Mit dem CX-60 zum BE-Führerschein
AUTO BILD-Selbstversuch: Redakteur Dennis Voth macht im Mazda CX-60 den Anhängerführerschein BE
Was ist die Führerscheinklasse BE?
Wer seinen Pkw-Führerschein nach dem 1. Januar 1999 zugeteilt bekommen hat, fährt mit der Klasse B. Im Gegensatz zur bis dahin vergebenen Klasse 3 gelten mit der in Europa vereinheitlichten neuen Klasse viel strengere Regeln für das Anhängerfahren. Will man größere und schwerere Lasten wie einen Sportboot-Trailer, einen großen Caravan oder einen Pferdeanhänger ziehen, benötigt man zusätzlich die Klasse BE. Nur Führerscheininhaber mit der älteren Klasse 3 haben den “Anhängerführerschein” schon inklusive.
Vorstellung Dennis Voth
Im Jahr 2010 bin ich Teil der AUTO BILD-Redaktion geworden und habe meinen Pkw-Führerschein seit meinem 18. Geburtstag. Da ich am 13. Januar 1981 geboren bin und deshalb mit meiner Volljährigkeit nicht mal zwei Wochen am EU-Führerschein-Stichtag vorbeigeschlittert bin, habe ich trotz Fahrausbildung im Jahr 1998 “nur” die Klasse B bekommen. Jetzt, 25 Jahre später, merke ich, dass mir die Möglichkeit zum Ziehen eines größeren Hängers im privaten Alltag und auch im Job als AUTO BILD-Redakteur fehlt. Darum habe ich mich entschlossen, die Zusatzausbildung nachzuholen.

Fahrlehrer Christian Voth
Christian Voth ist 62 Jahre alt und hat seinen Pkw-Führerschein 1979 im Alter von 18 Jahren gemacht. Seit zwölf Jahren ist er zudem als Fahrlehrer in allen Klassen tätig. Dazu gehört selbstverständlich auch die Anhängerzusatzausbildung BE. Für wen diese Erweiterung des Pkw-Führerscheins sinnvoll ist, wo die Tücken in der Ausbildung (für ihn selbst und den Fahrschüler) liegen und wie man die anspruchsvolle Grundfahraufgabe “Rückwärtsfahren um eine Ecke nach links“ am besten trainiert, erklärt er uns in den Videos unten auf der Seite.
Der Weg zur Führerscheinklasse BE
Wer mit seinem Pkw größere und schwerere Lasten wie einen Sportboot-Trailer, einen großen Caravan oder einen Pferdeanhänger ziehen möchte, benötigt zusätzlich zur Führerscheinklasse B die Klasse BE.
Führerscheinklasse BE:
Das ermöglicht sie
Mit der Einführung des EU-Führerscheins am 1. Januar 1999 haben sich auch die Klassen verändert. So wurde zum Beispiel bei den Pkw aus Klasse 3 die Klasse B. Doch viel entscheidender als die Namensänderung sind die damit einhergehend neuen Bestimmungen. Insbesondere beim Fahren mit Anhänger gab es große Änderungen. So darf das Gewicht des Anhängers in der Regel die magische 750-Kilo-Grenze nicht überschreiten. In besonderen Fällen darf der Anhänger zwar auch schwerer sein (abhängig vom Gewicht des Zugfahrzeugs), jedoch darf die Gesamtmasse des Zuges aus Pkw und Anhänger nicht schwerer als 3,5 Tonnen sein. Für alle, die auch schwerere Lasten, wie ein Sportboot, Pferde oder ein Auto trailern wollen, reicht das oft nicht aus. Hier sieht der EU-Führerschein eine Klassenerweiterung um den Buchstaben “E“ vor, die dann aus dem B-Führerschein die Klasse BE macht. Damit ist ein anzuhängendes Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen möglich, sodass die erlaubte Gesamtmasse des Gespanns auf insgesamt sieben Tonnen erweitert wird.Voraussetzung für den Erwerb der Anhängererweiterung ist der Besitz der Klasse B. Erst nach bestandener Pkw-Prüfung darf die Anhängerausbildung begonnen werden. Eine weitere Theorieprüfung ist dafür zwar nicht abzulegen, wohl aber mindestens fünf Pflichtfahrstunden (3x Überland, 1x Autobahn, 1x Nacht) und eine 45-minütige praktische Prüfung. Neben dem Fahren im öffentlichen Verkehr, muss der Prüfling auch das An- und Abkoppeln sowie die Fähigkeiten im Rückwärtsmanövrieren (Grundfahraufgabe, siehe unten) beweisen. Worauf es noch ankommt, sehen Sie in den folgenden Videos.
Für wen lohnt sich der BE-Führerschein?

