Der schnellste Schrauber der Nation

Der schnellste Automechaniker

— 06.04.2011

Der schnellste Schrauber der Nation

AUTO BILD-Archiv-Artikel 30/1987: Edwin Retz hat schnell ’ne Schraube locker. In weniger als einer halben Stunde baut er einen Mercedes-W-123-Motor aus- und wieder ein. AUTO BILD hat’s überprüft.

"Einmaliger Rekord", hieß die Überschrift zu einer Meldung, die vor wenigen Wochen die AUTO BILD-Redaktion in ungläubiges Staunen versetzte. Und weiter: In nur 28 Minuten und 36 Sekunden hat der 23jährige Hamburger Edwin Retz einen Vierzylinder-Dieselmotor der Mercedes-W-123-Baureihe (200 D bis 280 E) aus- und wieder eingebaut. Daimler-Benz-Werkstätten berechnen dafür normalerweise sechs Arbeitsstunden und entsprechend fast 800 Mark. Bei der Firma Pagels in Hamburg-Wandsbek, für die Retz schraubt, könnten Mercedes-Fahrer also künftig rund 700 Mark sparen, wenn ...

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Ja, wenn bei dem Rekord alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und da waren wir skeptisch. War vielleicht irgendetwas präpariert? Lief der Motor hinterher auch wirklich wieder, oder wurde er nur einfach reingehängt? Oder war gar alles nur ein billiger Werbetrick eines Hinterhofkrauters? AUTO BILD wollte deshalb den Beweis und bat um Wiederholung der Rekordleistung. Lokaltermin: letzten Montag, 11.14 Uhr, in der Werkstatt von Peter Pagels. Hier drängeln sich etliche Taxen auf dem engen Hof, kommen junge Leute mit alten Daimler-Modellen und lassen richten, was in der Vertragswerkstatt das Doppelte kostet.

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Auf der Hebebühne steht ein gelber 220 D, das Versuchsobjekt. Kurzer Check: Alle Aggregate sind ordnungsgemäß angeschlossen, die Schrauben fest. Die Maschine springt nach kurzem Vorglühen sofort an. Wichtigstes Handwerkzeug für Edwin Retz: Schraubenzieher, Knarre und Luftschrauber. Einzige Vorbereitung: Die Motorhaube ist schon geöffnet, der Wagen steht so über der Hebebühne, dass er auf Knopfdruck hochgefahren werden kann. Dann der Startschuss, die Stoppuhr läuft. Ein wilder Tanz beginnt. Step, Disco, Walzer. An der Beinarbeit von Edwin Retz hätte selbst der legendäre Fred Astaire seine helle Freude gehabt.

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