Schon seit 2014 ist die aktuelle Generation des VW Passat auf dem Markt. Dem regulären Zyklus nach wäre es langsam Zeit für ein neues Modell. Der intern B9 genannte Nachfolger kommt wohl nur noch als Kombi namens Variant, dürfte aber noch bis 2024 auf sich warten lassen. Ein Grund für den Verzug ist ein geänderter Werksplan. Sein bisheriges Werk in Emden muss der Passat verlassen, weil dort das Elektro-SUV ID.4 und die Serienversion des Elektro-Kombis ID Space Vizzion gebaut werden.

Passat könnte fünf Zentimeter wachsen

Nach etwas Hin und Her findet der Passat eine neue Heimat im slowakischen Bratislava. Dort wird er gemeinsam mit dem nächsten Skoda Superb entwickelt, die Aufgaben werden zwischen den Tschechen und VW aufgeteilt. Beim Innenraum konnte sich Skoda durchsetzen. Ein erster virtueller Blick von AUTO BILD ins Interieur offenbart eine hochwertige, puristische Struktur, wie sie im Konzern bisher nur der elektrische Skoda Enyaq zeigt (hier geht's zur Sitzprobe). Außerdem dürfte der Passat den Radstand des Superb übernehmen und somit um fünf Zentimeter auf gut 4,85 Meter Länge wachsen. Mit den Extra-Zentimetern würde die Familien-Rangordnung wieder zurechtgerückt, der ebenfalls gewachsene Golf Variant ist dem Passat zuletzt arg nahegekommen. Aber vor allem die Fond-Passagiere und der Kofferraum würden profitieren.

Passat Variant wahrscheinlich mit schrägerem Heck

VW Passat B9 Variant R-Line Plug-in-Hybrid
Ein schrägeres Heck würde zwar Stauraum kosten, dank mehr Radstand wäre das aber verkraftbar.

Möglicherweise ist der Platzzuwachs im Gepäckabteil aber gar nicht so groß. Denn die Designer könnten beim Heck auf eine Shooting-Brake-Anmutung setzen. Wohl nicht ganz so radikal wie beim Arteon, der wahrscheinlich noch einige Jahre parallel zum Passat laufen wird, aber deutlich schräger als beim aktuellen Modell könnte das Ergebnis aussehen. Trotzdem wird der Kofferraum wahrscheinlich über 1800 Liter fassen, aktuell sind es 1780 Liter. Das Design der Front dürfte sich hingegen am Golf 8 orientieren, wie es auch die AUTO BILD-Illustration zeigt.

Diese Motoren wären im Passat B9 denkbar

Auch der neue Passat nutzt die MQB-Plattform, antriebsseitig sind deshalb keine allzu großen Überraschungen zu erwarten. Denkbar wären zwei mit doppeltem SCR-System gereinigte Zweiliter-Diesel mit rund 150 und 200 PS, dazu klassische Benziner (voraussichtlich rund 150 und 220 PS) und Plug-in-Hybride. Letztere könnten ebenfalls in zwei Leistungsstufen vorfahren. Das Topmodell kommt wohl auf rund 250 PS, der schwächere Antrieb knackt wahrscheinlich die 200-PS-Marke. Wichtiger als die Power ist beim Plug-in die Reichweite: Mit einem 20-kWh-Akku könnten 100 Kilometern drin sein. Und VW dürfte bei der Ladetechnik nachlegen: Statt 3,6 kW wären 11 kW möglich – damit wäre der Akku nach rund zwei Stunden wieder voll.

Basispreis des Passat Variant dürfte steigen

Als sicher gilt, dass der Passat teurer wird. Aktuell startet der Passat Variant bei 31.040 Euro (zum Angebot: Ersparnis bei carwow.de bis zu 7701 Euro), der Nachfolger wird mit ordentlicher Basisausstattung wohl über 35.000 Euro kosten.

Von

Michael Gebhardt