Einfahren nach längeren Standzeiten

— 12.04.2012

Start in die Saison

Die Oldie-Saison hat begonnen! Viele Klassiker kommen jetzt zurück ans LIcht und ins Leben geholt. Der Motor und auch die anderen Aggregate wollen zärtlich wachgeküsst werden. Dazu hier ein paar Tipps.



Schepper, rumpel, sprötz – einen Oldtimer nach langer Pause aus dem Winterschlaf zu wecken, birgt Gefahren für die Technik. Denn das Motoröl hat sich tief in die Ölwanne zurückgezogen, Rost bremst die Bewegungsfreude der Kolben, Bremsbeläge sind an Trommel oder Scheibe festgebacken. Eine altersschwache Batterie verweigert die Stromspende an den Anlasser. Damit der Dreh am Zündschlüssel nicht mit einem Werkstattbesuch endet, heißt es den Wagen sanft zu starten. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob der Oldie die Zeit nur kurz im trockenen Winterlager oder die letzten Jahre als Scheunenfund verbracht hat. Das gilt fürs Winterlager: • Batterie rechtzeitig, das heißt am Tag vor der Inbetriebnahme am Ladegerät laden. • Wurden Vergaser und Auspuff durch Öllappen vor eindringender Feuchtigkeit geschützt, diese entfernen. • Zündkerzen ausbauen, Kriechöl auf die Kolben sprühen und einwirken lassen, um eventuellen Rost zu lösen.

Alle Anschlüsse, Schläuche und Leitungen auf Lecks untersuchen.

Alle Anschlüsse, Schläuche und Leitungen auf Lecks untersuchen.

• Alle Flüssigkeiten auf Zu- und Füllstand kontrollieren. Bremsflüssigkeit nicht vergessen. • Zündung unterbrechen und Anlasser drehen lassen. Motor erst starten, wenn Öldruck vorhanden ist. Aufwendiger ist der Motorstart nach längerer Pause: Motor zerlegen, zumindest die Ölwanne, Zündkerzen und den Ventildeckel. • Brennräume durch die Zündkerzenlöcher reichlich mit Rostlöser wie WD-40 oder Caramba einsprühen. Mindestens einen Tag einwirken lassen. • Altes Öl und Ablagerungen möglichst gründlich entfernen, Diesel oder Waschbenzin hilft. • Ventilspiel und Nockenwelle kontrollieren. • Um die Ölkanäle und -leitungen von Ablagerungen zu befreien, Ölwanne wieder anschrauben und mit Diesel befüllen. Motor erst mit der Hand, dann kurz mit Anlasser zum Spülen der Ölleitungen drehen. Vorsicht, nicht zu lange, schließlich fehlt das Motoröl zum Schmieren.

Mit der Zeit verliert der Kraftstoff seine Zündwilligkeit. Nachschlag sorgt für Besserung.

Mit der Zeit verliert der Kraftstoff seine Zündwilligkeit. Nachschlag sorgt für Besserung.

• Nach dem Ablassen der Reinigungsflüssigkeit neuen Öl-Filter einbauen und Öl auffüllen. Dabei vor dem Anschrauben des Ventildeckels Öl auf die Nockenwelle geben. • Wie beschrieben warten, bis sich Öldruck aufgebaut hat, erst dann den Motor starten. • Warmfahren und das Schmiermittel erneut ablassen. Das Öl sollte durch einen Filter gekippt werden, um verdächtige Späne zu finden. • Ist alles okay, abermals den Filter und das Öl wechseln. Ob kurze oder lange Standzeit, Kupplungen verkleben in Arbeitspausen. Für den ersten Start heißt das, den Leerlauf einzulegen, andernfalls endet der erste Versuch gleich an der Garagenwand. Ein weiterer Grund: Wer beim Starten das Kupplungspedal nicht tritt, der schont das Passlager der Kurbelwelle.

Sonderfall Diesel

Einen Diesel nach der Winterpause starten? Die Vorbereitungen sind wie beim Benziner. Einziger Unterschied: Das Abziehen der Zündkabel entfällt. Um vor dem ersten Motorstart ausreichend Öldruck aufzubauen und alle Schmierstellen mit Öl zu versorgen, reicht es, beim Dreh am Zündschlüssel auf das Vorglühen zu verzichten. Der Anlasser dreht, die Ölpumpe wird angetrieben, der Motor startet aber nicht. Tipp: Um später den Motorstart zu erleichtern, ist es sinnvoll, alte Glühkerzen gegen Schnellstartkerzen aus dem Zubehör zu tauschen.

Soll nur das beste Öl in den geliebten Oldie?

Wer moderne, vollsynthetische Motoröle verwendet, liegt schnell daneben. Sie besitzen eine hohe Reinigungswirkung. Eine eigentlich gute Eigenschaft, doch werden große Mengen von Ablagerungen gelöst, können sie im schlimmsten Fall sogar feine Ölkanäle zusetzen. Auch nicht zu unterschätzen: Kommt es zu Materialunverträglichkeiten an Dichtungen, können diese aufquellen, der Motor fängt an zu lecken. Daher nach Möglichkeit die ab Werk vorgeschriebene Ölqualität fahren. Billig oder teuer? Der regelmäßige Wechsel und die Füllstandskontrolle sind entscheidend für einen geringen Verschleiß, nicht der Preis des Öls.

Autoren: Bernd Volkens, Jan Horn

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