
Andalusien steckt voller Energie
Sonne, Wind und malerische Landschaften machen den Süden Spaniens zu einem faszinierenden Fleckchen Erde. Wir entdecken die neue Energie Andalusiens am Steuer des elektrischen Mazda6e.

Hügelige Landschaften, weite Täler und menschenleer …
Die Welt ist ein wunderbarer Ort. Wer sie entdecken will, muss reisen. Frei nach dem Dalai Lama: „Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.“ Und genau das tun wir heute. Es ist Winter, es ist mild, wir sind in Andalusien, der größten autonomen Region Spaniens. Mit rund 87600 Quadratkilometern ist sie etwas größer als Österreich, hat aber nur rund 8,6 Millionen Einwohner, es leben also gerade mal 98 Menschen pro Quadratkilometer. Als Heimat der starken Kontraste bietet Andalusien für jeden etwas. An der Küste Strand, Tourismus und Mittelmeer, im Inneren schneebedeckte Gebirge, menschenleere Wüstencanyons und grüne Flusstäler. Tradition mit ländlichen Dörfern und jahrhundertealten Bauten kontrastieren mit dynamischen Metropolen wie Granada, wo unsere Reise im neuen Mazda6e beginnt.

Die Alhambra in Granada
Wir starten unterhalb der Alhambra, dieser prachtvollen Palast- und Festungsanlage, entstanden im 13. und 14. Jahrhundert unter muslimischer Herrschaft. Seit 1984 ist die riesige Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel UNESCO-Weltkulturerbe und eines der meistbesuchten historischen Monumente Spaniens. In filigranen Bögen und stillen Innenhöfen der Alhambra hallen Jahrhunderte wider, und das Sonnenlicht malt jeden Nachmittag ein neues rot schimmerndes Kapitel an ihre Mauern. Daher stammt auch ihr Name aus dem Arabischen: al-Qal’at al-Hamra, die rote Burg. Von dieser Höhe aus sieht man die einstige Hauptstadt des Nasridenreichs wie auf dem Serviertablett unter sich liegen. Das Labyrinth des ältesten Stadtviertels Albaicín schimmert im frühen Licht. Unser japanischer Begleiter fügt sich mit seinem höflichen Summen in die Stille des Morgens. Stilvoll gezeichnet, ist der Mazda6e Protagonist, Kumpel und Komplize dieser Fahrt, ein Zeuge des Wandels. Genau wie Granada selbst. Heute ist die Studentenstadt mit ihrer recht jungen Bevölkerung Symbol für das neue Selbstverständnis Andalusiens als Brücke zwischen Kultur und Nachhaltigkeit.

Die Talsperre des Francisco Abellán Reservoirs
Hinter Granada öffnet sich die Landschaft, und man hat das Gefühl, dass Andalusien ein einziger Olivenhain ist. Rund 200 Millionen Bäume machen die spanische Provinz zum weltgrößten Olivenanbaugebiet. Der Mazda6e gleitet nahezu lautlos über ziemlich passable Straßen, so als wolle er die grandiose Natur mit seiner Anwesenheit nicht belästigen. Wir fahren vorbei an der Talsperre des Francisco Abellán Reservoir in La Peza. Die auffällig niedrige Wasserlinie zeigt, dass der Stausee schon deutlich mehr Regentage gesehen hat. Steile, extrem karge Felswände bilden jetzt den Rahmen unserer rund sechs Stunden dauernden Tour.

Öffentliche Ladepunkte gibt es in Andalusien inzwischen reichlich
Über 500 Kilometer Reichweite sind noch im Akku – der Weg ist das Ziel. Kein Lärm, kein Drängen – nur das rhythmische Flackern der Windräder in der Ferne, die Bewegung in den Himmel zeichnen. In den Hügeln von Guadix drehen sich ihre gigantischen Flügel wie die metallene Arme von Riesen im Wind. In Spanien werden 1345 Windparks mit fast 20 000 Turbinen betrieben, die 30 000 Megawatt Strom erzeugen – rund 23 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und damit größte erneuerbare Energiequelle des Landes. Der Wind, einst brutaler und unbändiger Feind, ist hier zum Partner geworden. Durch die Kombination von Solar- und Windkraft gelingt es Spanien, rund um die Uhr saubere Energie zu erzeugen. Inzwischen erstreckt sich Spaniens Energiewende über die Produktion hinaus auch auf die Mobilität. Aktuell gibt es fast 47 000 öffentliche Ladestationen, staatliche Initiativen wie Moves III bieten für den Kauf von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden Zuschüsse von bis zu 7000 Euro.

