Droht Gefahr bei wenig Restprofil?

VORSICHT BEI NÄSSE

Droht Gefahr bei wenig Restprofil?

Mit wenig Restprofil bremsen die meisten Reifen deutlich schlechter als im Neuzustand. Besonders bei Nässe häufen sich die Risiken. Doch es gibt Ausnahmen, die überzeugen.

Das Thema ist anspruchsvoll: Eine von Michelin durchgeführte Studie1 zeigt beeindruckend, wie mit fortschreitender Laufleistung der Reifen der Bremsweg auf nasser Fahrbahn erheblich steigt. Deutlich später kommt das Auto zum Stehen - mitunter zu spät, was dramatische Folgen haben kann. Im Durchschnitt, so Statistiken, sind Autos heute mit Reifen unterwegs, die lediglich noch halb so viel Profil aufweisen wie im Neuzustand. Unbestritten ist dabei, dass sich im Laufe des Reifenlebens eine Eigenschaft ausnahmslos verschlechtert: das Bremsverhalten auf nasser Straße.

Diesen wichtigen Sicherheitsaspekt, der bis heute überraschend wenig Aufmerksamkeit erhält, hat Michelin allerdings seit Jahren im Blick. Zwar durchläuft jeder Reifen vor seiner ersten Zulassung eine Reihe gesetzlich vorgegebener Zertifizierungen, zudem werden sie von Herstellern ebenso wie von Verbraucherorganisationen und unabhängigen Instituten regelmäßig bis ins Detail geprüft, doch bei diesen Untersuchungen ist eines jedoch seit jeher gleich: Sie werden ausschließlich mit fabrikneuen Reifen durchgeführt.

Viele Käufer berufen sich bei ihrer Entscheidung auf diese Ergebnisse. Dabei erfahren sie nicht, wie sich die praktischen Eigenschaften von Reifen im Laufe der Nutzungsdauer verändern – und in Bezug auf Nassbremswege teilweise erheblich verschlechtern.

MICHELIN setzt sich europaweit für Tests mit gebrauchten Reifen ein – immerhin dürfen laut Gesetz Reifen bis zu einer Profiltiefe von 1,6 Millimeter3 gefahren werden. Doch ein Maß wie dieses sagt nichts darüber aus, wie sich ein Reifen mit derart wenig Restprofil verhält: MICHELIN fordert daher neue Zulassungsverfahren für Neureifen in Europa. Sie sollen Mindestanforderungen an die Leistung gefahrener Reifen stellen.

Dann würde sich der Fokus verschieben. Bis heute konzentriert sich mancher Reifenhersteller auf die maximale Leistung seiner Produkte im Neuzustand. Welche Nassbremswerte sie im Laufe ihrer Einsatzzeit mit weniger Profil erzielen, findet bei der Entwicklung oft kaum Beachtung. Michelin hat sich diesem Thema bewusst verschrieben – und forscht nachhaltig mit konkretem Blick auf maximale Sicherheit auch am Ende eines Reifenlebens.

So funktioniert ein Reifen auf nasser Straße

Sicherheit bis zum letzten Kilometer

6000 FORSCHER UND ENTWICKLER

Sicherheit bis zum letzten Kilometer

Neue Reifen können viel. Doch damit sie auch im Alter noch Höchstleistungen bringen, braucht es viel Know-how.

Keine Frage: Im Neuzustand überzeugen viele Reifen mit guten bis sehr guten Testwerten. Doch mit jedem Kilometer können sich deren Eigenschaften ändern, nicht nur beim Bremsen auf Nässe. Überraschend ist dabei für Laien, dass sich viele wichtige Leistungen häufig sogar verbessern.

Dazu zählt der Rollwiderstand: Er nimmt im Laufe eines Reifenlebens kontinuierlich ab. Kurz vor der Verschleißgrenze von 1,6 Millimeter Profiltiefe liegt er, verglichen mit einem Neureifen, bei etwa 80 Prozent. Weil der Reifen leichter rollt, reduziert sich der Kraftstoffverbrauch um etwa vier Prozent. Zugleich haftet er besser, womit sich auch der Bremsweg verkürzt – allerdings nur auf trockener Straße. Immerhin zu gut zwei Dritteln der Zeit sind das die in Europa vorherrschenden Verhältnisse4. Als nass gelten Straßen mit einem durchgehenden Wasserfilm von einem Millimeter Höhe. Das klingt nach wenig. Jedoch bedarf es zur Erreichung dieser Wasserhöhe auf der Straße heftiger, anhaltender Regengüsse, wie sie meist nur im Sommer vorkommen und damit auch äußerst selten sind: In Deutschland herrschen nur zu weniger als einem Prozent der Zeit derartige Bedingungen.5

Daher ist es sinnvoll, die volle Lebensdauer eines Reifens zu nutzen und nicht vorzeitig zu wechseln. Zudem lassen sich erhebliche Mengen an Ressourcen sparen – nicht nur Rohstoffe, aus denen der Reifen hergestellt wird, sondern auch Energie. Allein wegen verfrüht durchgeführter Reifenwechsel, so zeigt die EY Studie von Mai 2017 für Europa, werden pro Jahr rund 6,6 Millionen Tonnen CO2 durch den höheren Rollwiderstand unnötig freigesetzt.6

MICHELIN setzt daher bei vielen seiner Produkte auf seine nachhaltige Long Lasting Performance Strategie. Denn Reifen sollen, dazu hat sich der Hersteller verpflichtet, auch dann noch Sicherheit bieten, wenn sie die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter7 erreicht haben.

