2022 wird eine Volkswagen-Ikone elektrifiziert – der Bulli. Was 1950 mit der ersten T-Generation begann, soll über 70 Jahre später seine wohl größte Transformation durchlaufen und sein Antriebskonzept ändern. Trotz all der Veränderung bringt der neue Antrieb aber auch alte Tugenden zurück und beweist vor allem eines: Der Bus ist für VW unglaublich wichtig. Zwar bleiben Transporter und Multivan-Modelle dem Verbrenner erst einmal treu, die für VW so wichtigen Lifestylekunden erhalten mit dem vollelektrischen Bus aber eine lokal emissionsfreie Alternative.
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Optik: ID.Buzz möchte nah am Ur-Bulli sein

Volkswagen hat 2017 mit seiner ID. Buzz Studie gezeigt, wie der elektrische Bulli der Zukunft aussehen soll. Das Design orientiert sich dabei stark an der ersten Generation des Busses, dem T1. Sein charakteristisches Frontschild mit dem V-förmigen Einzug ist hier eines der auffälligsten Designelemente und wird auch bei der Neuauflage thematisiert. Auch die ikonische Zweifarb-Lackierung darf die Bus-Studie tragen. Erlkönig-Bildern zufolge orientiert sich das Serienmodell erstaunlich nah am Concept-Car. Die Überhänge sind kurz, die Fensterflächen groß und auch am Heck ist trotz Tarnfolie die Designsprache das Messe-Busses zu erkennen. Die Mission ist klar: Der neue Elektro-Bus soll optisch möglichst nah am Kult-Bus der ersten Generation bleiben.
VW I.D. Buzz
Die Überhänge der Studie sind kurz, die angedeuteten Lufteinlässe an der D-Säule erinnern an T2 und T3.

Innenraum: Cockpit von ID.3 und ID.4 wahrscheinlich

Das Cockpit soll sich mit Bezug auf bereits gesichtete Erlkönige stark an ID.3 und ID.4 orientieren. Auch der Elektro-Bus soll ein kleines Digitalcockpit direkt am Lenkstock erhalten. Das Fahrzeug selbst wird über den Zentralmonitor gesteuert. Tasten gibt es so gut wie keine mehr, der Bulli würde demnach wie seine Elektro-Geschwister beinahe ausschließlich per Touch gesteuert werden. Völlig offen ist dagegen, wie der für einen VW-Bulli so wichtige Fond gestaltet sein wird. Bereits der neue T7 Multivan verfolgt zum Generationswechsel eine neue Innenraum-Philosophie und kommt künftig ohne umlegbare Rücksitzbank. Einzelsitze und eine verschiebbare Mittelkonsole sind hier das neue Raumkonzept, diesem Ansatz könnte auch die Serienversion des ID.Buzz nachgehen.
VW ID.3
Das Cockpit wird sich wohl am ID.3 (Bild) orientieren. Eine Mittelkonsole soll es aber in dieser Form nicht geben.

Name und Versionen: VW könnte den Bus auch Samba nennen

Ob der erste vollelektrische Bulli wirklich ID.Buzz heißen wird, ist noch unklar. Zwar würde der Name die Nomenklatur der Elektromodelle bei Volkswagen fortführen, allerdings tragen die Geschwistermodelle bislang immer Zahlen im Namen. Zudem kursieren Gerüchte, die den historischen Namen "Samba" wieder ins Spiel bringen. Demnach könnte die Serienversion des ID.Buzz auf den berühmten Namen des legendären T1 mit bis zu 23 Fenstern hören, für den mittlerweile weit über 100.000 Euro auf dem Oldtimermarkt verlangt werden. Klarheit wird es wohl hierüber erst kurz vor der Premiere geben.
VW ID.Buzz autonom
Bis 2025 soll der ID.Buzz auch autonom unterwegs sein können. VW-Tochter MOIA könnte den Bus nutzen.

Auch wenn der Name noch unklar ist, so gibt es bei den Versionen schon mehr Gewissheit. Erst kürzlich hat VW eine Zeichnung der vollautonomen ID.Buzz-Version gezeigt, die ab 2025 ihren Dienst antreten soll. Neben dem Fensterbus mit Platz für mehrere Personen ist aber auch eine kommerzielle Version geplant, die dann im hinteren Teil ohne Fenster auskommt. Zwar werden Multivan und Transporter weiterhin mit Verbrennungsmotoren angeboten, für Unternehmen die vornehmlich in der Stadt unterwegs sind, soll die Cargo-Version des ID.Buzz aber eine vollelektrische Alternative mit mehr Fokus auf die Optik darstellen.

Technik: ID.Buzz flexibel skalierbar dank MEB

VW MEB
Durch einen längeren Radstand passen in den Bulli mehr Akkus. Der MEB ist hier flexibel.

Mit dem ID.Buzz stellt VW auch sein bislang größtes Modell auf den neuen Elektrobaukasten (MEB). Die Bodengruppe, die auch VW ID.3, Skoda Enyaq und Audi Q4 e-tron als Unterbau dient, erhält damit Platz für zusätzliche Akkus im Unterboden. Da VW seine Stromspeicher in einem Rahmen zwischen den Achsen anordnet, bedeutet ein verlängerter Radstand eben auch mehr mögliche Akkuzellen. Wie alle Modelle auf dem MEB wird auch der E-Bulli mit 400 Volt betrieben werden und nutzt ein Schnellladegerät, das maximal 125 kW Ladeleistung bringt. 
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In den bisherigen Modellen sind circa 550 km Reichweite möglich, wie das bei der Serienversion es ID.Buzz aussieht, wird sich zeigen. In der Basisversion könnte der ID.Buzz nur mit Hinterradantrieb ausgestattet sein, eine Gemeinsamkeit mit dem Urahnen T1, der ebenfalls auf Heckmotor und Hinterradantrieb setzte. Optional ist Allrad denkbar, was aufgrund des modularen Aufbaus der Plattform keine großen Hürden stellen dürfte. Die Leistung der E-Maschinen ist dabei reine Spekulation, das stärkste MEB-Modell leistet allerdings als Allrad bis zu 306 PS. Noch 2021 könnte Volkswagen den elektrischen Bus vorstellen.