Familie mit Benzin im Blut<br>

DAS KÜS TEAM75 BERNHARD

Familienbetrieb auf Erfolgskurs

Das KÜS Team75 Bernhard steigt 2022 mit Partner URSAPHARM und der Augentropfen-Marke HYLO in die DTM ein. Wir stellen die Mannschaft des ehemaligen Le Mans-Siegers vor.

Die Zutaten für ein Erfolgsrezept im Motorsport sind vielfältig. Bei einem Rennstall wie dem KÜS Team75 Bernhard ist Leidenschaft eine wichtige Eigenschaft, außerdem ein enger Zusammenhalt, viel Erfahrung, Hingabe und Können. Timo Bernhards (41) Vater Rüdiger hatte das Team 2010 gegründet, in erster Linie für die damaligen Rallye-Aktivitäten seines Sohnes. Inzwischen ist der Rennstall aus der deutschen Motorsport-Szene nicht mehr wegzudenken und ein fester Bestandteil im GT-Sport. Seit 2022 tritt das Team des ehemaligen Le Mans-Siegers mit einem Porsche 911 GT3 in der DTM an.

Was mit dem Erfolg eines Rennstalls ebenfalls untrennbar verbunden ist, ist ein starker Partner. In schwierigen und herausfordernden Zeiten wie in der Corona-Krise und angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen noch mehr als sonst. Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen URSAPHARM, der Schriftzug dessen Augentropfenmarke HYLO klebt auf dem Auto, ist für Bernhard nicht nur deshalb eine ganz besondere. Sie existiert bereits seit 2006, damals noch als persönliches Sponsoring für ihn selbst. „Seitdem hat sich eine Partnerschaft gebildet, die ihresgleichen sucht“, sagt Bernhard. „Eine wirkliche Bilderbuch-Partnerschaft, die sich durch alle Höhen und Tiefen bewährt hat.“

Höhen gab es einige, Bernhard gewann als Fahrer seitdem unter anderem fünf Mal das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (2006, 2007, 2008, 2009 und 2011), zwei Mal den Langstreckenklassiker in Le Mans (2010 und 2017) und wurde zudem 2015 und 2017 Langstrecken-Weltmeister. Ende 2019 beendete er seine aktive Karriere und konzentriert sich seitdem als Teamchef auf seinen Rennstall.

Denn die Mannschaft aus dem saarpfälzischen Landstuhl ist ein Familienbetrieb, bei dem Timo Bernhard immer mehr in die Rolle des Teamchefs reinwächst, seine Schwester unterstützt ihn als Teammanagerin. Und die Eltern? „Sind weiterhin wichtige Impulsgeber und liefern tolle, wertvolle Arbeit. Sie haben mit ihrer Leidenschaft für den Motorsport und ihrem Einsatz den Startschuss für den Betrieb gelegt“, sagt Bernhard.

Weitere Informationen zu den Produkten von URSAPHARM und den Augentropfen der Hylo-Serie finden Sie hier!
Mehr Infos

Seit 2006 schon unterstützt der Arzneimittelproduzent URSAPHARM Timo Bernhard als Fahrer. 2012 fanden auch das Team75 Bernhard - die 75 steht für das Jahr, in dem Rüdiger Bernhard mit Motorsport begann – und das Unternehmen zusammen. Zu dem Zeitpunkt hatte die Mannschaft bereits Siege in der deutschen Rallye-Szene eingefahren. Das Team wächst seit 2010 stetig, fußt auf den Säulen Profiteam, Kundensport und Nachwuchs. 2016 folgte der Einstieg in das ADAC GT Masters, 2022 wiederum der Ausstieg, um sich auf die DTM zu konzentrieren. „Die DTM ist die Top-Serie in Deutschland und auch international sehr anerkannt mit einer großen Historie und sehr starkem Wettbewerb. Dem wollen wir uns jetzt stellen“, so Bernhard.