In Andalusien scheint über 3000 Stunden im Jahr die Sonne
Weiter nördlich trifft unser Stromer auf ein weiteres Fleckchen Erde, das voller Energie steckt, ein Kraftwerk für die grüne Seele. Dieses Land hat auch gelernt, die Unbarmherzigkeit der Hitze in Stärke zu verwandeln. Mit über 3000 Sonnenstunden im Jahr hat sich Andalusien zu einem europäischen Zentrum der erneuerbaren Energien entwickelt. Spanien erzeugte 2024 bereits rund 56,2 Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen. Ein neuer Rekordwert. Auf weiten Hochebenen glitzern hier die Spiegel des Andasol-Komplexes, einer der größten solarthermischen Anlagen Europas. Mit 150 Megawatt Leistung produziert sie Strom für rund 500 000 Haushalte. Parabolrinnen bündeln das Sonnenlicht, geschmolzenes Salz speichert die Energie bis in die Nacht hinein – eine Symbiose aus Glas und Präzision, die zeigt, wie aus Natur Zukunft entsteht.

Malerische Landstraßen, zwischen die Felsen gesprengt
Noch ein Stückchen weiter nördlich durchqueren wir die Sierra de Cazorla. Hier winden sich Flüsse zwischen weißen Kalksteinfelsen, Wasserfälle glitzern im Sonnenlicht, Pflanzen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, sind hier heimisch. Eben noch in der Einöde und plötzlich im größten Naturschutzgebiet Spaniens, dem zweitgrößten Europas und Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats. Die Stille ist vollkommen. Die Route führt uns weiter in den Naturpark Sierra de Baza. Die Luft wird klarer, der Himmel noch blauer, und die Vegetation verwandelt sich: Aus Sträuchern werden Kiefern, aus Staub Moos. Die Straße schraubt sich auf eine Höhe von über 2000 Metern. Tiefe Schluchten, grüne Hochebenen und versteckte Grundwasserspeicher, die wichtige Flussgebiete versorgen, fliegen wie ein spannender Doku-Streifen an uns vorbei. Der Park ist längst zum überlebenswichtigen Öko- und Wasserreservat in einer der niederschlagsärmsten Regionen Spaniens geworden.

Die Gorafe-Wüste ist felsig und zerklüftet
Wir sind jetzt schon auf der Rückfahrt. Die Straße führt uns hinab in die Gorafe-Wüste, ein beliebtes Ziel für Offroad-Fahrten, Wanderungen und Radtouren. Spektakuläre rote und ockerfarbene Felsen, geformt von Millionen Jahren Wind und Trockenheit, erinnern spontan an die kargen Weiten Arizonas. Schnell wird klar, warum die zerklüftete Landschaft auch als europäischer Grand Canyon bezeichnet wird. Zwischen den Schluchten gedeihen Thymian und Espartogras, der Duft ist herb und klar. „Nur wer die Leere kennt, versteht die Fülle“, heißt es in einem arabischen Sprichwort – hier, im Herzen dieser menschenleeren Landschaft, wird es wahr. Fast erschrickt man sich, wenn einem ein Auto begegnet.

Karge Vegetation und riesige Windkraftanlagen
Nun ist es nicht mehr weit zurück nach Granada. Es geht vorbei an Wüsten und Wäldern, Gebirgen und Feldern, gigantischen Olivenplantagen. Und über allem glühen in der Ferne die weiß gepuderten Gipfel der Sierra Nevada. Ihr Name bedeutet „die Verschneite“. Wieder so ein Kontrast: Schnee in einer der heißesten Gegenden Europas. Wer dem Tourismus ausweicht, findet im Herzen Andalusiens eine faszinierende Komposition. Zwischen Sierra und Meer wird aus Sonne Strom, aus Wind Bewegung und aus Geschichte Zukunft.



