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WTCR: Tarquini erster Meister

56-Jähriger erster Weltcup-Sieger

Mit 56 Jahren hat sich Gabriele Tarquini zum ersten Tourenwagen-Weltcup-Sieger der Geschichte gekürt. Der Italiener kriegt einfach nicht genug vom Rennfahren.
Er fuhr schon gegen Ayrton Senna und Michael Schumacher Formel 1. Er löste 2009 Juan Manuel Fangio als ältesten FIA-Weltmeister ab, als er 47-jährig mit Seat Tourenwagen-Champion wurde. Fangio war 1957 bei seinem fünften und letzten Formel-1-Titel 46 Jahre alt. Aber all das verblasst im Vergleich zu 2018! „Das war meine beste Saison, die ich je hatte“, erklärt der 56-Jährige nach dem vielleicht größten Triumph seiner Karriere.
Denn der Tourenwagen-Weltcup vereint die besten Fahrer, die der internationale Tourenwagensport zu bieten hat. Selbst DTM-Star René Rast fuhr als Gaststarter am Nürburgring mit. 46 Fahrer waren dabei, mit sieben verschiedenen Marken. 
Diese Boliden kommen in der WTCR zum Einsatz: 

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Das Titelduell war ein Duell zwischen echten Tourenwagen-Haudegen. Tarquini kämpfte keinen geringeren nieder als Yvan Muller, selbst schon 49 Jahre alt und Tourenwagen-Rekordweltmeister. Und eigentlich längst im Ruhestand. Doch die Sponsoren seines eigenen Rennstalls Yvan Muller Racing wollten, dass der Franzose selbst wieder ans Steuer greift. Also kehrte er zurück – um unter anderem gegen Neffe Yann Erlacher zu kämpfen. „Kein Problem – ich fuhr ja auch schon in der Formel 3 gegen seine Mutter, meine Schwester Cathy“, grinst Muller. 

Tarquini ist der erste Tourenwagen-Weltcup-Sieger

Tarquini und Muller fuhren mit dem rund 330 PS starken Hyundai i30 N – das war einer ihrer Vorteile. Drei der Top-4-Piloten steuerten einen Hyundai, 13 von 30 Rennsiegen entschied die südkoreanische Marke für sich.
Und keiner kennt Hyundai so gut wie Tarquini. 2017 fuhr er kaum Rennen, sondern testete den Hyundai auf Herz und Nieren. „Mit diesem Auto wollen sie zeigen, dass sie kein Billighersteller sind“, weiß Tarquini. Dieser Titel gegen Peugeot, Audi, Honda, Cupra, VW und Alfa Romeo ist der Beleg dafür.
Tarquini selbst hat schon allerhand erlebt. In der Formel 1 fuhr er zwischen 1987 und 1995 38 Grands Prix für Hinterbänklerteams wie Osella, Coloni, AGS, Fondmetal und Tyrrell. Bei 40 weiteren konnte er sich nicht qualifizieren – kein Fahrer scheiterte so oft an der Qualifikation wie er. Tarquini: „Aber in dieser Zeit habe ich viel gelernt. Denn das war eine harte Schule. Damals waren teilweise mehr als 30 Autos bei jedem Grand Prix dabei und wir mussten sogar in ein Vorqualifying – ein Quali fürs Quali. Wenn wir da zu langsam waren, war das Wochenende schon am Freitag zu Ende und uns wurden sogar die Fahrerlagertickets weggenommen.“
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Mehr als 20 Jahre später ist er immer noch in der internationalen Rennszene unterwegs. Und ans Aufhören denkt er gar nicht. Tarquini erinnert sich: „Als ich 2009 den WM-Titel gewonnen habe, habe ich ans Aufhören gedacht. Was sollte da noch Besseres kommen? Aber warum sollte ich Aufhören? Mir macht das Rennfahren einfach Spaß.“
Und der Titelgewinn zeigt, dass er nach wie vor schnell genug ist. „Im Qualifying“, gibt der Italiener zu, „fehlt mir inzwischen etwas Speed. Aber im Rennen bin ich noch voll dabei.“
Voll dabei ist er auch 2019 wieder. Wieder in der WTCR. Wieder mit Hyundai. Wieder als einer der Titelkandidaten.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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