Der VW Polo bekommt ein Facelift: Knapp vier Jahre nach Vorstellung der sechsten Generation des beliebten Kleinwagens schärfen die Wolfsburger nach. Der Polo nähert sich technisch und optisch näher an den großen Bruder Golf an und wirkt nach der Überarbeitung erwachsener.
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Im September 2021 soll das Facelift beim Händler stehen, der Preis wird nur etwas anziehen. Unter 16.000 Euro soll der Polo weiterhin kosten. Konkrete Zahlen nennt VW noch nicht. (Unterhalt berechnen? Zum KFZ-Versicherungsvergleich!) AUTO BILD hat alle Infos zum Facelift des VW Polo!

Optik: VW Polo Facelift mit durchgängigem Leuchtenband und zweigeteilten Rückleuchten

Starten wir unseren Rundgang klassisch beim neuen Gesicht des VW Polo. An der Front zeigt sich Volkswagen spendabel und verpasst dem Kleinwagen in Zukunft bereits in der Basis LED-Scheinwerfer und ein neues Tagfahrlicht. Optional gibt es Matrix-LED-Leuchten und ein durchgezogenes Leuchtenband an der Front. Die Schürzen wurden an Front und Heck neu gestaltet und frischen das Design auf.
VW Polo R-Line
Neues Tagfahrlicht und ein durchgezogenes Leuchtenband: Der Polo wirkt nach dem Facelift erwachsener.
Insgesamt sieben neue Felgentypen bieten die Wolfsburger zum Facelift an, zwei davon sollen besonders aerodynamisch gestaltet sein (zum AUTO BILD-Sommerreifentest). Die neuen, zweigeteilten Rückleuchten kommen immer mit LED-Technik zum Kunden, Aufpreis ist hier also kein Thema mehr. Die Heckleuchten erhalten die mittlerweile typische Flip-Flop-Leuchtgrafik, bei der sich ein Teil des Rücklichts beim Bremsen ins Bremslicht verwandelt.

Innenraum: Digitalcockpit im VW Polo künftig immer Serie

Innen werten die Wolfsburger das auf, was nach vier Jahren Bauzeit etwas aus der Mode gefallen ist. Die analogen Rundinstrumente verschwinden und werden konsequent gegen ein Digitalcockpit getauscht (8 Zoll Basis, 10 Zoll optional).
VW Polo R-Line
Innen wurde vor allem an Komfort-Features geschraubt. Das Grundlayout ändert sich nicht.
Das Lenkrad ist in Zukunft in jeder Ausstattungsvariante mit Tasten besetzt und stammt aus der Einstiegsversion des Golf. Auch eine mechanische Klimaanlage und elektrische Spiegel sind ab dem Facelift in jedem Polo zu finden. Bei der Klimaautomatik verschwinden die Knöpfe, der Polo erhält hier eine Touch-Bedieneinheit. Beim Infotainment wandert optional der 9,2-Zoll-Touchscreen aus Arteon und Tiguan in den Kleinwagen, dank MIB3-Infotainment beherrscht der Polo Apple Carplay und Android Auto gegen Aufpreis auch kabellos. Das Raumgefühl entspricht dem des Vorgängers, die Verarbeitung macht im ersten Test einen vernünftigen Eindruck. Die Flächen im Innenraum sind teilweise aufgeschäumt, der Polo ist also keine reine Hartplastik-Wüste.
VW Polo Style
Im September geht's für den neuen Polo los. Der Preis soll relativ stabil bleiben.

Ausstattungslinien: VW setzt beim Polo auf Extra-Pakete

Zum Facelift haben die Wolfsburger die Ausstattungslinien des Polo neu sortiert und angepasst. Künftig wird etwas mehr auf Pakete gesetzt und weniger auf Einzeloptionen, die im Konfigurator für Verwirrung sorgen könnten. Neben der Basisausstattung gibt es die Linien "Life", "Style" und die "R-Line". Alle Ausstattungen im Überblick:
 
Polo: das Basismodell
● LED-Scheinwerfer
● LED-Rückleuchten
● Multifunktionslenkrad
● Lane Assist
● Center Airbag
● 8-Zoll-Digitalcockpit
● 6,5-Zoll-"Composition Media" mit Bluetooth
● beheizbare und elektrisch verstellbare Außenspiegel
 
Life: die mittlere Ausstattung
Zusätzlich zur Basis "Polo"
● Alufelgen in 15 Zoll
● App-Connect (Apple Carplay und Android Auto)
● zusätzliche USB-C-Schnittstelle im Fond
● Lederlenkrad und Schaltknauf
Style: die gediegene Topausstattung
● Matrix-LED-Scheinwerfer "IQ.Light"
● LED-Nebelscheinwerfer
● Einparkhilfe vorne und hinten
● 10,25-Zoll-Digitalcockpit
● Ambientelicht
● 8-Zoll-Infotainment "Ready2Discover"
● App-Connect Wireless
 
