Das Auto für "Durchblicker" ist verkauft: Das amerikanische Auktionshaus RM Auctions versteigerte erfolgreich einen durchsichtigen Pontiac Deluxe Six Sedan aus dem Jahr 1939. 308.000 US-Dollar (umgerechnet fast 217.000 Euro) brachte das Auto ein. Erwartet wurde ein Erlös von 275.000 bis 475.000 US-Dollar (193.000 bis 333.000 Euro). Heute eher skurril, war das Auto mit der Plexiglashaut seinerzeit eine technische Sensation. GM baute das "Ghost Car" (Geisterauto) in Zusammenarbeit mit dem Chemieunternehmen Rohm & Haas. Dessen Mitbegründer Otto Röhm hatte das revolutionäre Material, das im zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielen sollte, entwickelt und 1933 zum Patent angemeldet.
Freier Blick ins Herz: Flathead-Reihen-V6-Motor mit 86 PS und 3,7 Liter Hubraum.
Astronomische 25.000 Dollar soll der Bau des Geister-Pontiacs damals gekostet haben. Er war das erste voll transparente Auto, das in Amerika gefertigt wurde. Auf das Chassis eines 1939 Pontiac Deluxe Six konstruierte Rohm & Haas eine exakte Replik der Außenhülle, überzog alle Stahlblechteile mit einer Kupferschicht und lackierte den Motor und die Trittbretter weiß. Alle Gummiteile – auch die Reifen – wurden ebenfalls in Weiß produziert, viele Metallteile wie das Armaturenbrett verchromt. Unter der Haube wurde ein Flathead-Reihensechszylinder mit 86 PS und 3,7 Litern in Verbindung mit einem Dreiganggetriebe verbaut. Der hatte aber bislang nicht viel zu tun: Nur 86 Meilen (137 Kilometer) legte der Pontiac mit der Röntgen-Optik zurück.
Pontiac Deluxe Six Sedan (1939)
Betagtes Gummi: Die "U.S. Royal all-white"-Reifen sind komplett original.
Bild: Werk
Das Schmuckstück ist in einem bemerkenswert guten Zustand. Es sind sogar noch die originalen "U.S. Royal all-white"-Reifen montiert. Nur ein paar Risse im Plexiglas legen Zeugnis von der langen Historie des ungewöhnlichen Fahrzeugs ab. In den 70er-Jahren wurde einige Teile restauriert, als einzige mechanische Reparatur wurden laut RM Auctions ein paar Benzinschläuche ausgetauscht.