Worauf ist beim Fahren mit Anhänger zu achten?

Welche Voraussetzungen sind für das Anhängerfahren zu erfüllen?

Der Mazda CX-60 als Zugfahrzeug
Der Mazda CX-60 in der Fahrschulpraxis
Auf der Straße zeigt sich, was Mensch und Maschine können. Wie bewähren sich Fahrschüler Dennis Voth und sein Fahrschulwagen, der Mazda CX-60 e-Skyactiv D 254, in der Praxis.
Die Grundfahraufgabe
Die Königsdisziplin in der Praxis beim Anhängerfahren ist das Rückwärtsfahren. Hier ist viel räumliches Vorstellungsvermögen und auch ein Umdenken beim Lenken gefragt, da der Anhänger stets durch ein für das Gehirn ungewohntes Gegenlenken in die jeweils andere Richtung dirigiert wird, in die er fahren soll. Erschwerend kommt hinzu, dass man darauf achten muss, immer nur sehr leichte Lenkbewegungen zu machen. Denn wenn der Hänger erst mal über den kritischen Punkt hinaus eingeschlagen ist, hilft auch keine Korrekturlenkung mehr. Dann bleibt einem nur noch die Flucht nach vorn, um den Zug wieder geradezuziehen und neu anzusetzen.In der praktischen Prüfung wird das Können des Fahrschülers in der Grundfahraufgabe “Rückwärtsfahren um eine Ecke nach links” vom Prüfer gecheckt. Dabei muss das Gespann an einer T-Kreuzung rückwärts um einen linken 90-Grad-Winkel bugsiert und parallel zum Bordstein abgestellt werden. Der Fahrlehrer steht während des Manövers außerhalb des Fahrzeugs und dient als Sicherungsposten, um den umliegenden Verkehr im Auge zu behalten und den Fahrschüler notfalls zu warnen. Sollte die Aufgabe nicht auf Anhieb klappen, hat der Fahrschüler drei Korrekturmöglichkeiten. Was es beim Gespannfahren noch zu beachten gibt, sehen Sie im folgenden Video.

Die Grundfahraufgabe in Bildern
Fazit zur BE-Ausbildung mit dem Mazda CX-60
Meine Erfahrung zeigt, wie sinnvoll die Übungsstunden mit Anhänger sind – insbesondere beim Manövrieren und Bremsen. Ein potentes Zugfahrzeug wie der Mazda CX-60 sorgt für zusätzliche Sicherheit und Souveränität.

Towing-Modus & Trailer Stability Control
Im Modus „Towing“ (serienmäßig für Mazda CX-60 mit AWD) werden Leistungs- und Schaltcharakteristik sowie die Kraftverteilung des Allradantriebes des Mazda CX-60 auf das höhere Gewicht beim Ziehen eines Anhängers angepasst. Zudem wird der Geradeauslauf beim Gespannfahren verbessert. Die Verteilung der Antriebskraft auf die Vorder- und Hinterräder erfolgt in diesem Modus in Abhängigkeit der dynamischen Achslastverteilung. Das heißt: Beim Anfahren mit dem Anhänger wird mehr Antriebskraft zu den Hinterrädern geleitet, die aufgrund der höheren Achslast weniger zum Durchrutschen (Schlupf) neigen. Bei konstanter Fahrt (z. B. Autobahn) stabilisiert der Towing-Mode das Gespann durch optimierte Verteilung der Antriebskraft auf Vorder- und Hinterräder. Außerdem werden im Towing-Modus die Kennlinie des E-Gaspedals sowie die Schaltpunkte des Automatikgetriebes für das Ziehen von Lasten optimiert. Durch den Anhänger unnötig gewordene i-Activsense-Funktionen werden im Towing-Modus unterbunden. Darüber hinaus verfügt der Mazda CX-60 unabhängig vom Vorhandensein bzw. der Aktivierung des Towing-Mode über eine Anhängerstabilisierung (Trailer Stability Control, kurz „TSC“), die oberhalb von 65 km/h durch gezielte Bremseingriffe einen schlingernden Anhänger stabilisiert.


