R-Line: Die sportliche Topausstattung
Wie "Style", nur mit eigenen Schürzen
● 16-Zoll-Felgen
● "R-Line"-spezifische Sitzbezüge

Assistenten und Sicherheit: Jeder Polo bekommt zum Facelift einen Center-Airbag

Wie es sich für ein Facelift gehört, verpasst Volkswagen dem Polo auch neue Assistenten und weitere Sicherheitsfeatures. Dazu zählt unter anderem der serienmäßige Center-Airbag: Er befindet sich im Fahrersitz und bläst sich im Falle eines Unfalls zwischen den beiden Vordersitzen auf. Auch ein Notbremsassistent ist bereits beim Basis-Polo mit inbegriffen. Der Abstandstempomat ergibt in Zukunft zusammen mit dem Spurassistenten den optionalen "Travel Assist". Das System lässt sich mit einem Knopfdruck am Lenkrad scharf stellen und verhilft dem Polo zum teilautonomen Fahren nach Level 2. Der Fahrer muss die Hände zwar am Lenkrad behalten, der Polo fährt dann aber weitestgehend von selbst.
VW Polo R-Line
Neues Lenkrad, digitale Anzeigen und ein größerer Touchscreen – das macht das Facelift aus.
Neu für den Polo ist außerdem das prädiktive ACC: Die Erweiterung des Tempomats orientiert sich an lokalen Geschwindigkeitshinweisen, Ortseinfahrten, Kreuzungen oder Kreisverkehren und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Vorausgesetzt werden hier allerdings DSG und Navigation, da auch GPS-Daten abgerufen werden müssen.

Connectivity: 9,2-Zoll-Display für den VW Polo

Grundlegend kommen im Polo zwei unterschiedliche Infotainment-Versionen zum Einsatz. Während die Einstiegsversionen des Infotainments noch mit dem alten MIB2 (Modularer Infotainment Baukasten) auskommen müssen, setzt VW bei den höheren Versionen den mittlerweile standesgemäßen MIB3 ein. Er erlaubt Funktionen wie Apple Carplay und Android Auto auch drahtlos und macht die Anbindung des Telefons dadurch bequemer. Das Topsystem "Discover Pro Media" wird im Zuge der Modellpflege mit einem größeren Touchscreen ausgerüstet.
VW Polo R-Line
Bereits in der Basis sind die Anzeigen digital, Apple Carplay gibt es optional auch kabellos.
Künftig wird das System über einen 9,2 Zoll-Touchscreen bedient, der bereits im Golf 7 zum Einsatz kam und aktuell unter anderem im Tiguan und am Arteon zu finden ist. Drehregler entfallen beim neuen Bildschirm und werden am Rand durch Touchflächen ersetzt. Das macht die Optik zwar eleganter, der Bedienung tut das neue Konzept aber keinen Gefallen.

Motoren: Keine Diesel mehr im VW Polo, dafür weiterhin eine Erdgasvariante

Bei den Motoren stutzt VW das Angebot etwas zusammen. Einen Polo mit Dieselmotor wird es nicht mehr geben, der 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS fliegt ebenfalls aus dem Programm. Den Einstieg bildet weiterhin der 1.0-MPI-Saugmotor mit 80 PS, darüber rangieren die 1.0-TSI-Modelle mit 95 und 110 PS. Dort bleibt es bei handgeschalteten Fünfganggetrieben; wer mehr Gänge möchte, der muss zum optionalen Siebengang-DSG für die Turbomotoren greifen. Oder zum Erdgasantrieb: Der 1.0-TGI-Motor bleibt im Programm, leistet wie bisher 90 PS und gibt seine Kraft über eine Sechsgang-Handschaltung an die Räder ab. Topmodell bleibt der Polo GTI mit 207 PS. Die bisher bekannten Motoren im Überblick:
● VW Polo 1.0 MPI: Leistung: 80 PS; Drehmoment 93 Nm; Getriebe: 5-Gang-Handschaltung
● VW Polo 1.0 TSI: Leistung: 95 PS; Drehmoment: 175 Nm; Getriebe: 5-Gang-Handschaltung, optional 7-Gang-DSG
● VW Polo 1.0 TSI: Leistung: 110 PS; Drehmoment: 200 Nm; Getriebe: 7-Gang-DSG                          
● VW Polo 1.0 TGI: Leistung: 90 PS; Drehmoment: 160 Nm; Getriebe: 6-Gang-Handschaltung