Bei Opel sagt man, dass richtig gute Autos entstehen, wenn man die Opelaner nur machen lässt. Kein Wunder also, dass Rüsselsheim schon vor dreißig Jahren ein voll alltagstaugliches Elektroauto auf die Räder gestellt hat. Der Wagen heißt Opel Kadett Impuls I und gehört zur Baureihe E des Astra-Vorläufers. Schon 1990 wollte Opel wissen, wie gut sich die damalige E-Technik im Alltag schlagen würde.Ein 100-Volt-Gleichstrommotor treibt die Vorderräder des Kadett Impuls I an. Seine maximale Leistung gibt Opel mit 22 PS an. Das wirkt aus heutiger Perspektive eher mickrig – vor allem, wenn man sie mit den mindestens 82 PS des Enkels vergleicht, dem Opel Corsa-e. Doch für das anvisierte Forschungsziel reichte die Leistung 1990 aus.

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Opel Kadett Impuls I  Baujahr 1990
Der E-Motor des Kadett leistet 22 PS. Opel gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 100 km/h an.

Die Leistungsdaten wirken heute mickrig

Der E-Kadett spurtet in rund zehn Sekunden aus dem Stand auf 50 km/h und schafft maximal Tempo 100. Laut Opel erklimmt der Impuls I ohne Probleme Steigungen von bis zu 25 Prozent, und beim Abbremsen gewinnt er bereits Teile der frei gewordenen kinetischen Energie zurück. Seine Power holt sich der E-Opel aus Nickel-Cadmium-Batterien mit einer Speicherkapazität von 14,3 kWh. Sie wiegen insgesamt 310 Kilogramm und sind zugunsten einer besseren Gewichtsverteilung zum Teil im Motorraum und zum Teil unter dem Kofferraum untergebracht.
Opel Kadett Impuls I  Baujahr 1990
Opel hat den Impuls I so ausgelegt, dass er beinahe so praktisch ist wie ein Verbrenner-Kadett.

Fast so praktisch wie die Verbrenner-Version

Ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts lag darauf, dem Fahrzeug so viel Alltagstauglichkeit mitzugeben wie möglich. Daher sieht der Opel nicht nur aus wie ein normaler Kadett E und hat die gleiche Anzahl an Sitzplätzen. Er verfügt mit 350 Kilogramm Nutzlast und 330 Litern Kofferraumvolumen auch über eine beinahe identische Praktikabilität. Zum Vergleich: Der Kadett mit Verbrenner kommt auf 490 Kilogramm Nutzlast und 390 Liter Kofferraumvolumen.
Opel Kadett Impuls I  Baujahr 1990
Auf der Landstraße wirkt der Impuls I eher fehl am Platz – er war speziell für die Stadt abgestimmt.

Mittel gegen Umweltbelastung in Ballungsräumen

Die maximale Reichweite des Elektro-Kadett liegt bei 80 Kilometern. Danach muss er für fünf Stunden an die Steckdose, um seine Batterien wieder voll aufzuladen. Laut Opel war er vor allem für den Stadtverkehr abgestimmt – der Kadett Impuls I sollte Erkenntnisse darüber liefern, wie gut ein Elektroauto für Fahrten durch größere Städte geeignet war. Demnach war er als Beitrag zur bereits vor 30 Jahren geführten Diskussion hinsichtlich lokal emissionsfreier Mobilität in Ballungsräumen gedacht. Zumindest mit diesem Exemplar hat das Ganze offenbar funktioniert: Auf dem Tacho stehen mehr als 12.000 Kilometer Laufleistung.Opel entwickelte den Kadett Impuls I in Zusammenarbeit mit dem Energiekonzern RWE und dem Batteriehersteller SAFT. Mit SAFT arbeitet Opel heute wieder zusammen. Die beiden Firmen planen eine gemeinsame Herstellung von Batterien für E-Autos.