Die zweite Generation des VW Tiguan zeigt sich sehr solide. Auch der Tiguan I hat kaum Schwächen, sieht für sein Fahrwerk aber viel zu oft die Rote Karte. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!
Hinweis
VW Tiguan mit Garantie im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt

VW Tiguan (2. Generation)

Bauzeit: seit 2016
Motoren: 115 PS (2.0 TDI) bis 240 PS (2.0 TDI)
Preis: ab 16.000 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2016): 5 Sterne
VW Tiguan 1.4 TSI
Der Tiguan II kam 2016 auf den Markt – mit mehr Platz im Innen- und im Kofferraum.
Das ist er: Acht Zentimeter mehr Radstand und sechs Zentimeter länger: Das bringt noch mehr Platz im Innen- und Kofferraum als beim Vorgänger. Wem das nicht reicht, greift zum 20 Zentimeter längeren Tiguan Allspace. Sonst hielt VW am erfolgreichen Konzept des Tiguan I fest. Inklusive bis zu 2500 Kilo Anhängelast (Klassenprimus) und wahlweise lieferbarer Frontschürze mit fürs Gelände verbessertem Böschungswinkel. Im Herbst 2020 kam ein Facelift mit neuer Optik und modernem Infotainment.
Das kann er: Sehr komfortabel rollen; angetrieben ausschließlich von Vierzylinder-Turbomotoren, als Benziner oder Diesel mit bis zu 240 PS, wahlweise mit Vorder- oder Allradantrieb und Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Auffällig unauffällig lautete das Urteil für einen Tiguan 2.0 TSI im AUTO BILD Dauertest – Note: 1-.
Das macht Ärger: Frühe Modelle leiden ab und zu unter Software-Updates nach dem VW-Dieselskandal. Folge: erhöhter Verbrauch oder weniger Durchzugskraft. Die gern genommene DSG-Automatik quittiert verschleppte Wartung (wichtig: sauberes Öl) mit mehr Ruckeln beim Anfahren und Rangieren. Rückrufe etwa wegen schadhafter Anhängevorrichtungen und sich lösender Dachkantenspoiler.

VW Tiguan (1. Generation)

Bauzeit: 2007 bis 2016
Motoren: 110 PS (2.0 TDI) bis 210 PS (TSI)
Preis: ab 5.000 Euro
Insassensicherheit (Euro-NCAP-Crashtest 2007): 5 Sterne
VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion BMT
Im Juli 2011 bekam der Tiguan I ein Facelift, mit optischen Retuschen, neuen Motoren und der zusätzlichen Ausstattungsvariante "Track & Style".
Das ist er: Seinen Namen verdankt der Tiguaneine Mischung aus Tiger und Leguaneiner AUTO BILD-Leserumfrage. Zunächst drei Ausstattungslinien: "Trend & Fun", "Sport & Style" sowie "Track & Field" für leichtes Gelände. Letztere bietet vorn einen größeren Böschungswinkel, stößt sich also nicht so schnell die Nase. Für die Sicherheit sorgen sechs Airbags und ESP.
Das kann er: Einfachen Zugang bieten, was ihn besonders bei älteren Semestern beliebt macht. Richtig komfortabel wird es mit dem adaptiven DCC-Fahrwerk. Aber auch konventionell gedämpft federt der VW gut, liegt betont ruhig auf der Straße. Unter der Haube: die üblichen, recht sparsamen TDI- und TSI-Triebwerke. Das Facelift (Juli 2011) brachte optische Retuschen, neue Motoren und eine vierte Ausstattungsvariante ("Track & Style").
Hinweis
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Das macht Ärger: Der ADAC meldet defekte Ladedruckregelungen. Zündschlösser hakeln. Übergesprungene oder gerissene Steuerketten sorgen für Motorschäden (1.4 TSI). Bei jüngeren TDI jault der Keilriemen (Umbausatz erhältlich), Klimakondensatoren gehen durch Steinschlag kaputt. Rückruf: Update des Airbagsteuergeräts (2019).

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Makellos: der Tiguan II. Sein Vorgänger liegt allerdings voll im roten Bereich. Die Achsaufhängungen werden bis zu sieben Mal häufiger bemängelt als im Schnitt, auch Federbrüche kommen oft vor. Dafür sind Lenkung und Lenkgelenke, Antriebswellen sowie Rostresistenz hervorragend.
Licht
Der Tiguan leuchtet zuverlässig. In fast allen Kategorien liegt der VW-SUV unter dem Mängeldurchschnitt. Lediglich beim dritten TÜV-Termin kann es vorkommen, dass die Blinker des Tiguan der ersten Generation beanstandet werden.
Bremsen
Mängel an der Funktion der Fuß- und Feststellbremse können die Prüfer so gut wie nicht feststellen. Noch besser sind die Bremsleitungen und -schläuche: Sie spielen komplett in der Null-Fehler-Liga. Jedoch geben Riefen, Rostansätze und Verschleiß an den Bremsscheiben in allen Jahrgängen viel zu oft Grund zur Beanstandung.
Umwelt
Ölverlust tritt beim Tiguan vergleichsweise selten auf. Die Abgasuntersuchung ist meist kein Problem, nur beim dritten TÜV-Besuch liegen die Mängel leicht über dem Schnitt. Und die Auspuffanlagen glänzen mit vorbildlicher Haltbarkeit.

Fazit

Wie schön wäre es mit dem Tiguan I bei der HU ohne die Defekte an Fahrwerk und Bremsscheiben. Die schlechte Haltbarkeit der Achsaufhängungen führt dazu, dass die Zahl der Exemplare mit erheblichen Mängeln teilweise deutlich über dem Durchschnitt liegt. Diese Schwäche hat VW beim Nachfolger offensichtlich behoben, bleiben nur noch die Bremsscheiben.

Von

Adele Moser