Den Einstieg ermöglicht das GT3-Reglement, zu dem die DTM seit 2021 gewechselt ist. Bernhard setzt seit jeher auf Porsche und in der DTM auf den 911 GT3 R, in den inzwischen für den Rennstall traditionellen Farben. „Rot ist die Lieblingsfarbe meines Vaters, Blau ist mein Favorit“, erklärt er. Daneben fährt das Team auch in der Nachwuchsserie DTM Trophy, dazu im Kundensport im Porsche-Sportscup. Bernhard: „Wir alle verstehen uns als echte Racer, die den Rennsport voller Überzeugung leben und lieben.“

Und auch die Zusammenarbeit mit URSAPHARM wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. „In diesem Jahr und dem Einstieg in die DTM sind wir mit dem URSAPHARM-Produkt HYLO – den besten Augentropfen, die es gibt – auf dem Auto vertreten“, berichtet Bernhard, der auch auf den regionalen Bezug setzt. Das Unternehmen sitzt in Saarbrücken und kommt damit wie er aus dem Saarland. Bernhard: „Die Menschen bei URSAPHARM stehen hinter dem Sport in der Region. Diese Zusammenarbeit macht mich sehr stolz und ich bin sehr froh, dass wir seit so vielen Jahren diese Win-win-Situation haben und wünsche mir, dass wir diese einzigartige Partnerschaft noch viele Jahre fortführen können.“

Kontinuität herrscht beim Team75 Bernhard nicht nur beim Sponsoring, sondern auch beim Team selbst. „Beim Personal legen wir Wert auf Leistungsfähigkeit und Kontinuität“, erklärt der Saar-Pfälzer. Bedeutet: Der Kern der Truppe ist unverändert, auch Porsche-Werksfahrer Thomas Preining bleibt an Bord, der Österreicher wurde 2021 im GT Masters 13. „Das Team zeichnet der Teamgeist aus, der Spirit. Da macht Timo als Teamchef einen super Job“, sagt Preining. „Alle ziehen an einem Strang.“ Das soll sich nun auch bei der neuen Herausforderung DTM auszahlen. 

DTM-Teamchef Timo Bernhard im URSAPHARM-Interview

„Die DTM ist als Serie ein absolutes Highlight“

EXKLUSIVINTERVIEW MIT DTM-STAR THOMAS PREINING

„Die DTM ist als Serie ein absolutes Highlight“

Thomas Preining absolviert mit dem Team75 Bernard seine erste DTM-Saison. Der Österreicher über Teamspirit, zwei und vier Räder sowie Sponsoren wie URSAPHARM im Motorsport 

Thomas Preining, Ihr Vater war erfolgreich im Motorradsport. Warum hat es Sie ins Auto gezogen?
Thomas Preining (23): Ich hatte als Kind sogar ein Mini-Bike. Aber das hat mich nie interessiert, was ich im Nachhinein nicht wirklich verstehe. Aber ein Kart hat mir mehr zugesagt. Und wie es so ist: Am Anfang war es Spaß, dann wird es ernst, und jetzt ist es 15 Jahre später mein Beruf. Das ist eine coole Reise, auch wenn es mir auf zwei Rädern bestimmt auch Spaß gemacht hätte.

Ihr Vater hatte aber kein Problem damit, dass Ihnen vier Räder mehr zugesagt haben?
Nein, er hat mich immer unterstützt. Er hat auch nie versucht, etwas zu erzwingen. Er war der Grundbaustein, der wichtigste Teil meiner Karriere. Ich wäre ohne ihn nie auf das Level gekommen, auf dem ich jetzt bin. Wir sprechen heute immer noch über alles, er ist aber jetzt vor allem Fan.

Inzwischen fahren Sie in der DTM. Wie gefällt Ihnen die Rennserie?
Die DTM ist als Serie ein absolutes Highlight. Sie war in den letzten Jahren immer ein Wunschziel von mir, und weil Porsche jetzt eingestiegen ist, hat es super gepasst. Ich finde es sehr cool, dass wir dabei sind.

