gegen Aufpreis mit Fenster oder Durchlademöglichkeit).
VW ID. Buzz CARGO
Die elektrische Transporter-Version ID.Buzz Cargo kommt serienmäßig mit drei Sitzplätzen und 3,9 m³ Laderaum.

Zwei Europaletten passen in den Laderaum. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei drei Tonnen, die maximale Zuladung beträgt 650 Kilo. Der Holzboden ist mit Verzurrösen zur Ladungssicherung ausgestattet, auf Wunsch gibt es auch Verzurrschienen in den Seitenwänden. Serienmäßig ist der ID.Buzz Cargo mit einer Schiebetür auf der Beifahrerseite und einer normalen Heckklappe ausgestattet, eine zweite Schiebetür und die Flügeltür fürs Heck kosten Aufpreis.

Auch ein Camper ID.California wurde bereits angekündigt

VW hat angekündigt, auch eine Camper-Version des ID.Buzz zu bringen, den ID.California. Allerdings nicht direkt vom Start weg. Was den Marktstart betrifft, ist die Ansage noch mehr als vage: In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts soll der elektrische Campervan erhältlich sein. Das Magazin "Carscoops" geht davon aus, dass VW für den ID.California die MEB-Plattform mit langem Radstand nutzen wird, um besonders viel Platz im Innenraum zu schaffen. Zudem soll er ausschließlich mit einer großen 111-kWh-Batterie anboten werden. Deren Strom könnte dann auch das Camping-Equipment speisen. Serienmäßig dürfte VW das Auto mit Aufstelldach, Küche und Schränken ausstatten. Auch eine vollautonom fahrende Version des ID.Buzz hat VW bereits gezeigt, sie soll ab 2025 ihren Dienst für den Ridepooling-Anbieter MOIA antreten.
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VW ID.Buzz (2022): Bulli - Test - Bus - Premiere - Elektro

Im E-Bulli über die Reeperbahn


Technik und Reichweite: zunächst mit 150 kW und Heckantrieb

Zum Marktstart wird VW den ID.Buzz und den ID.Buzz Cargo zunächst mit einem Elektromotor an der Hinterachse ausstatten, der 150 kW (204 PS) und 310 Nm Drehmoment leistet. Da werden Erinnerungen wach, denn der Urahn T1 setzte ebenfalls auf Heckantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit ist 145 km/h abgeregelt. Zum Anfang wird es den Bus auch nur mit einer Akku-Variante geben. Die ist 77 kWh groß, die daraus resultierende Reichweite verrät VW noch nicht. Wir gehen von 400 bis 450 Kilometern aus. In 30 Minuten soll der Akku von fünf auf 80 Prozent geladen sein. Später will VW noch ein Modell mit kleinerer Batterie anbieten.
VW ID. Buzz
Zum Marktstart gibt es ausschließlich einen 77 kWh großen Akku. Später soll ein kleinerer Stromspeicher fürs Einstiegsmodell folgen.

Optional wäre auch ein Allradantrieb denkbar, die Leistung der E-Maschinen ist dabei reine Spekulation. Unter den anderen Modellen auf Basis des Elektrobaukastens MEB leistet das stärkste Allradmodell bis zu 306 PS.
Die MEB-Bodengruppe dient auch VW ID.3, Skoda Enyaq und Audi Q4 e-tron als Unterbau, der ID.Buzz ist aber das größte Modell auf dieser Plattform. Möglich wäre darum auch eine Variante mit größerer Batterie und somit mehr Reichweite; da VW seine Stromspeicher in einem Rahmen zwischen den Achsen anordnet, bedeutet ein verlängerter Radstand mehr mögliche Akkuzellen.

Ausstattung: Elektro-Bus erkennt dank anderer Autos die Fahrspur

Auf der Aufpreisliste stehen neben der optionalen Zweifarblackierung, bei der das Dach immer weiß ist, auch verschiedene Assistenzsysteme. Darunter der "Travel Assist" mit Schwarmdaten, bei dem der ID.Buzz auch die Daten anderer Fahrzeuge nutzt, um teilautonomes Fahren zu ermöglichen. So kann das Elektroauto auch auf Straßen mit nur einer Fahrbahnmarkierung seine Fahrspur erkennen und halten. Außerdem gibt es erstmals einen Spurwechselassistenten für die Autobahn. Der funktioniert allerdings nur bis 90 km/h. Für den Parkassistenten gibt es eine neue Memory-Funktion: Mit der kann man eine bestimmte Strecke abspeichern, sodass sich das Auto z. B. selbst ins eigene Carport oder auf den Tiefgaragen-Stellplatz manövriert.

Prototyp-Fahrbericht: 500 Kilometer im getarnten ID.Buzz

AUTO BILD ist den Elektro-Bulli bereits gefahren. Die Testfahrt führte AUTO BILD von Kopenhagen nach Hamburg, lautlos ging es zunächst durch die breiten Straßen der dänischen Hauptstadt. Als wir eine Straße noch mal nehmen wollten und kurz drehten, die Überraschung: Dank elf Meter Wendekreis klappte das in einem Zug! Unser Testwagen hat 204 PS auf der Hinterachse und ist somit Hecktriebler, wie früher der Käfer. Im Unterboden ist ein 77-kWh-Akku verbaut, das soll zwischen 400 und 450 Kilometer Reichweite ergeben. In der Praxis ziehen wir da mal schön 20 Prozent ab, bei dieser Kälte noch mehr.
VW ID. Buzz Prototyp
Langstreckentauglich: Der ID.Buzz soll mit dem 77-kWh-Akku 400 bis 450 Kilometer weit kommen. In der Praxis dürften es weniger km sein.

Das Fahrwerk ist stimmig

Der Elektro-Bulli hat kein Verstellfahrwerk, das braucht er auch nicht, so stimmig haben die Wolfsburger den Bus abgestimmt. Er schwebt sanft über den Asphalt, die Lenkung bietet perfekte Rückmeldung. Insgesamt gibt er einem nicht das Gefühl, in einem deutlich über zwei Tonnen schweren Brocken zu sitzen.
Beim ersten Ladestopp in der Nähe von Kolding waren noch 250 Kilometer auf der Uhr und 17 Prozent Strom im Tank. Nach 29 Minuten hatte der Bulli auf 80 Prozent geladen, teilweise mit 156 kW, beim zweiten Ladestopp später sogar mit 170 kW. Das ist ganz schön schnell für ein Auto, das keine 800-Volt-Technik an Bord hat! VW verspricht: von 5 auf 80 Prozent immer unter 30 Minuten.

Technische Daten des VW ID.Buzz

• Leistung: 150 kW (204 PS)
• Max. Drehmoment: 310 Nm
• Antrieb: Heckantrieb
• Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h (elektronisch abgeregelt)
• Akku-Kapazität: 82 kWh brutto (77 kWh netto)

Von

Sebastian Friemel