Seit der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem Urteil (VI ZR 233/17) Dashcam-Videos als Beweismittel vor Gericht zugelassen hat, erfreuen sich die kleinen Autokameras immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile bieten sogar die ersten Kfz-Versicherer bessere Konditionen für Dashcam-Nutzer an. Aber welche Kamera liefert wirklich gutes, nützliches Bildmaterial? AUTO BILD hat verschiedene Dashcams getestet!

Test: Das sind die besten Dashcams – Bestenliste

Zuletzt hat AUTO BILD sechs Dashcams unter 60 Euro getestet. Mit dabei waren die Produkte EUFAB KFZ Dashboard Kamera, Aigoss Dash Camera und NavGear HD-Dashcam, die nur mit "mangelhaft" bewertet werden konnten. Hier war meist nicht nur die Bildqualität unzureichend, die Qualität der Kamera im Allgemeinen war nicht überzeugend. Deutlich besser schlugen sich hingegen die Orskey S680 und die Abask Dash Cam Q40S, die beide mit der Note
"befriedigend" abschnitten. Besonders das Modell von Abask überraschte mit einem großen Display und einer im Lieferumfang enthaltenen Rückfahrkamera, die an die Dashcam angeschlossen werden kann.
Die beste Dashcam unter 60 Euro, die mit der Note "gut" bewertet werden konnte, kommt aber aus dem Hause Azdome. Die M01 Pro wirkt nicht nur auf den ersten Blick sehr hochwertig, die Qualität der Aufnahmen liegt deutlich über dem Durchschnitt. Lediglich nachts muss man aufgrund von Bildrauschen kleine Abstriche machen. Zusätzlich zu den üblichen Dashcam-Funktionen verfügt die Azdome M01 Pro über Sicherheitsfeatures, wie eine Spurhalteassistenz und einen Abstandswarner. Den kompletten Testbericht zur Azdome M01 Pro lesen Sie hier.
In der AUTO BILD-Bestenliste sehen Sie, wie die zuletzt getesteten Dashcams abgeschnitten haben:

Wie testet AUTO BILD Dashcams?

Die Dashcams werden ausgepackt, bekommen ein Systemupdate und eine passende Speicherkarte. Dann geht's ab ins Auto und in den Straßenverkehr – bei verschiedenen Verkehrsverhältnissen, wechselnden Witterungen und unterschiedlichen Tageszeiten. Mehrere Stunden sind wir mit den Autokameras unterwegs und überprüfen, wie gut sie bedienbar sind – und ob sie den Fahrer gegebenenfalls mehr ablenken als unterstützen. Plus: Parkhaus-Session zum Test der Parkmodi (wenn vorhanden). Anschließend gibt's am PC eine Analyse der Videoqualität.

Wann sind Dashcam-Aufnahmen erlaubt?

Dashcam-Aufnahmen sind dann erlaubt, wenn sie in kurzen Sequenzen, anlassbezogen erfolgen. Ein permanentes Abfilmen des Straßenverkehrs ist also nicht erlaubt. Daher bieten Dashcams eine sogenannte Loop-Funktion, bei der kleine, zeitlich begrenzte Clips gefilmt werden, die dann wieder überschrieben werden, sofern sie nicht durch ein Ereignis (z. B. Unfall) gesperrt wurden. Alle von AUTO BILD getesteten Dashcams bieten diese Funktion. Als Beweismittel sind die Aufnahmen nur zulässig, wenn sie der Klärung der Schuldfrage bei einem Unfall dienen (als Beweis der eigenen Unschuld). Weiteres zur Rechtslage beim Einsatz von Dashcams lesen Sie hier!

Was sollte eine Dashcam können?

• Die Hauptfunktion einer Dashcam besteht darin, gute Aufnahmen zu machen. Dies ist auch eines der Haupt-Kriterien im Dashcam-Test bei AUTO BILD. Daher sollte sie zumindest Full HD-Auflösung (1080p) bieten, am besten noch in Verbindung mit einer hohen Bildrate (60fps).
• Da das permanente, anlasslose Filmen aufgrund der DSGVO verboten ist, muss die Dashcam eine Loop-Funktion bieten. Das heißt, sie muss in zeitlich begrenzten Sequenzen filmen, die automatisch überschrieben werden, sofern sie nicht gesperrt wurden.
• Um auch den Fahrbahnrand bestmöglich filmen zu können, sollte man darauf achten, dass der Bildwinkel mindestens 140 Grad weit ist. Was beim Kauf einer Dashcam sonst noch zu beachten ist, lesen Sie hier!

Was ist eine Loop-Funktion bei Dashcams?

Die sogenannte Loop-Funktion sorgt dafür, dass die Aufnahmen automatisch immer wieder überschrieben werden. Das heißt konkret: Die Dashcam filmt so lange in kleinen Sequenzen, bis die SD-Karte voll ist und löscht dann die älteren Aufnahmen. Einzige Ausnahme: Die Aufnahme wurde zuvor gesperrt. Das geschieht entweder, wenn der G-Sensor der Kamera eine Erschütterung (also zum Beispiel einen Unfall) erkennt und die Datei automatisch sperrt. Oder wenn die Datei manuell durch einen Druck auf den Notfallknopf vor dem Löschen geschützt wird.
In der Regel filmt die Dashcam dabei nicht permanent, sondern in vielen kleinen Sequenzen. Sie speichert dabei immer jeweils einen Clip von einer bestimmten Dauer (z.B. 1, 3 oder 5 Minuten) ab. Die Aufnahmen gehen nahtlos ineinander über, aber anstelle eines langen Videos, hat man mehrere kleine. Sobald die SD-Karte, auf der die Clips gespeichert werden, voll ist, werden die ältesten Clips gelöscht, um Platz für neue zu machen. Die Loop-Funktion ist vor allem datenschutzrechtlich relevant, da das permanente Filmen des Straßenverkehrs verboten ist. Außerdem können Dashcam und SD-Karte die Videos schneller verarbeiten, wenn es sich um mehrere kleine Dateien handelt.

Was ist der G-Sensor bei einer Dashcam?

Jede Dashcam hat einen sogenannten G-Sensor eingebaut. Das ist ein Beschleunigungssensor, der in der Lage ist, Bewegungen zu erkennen. Dadurch kann die Dashcam zum Beispiel Erschütterungen oder einen Aufprall wahrnehmen. Wenn ein Ereignis erkannt wird, wird durch das Signal des G-Sensors das aktuelle Video automatisch gesperrt. So wird die Datei auf keinen Fall gelöscht und kann im Notfall als Beweismittel dienen. Erkennt der G-Sensor ein Ereignis, zeigt die Dashcam das auf dem Display an und gibt eventuell auch einen Ton aus, der dem Fahrer signalisiert, dass die aktuelle Aufnahme gesperrt wurde.