Sie haben sich in den vergangenen Jahren Ihr Auto oft mit einem Teamkollegen geteilt. Wie groß ist die Umstellung für Sie, alleine im Auto zu sitzen?
Mir macht es Spaß. Das ist zwar eine Umstellung, aber eine im positiven Sinne, weil ich beim Set-up keine Kompromisse mehr eingehen muss. Probleme habe ich eher damit, dass wir kein zweites Auto haben, weil mir dadurch Vergleiche und Referenzen fehlen.

Ist das fehlende zweite Auto Ihre größte Herausforderung in der DTM?
Genau. Fahrerisch ist das Level zudem wahnsinnig hoch. Es sind 29 Autos am Start, und über 20 Fahrer sind wirklich Weltklasse. Das ist für mich als Fahrer schon eine andere Hausnummer. Die Ellenbogen werden anders ausgefahren. Das sind im Grunde alles Werksfahrer. Es wird nicht materialschonend gefahren, und es geht richtig zur Sache.

Ihr Teamchef Timo Bernhard meinte, Sie seien sehr präzise beim Set-up. Wie wichtig ist diese Fähigkeit, und worauf kommt es dabei an?
Das ist sozusagen die wichtigste Fähigkeit in der DTM. Denn die Ingenieure bekommen nur von einem Fahrer Feedback, weshalb es viel wichtiger ist, präzise zu sein, akribisch und hart zu arbeiten. Bei nur zwei kurzen, freien Trainings ist es umso wichtiger, das Feedback auf den Punkt zu bringen, detailliert und genau zu beschreiben, wie man das Auto verbessern kann. Vor allem dann, wenn es mal schlecht läuft. Denn diese Arbeit kann einen Unterschied machen.

Was zeichnet das Team Bernhard aus?
Das Team zeichnet der Teamgeist aus, der Spirit. Da macht Timo als Teamchef einen super Job. Weil so viele Leute involviert sind, ist es sicherlich nicht einfach, nicht nur mental, sondern auch vom Zusammenhalt her, eine Einstellung zu schaffen, dass alle an einem Strang ziehen. Das macht er extrem gut.

Und wie tickt Timo Bernhard als Teamchef?
Der Timo kann alles. Wenn es gut läuft, freut er sich mehr als alle anderen. Wenn es schlecht läuft, ärgert er sich extrem. Es wird aber alles sachlich analysiert, und er ist verständnisvoll, weil er die Fehler auch selbst schon gemacht hat. Er bringt jede Menge Erfahrung mit, um alle möglichen Situationen richtig einschätzen zu können. Und er weiß immer genau, was im Fahrer vorgeht.

Timo Bernhard sagte, dass Sie zu den besten Fahrern im DTM-Feld zählen. Setzt Sie das unter Druck oder spornt Sie das an?
Das ist ein Kompliment. Und so sehe ich das auch: Man muss daran glauben, dass man gut genug ist. Denn wenn man im Kopf nicht stark genug ist und nicht ein gewisses Selbstvertrauen mitbringt, ist man in so einer Profi-Rennserie nicht gut aufgehoben.

Wie gehen Sie generell mit Erwartungsdruck oder auch mit Rückschlägen um?
Den größten Druck macht man sich sowieso immer selbst. Bereits im Kart hatte ich schon mal eine schlechte Saison und habe natürlich auch nicht jedes Rennen gewonnen. Deshalb habe ich früh gelernt, mit Rückschlägen umzugehen, sie relativ schnell abzuhaken, weiterzuarbeiten und es nächstes Mal besser zu machen. 

