Die Wahrheit liegt auf dem Platz, wie wir wissen. Also dort, wo sich Ronaldo und Müller, Schweini und Messi begegnen. Davon sind die kleinen Jungs des SC 04 Schwabach natür­lich noch weit entfernt. Doch die großen Jungs von Bayern, Real und Inter haben auf ähnlichen Plätzen angefangen. Auch unsere drei Kleinwagen sind (noch) keine gro­ßen Stars, sondern Nachwuchs. Ernst nehmen sollte man sie trotz­dem – sie besitzen viel sportliches Talent und wollen es schon heute mit jedem automobilen Star der GTI-Klasse aufnehmen. Dazu kommt, dass die Gagen für diese Nachwuchsspieler noch recht bo­denständig sind. Von welchen Talenten wir reden? Vom Clemens 208 GTi, MS Design Abarth 500 und Wolf Fiesta ST.
Clemens 208 GTi
Den Rückstand auf den Wolf am Sachsenring fängt sich der Clemens mit starkem Untersteuern ein.
Der rote 208 ist der jüngste Spross im Kader der sportlichen Kleinen. Ab Werk hat der Franzose schon 200 PS und ausgewogen sportliche Tugenden zu bieten. Nicht genug für Clemens Motorsport. Der Name ist Programm, engagiert man sich doch seit Jahren im Langstrecken­pokal auf der Nürburgring-Nord­schleife. Dem 1,6-Liter-Turbomotor verhilft der Tuner mit neu aufge­spielter Elektronik, größerem La­deluftkühler, Ladedruckventil und Sportluftfilter zu 237 Pferden. Einen Anteil an der Mehrleistung dürfte auch die üppig dimensionierte und akustisch überaus präsente Sportauspuffanlage haben.

Wolf Fiesta ohne dicke Spoiler

MS-Design 500 Abarth Cup Sport
Trotz nicht deaktivierbarer Regelelektronik macht
der MS Design Abarth viel Spaß.
Der nächste Spielerjunge ist ei­gentlich ein Österreicher, startet aber für Deutschland. Der Grund: MS Design ist ein Tuner aus dem Alpenland, der Abarth 500 ein Auto seiner deutschen Niederlassung. Der weiße Italiener hört auf den Na­men "Cup Sport". Passend dazu ge­staltet sich das Tuning. Üppige Kot­flügelverbreiterungen, Schweller, Heckflügel und ein Interieur samt entfernter Rückbank und Überroll­bügel für den Rennstreckenbesuch. Für die Performance verbaut man ein Gewindefahrwerk sowie die größere Bremsanlage des Abarth Grande Punto esse esse. Und wie steht es um die Kondition des Spie­lers? In der Basis ist der Abarth mit seinem 1,4-Liter-Turbo und 135 PS der schwachbrüstigste ab Werk.
Wolf Racing Fiesta ST
Mit seinen 1:45,45 Minuten zählt der Wolf-ST zu den schnellsten Kleinwagen am Sachsenring.
Der quirlige Deutsche Wolf Fiesta ST kostet komplett veredelt 26.122 Euro. Und ist dabei nicht viel weniger gedopt. Seine 48 zusätzlichen PS holt sich Walter Wolf mittels veränderter
Motorelektronik und einer eigens abgestimmten Sportauspuffanla­ge. Äußerlich gibt sich der ST eher dezent. Keine dicken Spoiler, dafür große 18-Zöller, H&R-Fahrwerk und eine Wolf’sche Kriegsbemalung. Die Spieler machen sich warm, es geht jetzt um die Sprint- und Verzö­gerungswerte. Nominell liegen alle eng beieinander, von 215 bis 237 PS, 1125 bis 1192 Kilogramm. Das wird spannend.

Fazit

Diese drei Nachwuchstalente sind spielstark. Sie können links wie rechts und haben ein ordentliches Sprintvermögen. Für den Wechsel in eine höhere Liga empfehlen wir den Wolf Fiesta ST. Schneller als die Serie geradeaus, Schnellster auf der Renn­strecke. Und die Gage hält sich in Grenzen. Für den Aufstieg müssen Clemens und MS Design noch trainie­ren. Dem 208 fehlt noch Feinschliff in Sachen Fahrwerk, Sound und Elektronik. Der 500er zeigt ordentliche Leistungen auf dem Platz, verlangt aber zu viel Geld.