Das sind die drei Geheimnisse eines guten Reifens

Der Aufwand, einen Top-Reifen zu fertigen, ist gewaltig: Rund 6000 Mitarbeiter forschen und entwickeln bei MICHELIN seit vielen Jahren neue Reifen. Über 600 Millionen Euro fließen jedes Jahr in neue Technologien und optimierte Gummimischungen. Im Mittelpunkt der technischen Herausforderung steht dabei stets die Bremsleistung von gefahrenen Reifen auf Nässe.

Es ist keineswegs die Profiltiefe alleine, die für Nassbremswege entscheidend ist. Verantwortlich ist der gesamte Reifenaufbau. Für Reifenhersteller gibt es drei große Faktoren, mit denen er die Sicherheit und Leistung eines Reifens über die gesamte Lebensdauer gestalten kann.

Materialien

Die Gummimischung entsteht aus bis zu 200 Komponenten in einem hochkomplexen Prozess. Sie stellt optimale Eigenschaften unter allen äußeren Bedingungen sicher.

Profil

Das Design besteht aus einem aufwendigen System mit speziell geformten Blöcken und Lamellen. Die Rillen zwischen den Blöcken führen Wasser gezielt ab, während unzählige feine Lamellenkanten den Wasserfilm durchschneiden und so einen direkten Kontakt des Gummis zur Straße sicherstellen.

Aufstandsfläche

Auf nasser Straße ist sie von größter Bedeutung. Die Form der Führungskante dieser Fläche beeinflusst die Ableitung des Wassers. Runde oder schräge Kanten erleichtern diesen Vorgang. Der Unterbau des Reifens, die Karkasse, sorgt dafür, dass Druck und Last gleichmäßig auf die Aufstandsfläche verteilt werden. Nur dann fährt sich der Reifen symmetrisch ab.

Mit seinem Know-how entwickelt Michelin technologische Innovationen, um Reifen mit maximaler Dauerleistung zu entwickeln. Dazu zählt auch modernster Formenbau, der 3-D-Metalldruck nutzt. Dieses Verfahren setzt Michelin nicht mehr allein für den Prototypen- und Modellbau ein, sondern fertigt so bereits standardisiert Reifenkochformen für die Produktion. Das ermöglicht filigrane Profilformen, die mit herkömmlichen Verfahren der Metallumformung nicht darstellbar sind.

Mit Hilfe dieser Technologie konnte Michelin ein Profildesign mit Rillen in die Serie umsetzen, die sich nach unten hin verbreitern. Dazu kommen tropfenförmig ausgebildete Lamellen. Auch sie verbreitern sich und reichen bis auf den Profilgrund. Dank dieser Merkmale bringt das Profil auf trockener wie auf nasser Straße über die gesamte Lebensdauer des Reifens Höchstleistungen.

Läuft sicher bis zum letzten Kilometer

DER MICHELIN PRIMACY 4

Läuft sicher bis zum letzten Kilometer

Mit dem Primacy 4 zeigt MICHELIN eindrucksvoll, was ein exzellenter Reifen der neuesten Generation leistet.

Drei Jahre währte die Entwicklung, bevor MICHELIN mit dem Primacy 4 eine rundum neue Generation von Sommerreifen an den Start bringen konnte. Er ist maximal sicher – und das über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg. Selbst bei Mindestprofiltiefe bleiben seine Eigenschaften exzellent – auch auf nasser Straße.

Den Primacy 4 zeichnet eine Gummimischung der neuesten Generation aus. Die Lauffläche haben die MICHELIN-Ingenieure auf maximale Haftung ausgelegt, und die rechtwinkligen, sich kaum verjüngenden Rillen verbessern die Wasserableitung des Profils nahe der Nutzungsgrenze. Wann diese erreicht ist, kann der Fahrer beim Primacy 4 nicht nur an der üblichen Verschleißanzeige an der Reifenschulter ablesen, sondern auch an einem zusätzlichen Indikator am Grund der Profilrillen. Schnell und einfach informieren ihn diese beide Anzeigen, wann er den Reifen zu tauschen hat.

Über seinen gesamten Lebenszyklus sichert der Primacy 4 nicht nur hohe Sicherheitsreserven, sondern auch eine hohe Wirtschaftlichkeit. Ein gutes Beispiel dafür ist sein beeindruckend niedriger Rollwiderstand.