Sie sind 23 Jahre alt. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf Ihrer Karriere?
Sehr zufrieden. Es gibt immer Verbesserungspotenzial, und ich werde mein Potenzial in Zukunft hoffentlich noch ausschöpfen. Aber von den Karriereschritten her ist alles richtig gelaufen für die Möglichkeiten, die ich hatte.

Welche mittel- und langfristigen Ziele haben Sie?
In dieser DTM-Saison wollen wir mit Porsche ein paar Podiumsplätze einfahren. Mittel- und langfristig will ich in der DTM aber auch im Langstreckenbereich erfolgreich sein. Da gibt es noch viel zu erreichen.

Welche Tipps würden Sie anderen Nachwuchsfahrern geben, die noch am Anfang Ihrer Karriere stehen?
Zuhören. Es gibt immer einen Teamchef, einen Coach oder einen Vater, der dir etwas mit auf den Weg geben will. Es kann sein, dass man es in dem Moment nicht hören will, weil man glaubt, dass es Blödsinn ist. Aber in 90 Prozent der Fälle haben sie recht, denn sie wollen nur das Beste. Mit dieser Einstellung kann man sich schnell verbessern.

Wie wichtig sind Sponsoren auf dem Weg nach oben?
Extrem wichtig. Ohne Sponsoren oder Unterstützer geht im Motorsport überhaupt nichts. Selbst im Profisport nicht. Ich hatte zu Beginn meiner Karriere schon Sponsoren, sonst wäre ich niemals dort hingekommen, wo ich jetzt bin. Treue Sponsoren zu finden, ist allerdings sehr schwer.

Weitere Informationen zu den Produkten von URSAPHARM und den Augentropfen der Hylo-Serie finden Sie hier!
Mehr Infos
Der Porsche 911 GT3 R

TECHNIK UNTER DER LUPE

Der Porsche 911 GT3 R

Das KÜS Team75 Bernhard tritt 2022 mit einem Porsche 911 GT3 R in der DTM an. Der Rennwagen im Detail.

Thomas Preining gerät sofort ins Schwärmen. Denn für den 23-Jährigen ist es keine Frage: Der Porsche 911 GT3 R des Team75 Bernhard ist der beste Rennwagen, den er bislang gefahren ist. Was alleine schon an der Marke liegt. „Das ist das Besondere, die Porsche-Silhouette, der Mythos der Marke. Das ist etwas sehr Eigenes. So cool, wie ein Porsche auf der Straße ist, ist er als Rennauto auch“, sagt der Österreicher, der 2022 mit dem 911 GT3 R in der DTM an den Start geht.

Die GT3-Autos der Traditions-Rennserie haben die Straßenmodelle der jeweiligen Hersteller als Basis, so auch der Porsche 911 GT3 R. Die Rennversion des 911 GT3 RS schafft dank des wassergekühlten Vierliter-Sechszylinder-Boxermotors mit Direkteinspritzung ohne Restriktoren über 404 kW (550 PS). Übertragen wird die Kraft des Heckmotors auf die Hinterräder durch das sequenzielle Porsche 6-Gang-Klauengetriebe.

Wie bei den GT-Straßenmodellen betätigt der Fahrer zum Schalten der Gänge Wippen am Lenkrad. Da die Kupplung elektrohydraulisch gesteuert wird, entfällt das Kupplungspedal, was wiederum die Starts vereinfacht. Eine 911-typische Gewichtsverteilung soll zudem für das passende Traktions- und Bremsverhalten sorgen.

Die zwei größten Unterschiede zum Straßenauto sind das Gewicht und die Aerodynamik. So wiegt die GT3-Version rund 1300 Kilogramm, die straßenzugelassene Version etwa 1500 Kilogramm. Die Aerodynamik ist voll und ganz auf Motorsport getrimmt, ein hochgezüchtetes Rennauto also. „Man kann in den Kurven unfassbar schnell fahren, der Sound ist auch beeindruckend und ganz anders als in einem Straßenauto, obwohl der auch gut klingt. Aber man hört mehr, es ist lauter, man spürt die Leidenschaft noch ein bisschen mehr“, sagt Preining.

