Die meisten Passat starten ihre Karriere als Untersatz für Außendienstler. Dieses bewegte Leben bleibt nicht ohne Folgen. Besonders die Bremsscheiben leiden aufgrund der hohen Jahresfahrleistung und verschleißen überdurchschnittlich schnell. Bereits bei der ersten Hauptuntersuchung gibt es hier schon Probleme. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

VW Passat (Typ 3G)

Bauzeit: 2014 bis heute
Motoren: 120 PS (1.6 TDI) bis 280 PS (2.0 TSI)
Preis: ab 11.900 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2014): 5 Sterne
VW Passat Variant 2.0 TDI
Der Kombianteil unter den Passat-Modellen liegt bei etwa 95 Prozent.
 
Das ist er: Im Prinzip ein Golf VII, wie dieser auf dem modularen Querbaukasten aufbauend, nur eben größer. Acht Zentimeter mehr Radstand als der Vorgänger, deshalb innen deutlich mehr Platz, gleichzeitig fallen die Proportionen aufgrund der kürzeren Überhänge stimmiger aus. Gestrichen wurde der 3,6 Liter große VR6. Der 2.0 TSI mit 280 PS liefert beinahe die gleichen Fahrleistungen bei messbar geringerem Durst. Die Diesel erfüllen stets die Euro-6-Norm und haben mit bis zu 240 PS richtig Dampf. Seit Ende 2015 ist der GTE im Handel (Limousine und Variant) – mit einem 218 PS starken Plug-in-Hybridantrieb.

Das kann er: Die Diesel der Motorenbaureihe EA288 laufen kräftig, ruhig und sparsam, sind frei von Schummelsoftware. Der Allradantrieb 4Motion ist nur im stärksten Diesel und Benziner serienmäßig. Wer in anspruchsvolleres Gelände möchte, setzt auf die Offroad-Version Alltrack mit Bergan- und -abfahrhilfe.

Das macht Ärger: Die Elektronik mit ausgefallenen Navis, Kameras und Assistenzsystemen. Diesel wurden im ersten Leben häufig als Dienstwagen-Dauerläufer geschrubbt, Jahreslaufleistungen von bis zu 100.000 km sind normal. Probleme mit der Steuerkette sind endlich passé, die Motoren haben Zahnriemen.

VW Passat (Typ 3C)

Bauzeit: 20O5 bis 2014
Motoren: 105 PS (1.6 TDI) bis 300 PS (3.6 V6)
Preis: ab 1800 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest 2005): 5 Sterne
VW Passat Variant 1.8 TSI
Ab 1800 Euro gibt es bereits gebrauchte Exemplare des bis 2014 gebauten VW Passat.
Das ist er: Dank Quermotor deutlich geräumiger. 2010 großes Facelift, von VW als Neuentwicklung proklamiert. Doch Technik und Motoren sind zu großen Teilen identisch. Meistverkauftes Modell: der Variant 2.0 TDI mit 140 PS. Der Kombi kann über 1700 Liter wegstecken. Seitenairbags hinten kosteten bis zuletzt extra.

Das kann er: Gute Sitze und gekonnt abgestimmte Federung machen ihn zum Preis-Leistungs-Sieger im Komfort. Bis auf den VR6 sind seit 2010 alle Motoren aufgeladen. Problematisch: Die jüngeren Diesel sind als Schummelmotoren der Baureihe EA189 bekannt. Im Jahr 2011 kam der Alltrack: Mit Allrad und Geländefahrprogramm ist er brauchbarer als manches SUV.

Das macht Ärger:
Das DSG-Getriebe ruckelt oft, einige Diesel leiden unter Kühlmittelverlust, meist verursacht durch die Kühlmittelzusatzpumpe oder undichte Kühler der Abgasrückführung. Die verkokt oft, wenn viel Kurzstrecke gefahren wird. Der Austausch kostet etwa 400 Euro. Weiterhin bekannt: festsitzende elektrische Parkbremsen, verschlissene Sitzbezüge sowie defekte Kofferraum- und Zündschlösser. Vor allem den Variant plagt Kantenrost an der Heckklappe.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Der aktuelle Passat erreicht in allen Disziplinen traumhaft geringe Mängelquoten. Bei seinem Vorgänger ist das Gegenteil der Fall, Radaufhängungen und Federn werden erheblich öfter beanstandet als üblich; die Antriebswellen heben in manchen Jahren ebenfalls den Schnitt. Lob gibt es hingegen für die Lenkung.
Licht
Die jüngeren Modelle empfehlen sich als leuchtende Beispiele, der Vorgänger bleibt meist ab dem neunten Jahr hinten zu oft dunkel; auch die Blinker geben dann häufig auf, die Scheinwerfer zwei Jahre später.
Bremsen
Mangelnde Bremswirkung ist für den Passat kaum ein Thema, Fuß- und Feststellbremse halten großen Abstand zu den durchschnittlichen Mängelquoten. Auch Bremsschläuche und -leitungen sind von der besonders haltbaren Sorte. Für die Bremsscheiben gilt dies jedoch nur eingeschränkt, die hohe Jahresfahrleistung schlägt sich hier im Verschleiß nieder.

Umwelt

Die Abgasanlage ist hier das geringste Problem, mehr Sorgen bereitet Ölverlust, der schon bei der ersten HU auftreten kann. Die Abgasuntersuchung stellt dagegen vor allem für den 3C ein Problem dar. (Mehr zum VW Passat: alle Generationen, News und Videos)
Fazit
Die Zahl der mängelfreien Fahrzeuge liegt meist unter dem Durchschnitt, die derjenigen mit erheblichen Mängeln meist darüber. Das nur auf die ebenfalls weit überdurchschnittlichen Jahresfahrleistungen zu schieben, greift zu kurz: Deutliche Verbesserungen zwischen den beiden Generationen sind bereits im Fahrwerkskapitel erkennbar.