MICHELIN sorgt dafür, dass die Eigenschaften des Primacy 4 auf einem enorm breiten Spektrum an Fahrzeugen nutzbar sind: Inzwischen gibt es den Reifen in 114 verschiedenen Dimensionen, die Durchmesser reichen von 15 bis 19 Zoll.

Sicher rund ums Jahr

DER MICHELIN CROSS CLIMATE SUV

Sicher rund ums Jahr

Für Reifen, die in jeder Saison überzeugen, finden sich auch unter SUV-Fahrern immer mehr Fans. Das war ein klares Signal für Michelin, das Angebot deutlich auszubauen.

So entsteht der MICHELIN CrossClimate

SUV bestimmen den Trend auf deutschen Straßen. Der Anteil dieser Modelle mit ihrem Offroad-Charakter wächst weiter, ihre Vielfalt ebenso. Immer mehr Käufer wechseln inzwischen von normalen Pkw nach oben – in Richtung SUV. Meist besitzen sie einen Frontantrieb, denn in der Praxis führen nur die wenigsten Fahrten über unbefestigte Pisten. Asphalt bleibt das Hauptterrain der SUV.

Echtes Offroad-Können wird demnach kaum gefordert, weder vom Fahrzeug, noch vom Reifen. Viele SUV-Fahrer träumen von etwas anderem: Sie wünschen sich einen Reifen, der besten Fahrkomfort und höchste Sicherheit auf Asphalt bietet, dennoch bei einem plötzlichen Wintereinbruch kompromisslos souverän bleibt. Einen Reifen also, der in jeder Saison überzeugt und so nicht nur den lästigen Reifenwechsel ersparen kann, sondern auch die Kosten (und den Platz!) für einen voluminösen zweiten Satz Räder. Für sie ist der Michelin CrossClimate SUV die ideale Lösung.

Das können im SUV-Bereich nicht viele: Der MICHELIN CrossClimate SUV kombiniert das exzellente, komfortable Fahrverhalten von Sommerreifen mit vorzüglichen Wintereigenschaften. Das beweist das „Three Peak Mountain Snow Flake“-Logo - das übrigens nur Reifen tragen dürfen, die nach ISO-Norm auf Schnee um mindestens 25 Prozent besser abschneiden als Referenzreifen.

In der Tat haben die Michelin-Ingenieure ihr Können hier wieder bewiesen: Sie kombinierten eine Gummimischung, die in einem besonders breiten Temperaturspektrum hervorragende Haftung auf allen Untergründen bietet, mit einem Profil aus relativ steifen, angeschrägten Gummiblöcken, um so ein hohes Sicherheitsniveau, kurze Bremswege und zudem eine hohe Laufleistung zu garantieren.

Der besondere Trick sind jedoch 3-D-Hochleistungslamellen, die nun bis zum Profilgrund reichen. Damit sichern sie eine optimale Traktion und Bremswerte auf trockener und nasser Straße ebenso wie eine starke Verzahnung auf verschneitem Untergrund – und das nicht nur im Neuzustand, sondern bis zum Erreichen der Verschleißgrenze.

 

 

1, 2 Der Test fand im Mai 2018 auf dem „ATP Automotive Testing“ Gelände in Papenburg, Deutschland, im Beisein unabhängiger Beobachter statt, die die ordnungsgemäße Durchführung des Testablaufs bestätigt haben. Getestet wurden der MICHELIN Pilot Sport 4 in der Dimension 205/55 R16 91 W und der Avon ZT5 205/55R16 91 H nach R117 Standardnassbremstest (80 -20 km/h).

3 In Deutschland gilt die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Die gesetzlichen Mindestprofiltiefen in den übrigen europäischen Ländern weichen hiervon ggf. ab. Bitte beachten Sie vor Einreise stets die im jeweiligen Land geltenden Mindestprofiltiefen.

4 https://www.currentresults.com/Weather/Europe/Cities/precipitation-annual-average

5 DWD (Deutscher Wetterdienst): Wetteraufzeichnungen über einen Zeitraum von 278 Tagen in 2017/2018 durch 66 Wetterstationen. https://opendata.dwd.de/weather/weather_reports/road_weather_stations/

6 Laut internen Michelin Tests im Technologiezentrum Ladoux, Frankreich, werden durch den verfrühten Reifenwechsel vor Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Profiltiefe von 1,6 Millimetern pro Jahr 6,6 Millionen Tonnen CO2 mehr als notwendig freigesetzt (Technikdokumentation vom 27.09.2016 zu „Rohstoffen, Kraftstoffbedarf und CO2-Emissionen durch den verfrühten Austausch von Pkw-Reifen“).

7 In Deutschland gilt die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Die gesetzlichen Mindestprofiltiefen in den übrigen europäischen Ländern weichen hiervon ggf. ab. Bitte beachten Sie vor Einreise stets die im jeweiligen Land geltenden Mindestprofiltiefen.