Doch Performance hin oder her: Die Sicherheit des Fahrers steht beim Porsche 911 GT3 R durch beidseitige Sicherheitsnetze im Cockpit, einen eingeschweißten Überrollkäfig, eine abnehmbare Rettungsluke im Dach sowie abnehmbare Türen und Polycarbonat-Türscheiben an erster Stelle.

Was auf den ersten Blick überrascht: Auch der Porsche 911 GT3 R verfügt über die Fahrhilfen Traktionskontrolle und Anti-Blockier-System (ABS). „Im Rennauto sind sie noch etwas ausgereifter und performanceorientierter. Man kann beides modifizieren, und damit sind sie Tools, um die bestmögliche Performance herauszuholen, indem man sie an die jeweilige Situation auf der Strecke anpasst“, erklärt Preining. Ja, sogar eine Klimaanlage ist an Bord, mit direkter Anbindung an Sitz und Fahrerhelm – natürlich hat man auch dabei an die Performance gedacht.

Apropos Performance: Durch die verschiedenen Konzepte der in der DTM neben Porsche startenden Marken wie Audi, Mercedes, BMW, Ferrari und Lamborghini kommt die sogenannte „Balance of Performance“ zum Einsatz. Damit soll die Leistung der Autos durch Eingriffe bei Gewicht oder Restriktoren so gut es geht angeglichen werden, um einen ausgeglichenen Wettbewerb zu ermöglichen. Dass die „BoP“ oft zu Diskussionen führt, versteht sich damit fast von selbst, denn nicht immer treffen die Einstellungen das richtige Maß. Doch „das Instrument ist das wichtigste, um auf einem Niveau fahren zu können. Die BoP ist nicht mehr wegzudenken“, so Preining.

Ganz ohne BoP hat der Porsche 911 GT3 R seine Stärken auf der Rennstrecke in den langsamen und mittelschnellen Kurven, „denn durch den kurzen Radstand können wir das Auto schnell drehen, Spitzkehren schmecken dem 911 besonders gut. Diese Vorteile versuchen wir natürlich immer auszuspielen“, sagt Preining.

Die größte Schwäche weist der 911 vom Anfang bis zur Mitte der Geraden auf, wo ihm Drehmoment fehlt. „Wenn wir zwei Liter mehr Hubraum hätten, dann wären wir auf den Geraden schnell“, so der Österreicher, der aber auch weiß, dass die Stärke des Autos in den engen Kurven durch das zusätzliche Gewicht dann wiederum beschnitten würde. Deshalb ist der 911 GT3 R gut so, wie er ist. Denn er ist ein Porsche. Ein Mythos, der Rennfahrer zum Schwärmen bringt.

Deutschlands beliebteste Rennserie 

DIE DTM 

Deutschlands beliebteste Rennserie 

Das DTM ist Deutschlands beliebteste Rennserie. 2022 ist ihr Starterfeld so stark wie lange nicht.

Die DTM hat sich als eine der ältesten und beliebtesten Rennsport-Serien Deutschlands im Laufe ihrer mehr als 30-jährigen Historie immer wieder neu erfunden. Grundstein war ein Regelwerk für kostengünstige, seriennahe Tourenwagen Anfang der 80er Jahre. 1984 fand das erste Rennen in Zolder (Belgien) statt, damals noch unter dem Titel „Deutsche Produktionswagen Meisterschaft“. 

In den darauffolgenden Jahren stieg das Interesse der Fans an der DTM kontinuierlich an. Allerdings wurde die Meisterschaft auch immer teurer, nachdem sich das Konzept hin zu einer Werksmeisterschaft zwischen den Herstellern Audi, Alfa Romeo, BMW, Mercedes-Benz, Ford und Opel gewandelt hatte. Aufgrund der Kostenexplosion wurde die DTM 1996 durch die ITC (International Touring Car Championship) ersetzt. Das Konzept einer nationalen Rennserie war gescheitert. Kurzzeitig zumindest.

