Porsche Cayenne? BMW X5? Audi Q7? Die rufen Neider auf den Plan. Mit einem VW Touareg der zweiten Generation fährt man genauso gut, kann sich aber überall sehen lassen. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!

VW Touareg II

Bauzeit: 2010 bis 2018
Motoren: 204 PS (V6 TDI) bis 340 PS (V8 TDI)
Preis: ab 8000 Euro
Insassensicherheit (Euro NCAP-Crashtest): nicht getestet
VW Touareg
Im Oktober 2014 kam der überarbeitete Touareg auf den Markt.
Das ist er: Schlanker geworden und um 200 Kilo leichter gegenüber der ersten Generation. Steifer obendrein, und 3500 Kilo Anhängelast sind auch weiterhin kein Problem. Der Allradantrieb heißt bei VW 4Motion und ist obligatorisch an Bord. Wer ins Gelände fährt, freut sich über Terrain Tech mit Geländeuntersetzung und mechanischer Differenzialsperre. Typisch VW: Aufpreis für Knie- und hintere Seitenairbags. Zusätzliches Geld nahm VW auch für die Luftfederung für mehr Bodenfreiheit.
Hinweis
VW Touareg im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt  
Das kann er: Viel ziehen, komfortabel gleiten – ein Wohnzimmer für die Langstrecke. Das Interieur des Touareg wirkt zwar nicht mehr ganz so edel wie im Vorgänger, ist aber klasse verarbeitet. Mit seinem Sänften-Fahrwerk federt er effektiv. Der V8-Diesel und der Hybrid wurden 2015 eingestellt. Ein trinkfester 3,6-Liter-V6-Sauger mit 280 PS (in engwinkliger VR-Bauweise) hielt zunächst die Benzinfahne hoch, ab Modelljahr 2016 gibt’s nur noch einen 3,0-Liter-V6-TDI mit 204 oder 262 PS. In der Lichttechnik setzt der Wolfsburger Maßstäbe: Bi-Xenon gehört zur Serienausstattung, sein intelligentes Fernlicht (Aufpreis) erkennt andere Verkehrsteilnehmer und dunkelt in deren Umkreis ab.
Das macht Ärger: Rückrufe wegen des Abgasskandals, undichter Spritleitungen am Benziner-V6 und eines sich lösenden Sicherungsstifts im Pedalbereich. Ärger machen mit zunehmendem Alter die feinen und teuren Extras wie das intelligente Fernlicht, die Schließanlage mit Keyless-Go und vor allem die Luftfederung – weniger wegen undichter Luftbälge als vielmehr aufgrund defekter Kompressoren und verwirrter Höhensensoren. Ein Thema sind auch gelängte Steuerketten und defekte Kettenspanner am Antrieb der Nockenwellen des Dreiliter-V6-Turbodiesels – eine so aufwendige wie teure Reparatur.

TÜV-Urteil

Fahrwerk
Wo sich die meisten anderen SUVs die Blöße geben, schlägt die Stunde des Touareg: Seine Radaufhängungen und auch Federn sowie Dämpfer und Spurstangen geben nur in Ausnahmefällen Anlass zur Beanstandung. Der schwächere Bereich des Fahrwerks: das Lenkgetriebe.
Licht
Mängel an den Scheinwerfern treten ab der dritten HU vermehrt auf. Dagegen fallen die Blinker und die Rückleuchten nur äußerst selten bei einer Hauptunter­suchung negativ auf. (Mehr zum VW Touareg: alle Generationen, News und Videos)
Bremsen
Über dem Durchschnitt liegen die Bean­standungen der Funktion der Fußbremse bei den ersten beiden HU. Dafür gibt es sehr selten Ärger mit schlecht wirkenden oder schief ziehenden Feststellbremsen. Die Bremsleitungen glänzen mit wenig Mängeln, auch die Bremsscheiben halten durch.
Umwelt
Achtung, es kleckert! Ab dem siebten Jahr klettert die Ölverlustquote auf mehr als das Doppelte des Durchschnitts und bleibt dort. Die AU stellt kaum einen Touareg vor eine Hürde, die Auspuffanlagen auch nicht.

Fazit

Die Hauptuntersuchung schafft diese zwei­te Touareg-­Generation meist mit besserer Quote als der Durchschnitt. Gerade die Älteren erweisen sich als erstaunlich män­gelresistent. Wenn da nicht ein großes Ärgernis wäre: der Ölverlust. Der fällt den Prüfern schon bei der ersten Hauptunter­suchung auf. Und mit zunehmenden Jahren wird es immer schlimmer.