Denn nach ein paar Jahren Pause kehrte die DTM im Jahr 2000 unter dem Namen Deutsche Tourenwagen-Masters zurück. Mit neuen, spektakulären Autos, niedrigeren Kosten und zusätzlichen Rennen im Ausland. Ab 2012 dominierten drei Hersteller die Serie: Audi, BMW und Mercedes. Doch erneut musste sich die DTM einer Umstrukturierung stellen. 

Nach den Ausstiegen von Mercedes (Ende 2018) und Audi (Ende 2020) legte der neue DTM-Boss Gerhard Berger ein spektakuläres Konzept vor: Seit 2021 fährt die DTM mit GT3-Fahrzeugen. Das ebnete den Weg für eine zusätzliche Markenvielfalt. Mit Rennwagen von Ferrari, Lamborghini, Mercedes, BMW, Audi und Porsche präsentiert sich die Serie so vielfältig und international wie nie zuvor. 

Mehr noch: 2022 stellt sie das größte Starterfeld seit mehr als zwanzig Jahren. Mindestens 30 Fahrer (inkl. Gaststarter) aus 15 Nationen pilotieren Sportwagen von sechs Marken. Mit drei Porsche 911, acht Mercedes-AMG, sechs Audi R8, sechs Lamborghini Huracán, vier BMW M4 und zwei Ferrari 488 kämpfen 29 Traumautos um den 36. Titel in der traditionsreichen Tourenwagenserie.

Am Steuer: die Top-Stars der Szene. Der 22er-Jahrgang vereint nicht weniger als 16 internationale Titel und 38 Siege bei Langstrecken-Klassikern auf sich. 

Mit allein drei DTM-Titeln im Gepäck meldet sich Réne Rast zurück in der Serie, der er von 2017 bis 2020 seinen Stempel aufgedrückt hat. Und der deutsche Abt-Audi-Pilot hat Respekt: „Viele Fans haben bestimmt meine Erfolge im Kopf und denken sich: Ein vierter Titel wird ja wohl drin sein“, räumt er ein. „Aber ich bin realistisch genug zu wissen, dass die GT3-Spezialisten einen riesigen Erfahrungsvorsprung haben. Ich muss mich also langmachen.“ 

DTM- und gleichzeitig GT3-Spezialist ist der amtierende Champion Maximilian Götz (36). Der Unterfranke fährt bei Winward Racing jetzt neben Gerhard Bergers Neffe Lucas Auer (27) und David Schumacher (20). „Den DTM-Titel zu erringen, war unglaublich schwer“, sagt Götz, „ihn zu verteidigen, wird zweifellos noch schwieriger.“

Auf diesen Neuzugang kann die DTM besonders stolz sein: Nach einem Gaststart 2021 gibt Porsche sein Vollzeit-Debüt in der DTM. Das Team SSR Performance bringt zwei Porsche an den Start, einen weiteren Rennwagen aus Zuffenhausen setzt Le-Mans-Sieger und Sportwagenweltmeister Timo Bernhard ein. 

Und noch ein großer Name ist zurück in der DTM: Niki Thiim (33) pilotiert einen Lamborghini Huracán des Dresdner Teams T3 Motorsport. „Ich bin mit der DTM aufgewachsen“, freut sich der Däne, dessen Vater Kurt Thiim 1986 Meister wurde. Nach mehr als 20 Jahren und einigen Umwegen (u. a. über Le Mans) hat er sein Ziel nun erreicht: „Ich bin stolz, als erster Sohn eines DTM-Meisters an den Start gehen zu können.“ 

Weitere Informationen zu den Produkten von URSAPHARM und den Augentropfen der Hylo-Serie finden Sie hier!
Mehr Infos