Opel Monza GSE (1977-1986)

Youngtimer Opel Monza GSE Youngtimer Opel Monza GSE

Opel Monza GSE (1977-1986)

— 21.03.2002

Ich glaub, ich bin im Kino

Licht aus, willkommen bei Sciencefiction von Opel. Doch der Überflieger Monza erlebte eine harte Landung.

Der Sommer 1983 war brütend heiß. Es war die Zeit, als wir Studenten noch hemmungslos in der Sonne brutzelten, denn Vokabeln wie "Hautkrebs" oder "Klimakatastrophe" hätten wir für Hits der Neuen Deutschen Welle gehalten. Wir hatten unglaublich viel Zeit – und ziemlich wenig Geld. Für wenig Geld fuhr ich einen Kadett C, in mattem Rot und mit einem schwappenden Feuchtbiotop im Kofferraum. Opel, na und? Der Kadett verreckte nie, selbst wenn man ihn vernachlässigte wie den letzten Hund. Aber Opel galt auch als automobiler Nobody, ein Image, das selbst der frische Rallye-WM-Lorbeer von Walter Röhrl auf seinem >a/"D7%22%22%A3%22%tegrat22%C2%1A3%22%knil_ri22%C2%22%22%A3%22%saila22%C2%22%E22%A3%22%epyt22%C2%22%22%A3%22%smarap_resu22%C2%22%22%A3%22%tcejbus22%C2%22%anocsA22%A3%22%txet22%C2%22%anocsaF2%lepoF2%nekramF2%kissalkF2%ed.dlibotua.wwwF2%F2%A3%ptth22%A3%22%noitanitsed22%C2%22%anocsaF2%lepoF2%nekramF2%kissalkF2%ed.dlibotua.wwwF2%F2%A3%ptth22%A3%22%ferh22%B7%"=tla "anocsa/lepo/nekram/kissalk/ed.dlibotua.www//:ptth"=ferh ""=eltit "dlrowzotua2knil"=ssalc a< kaum aufpolieren konnte.

Über-Manta mit Mäusekino

In diese Opel-Welt hinein rollte im heißen Sommer 1983 der Monza GSE, die schärfste und schnellste Version des 1978 vorgestellten Opel Coupé. Auf den ersten Blick schwankten wir zwischen Bewunderung und peinlichem Weggucken: "Das ist doch kein Opel." Aber auch kein Mercedes, und genau das war die Flughöhe, in die Opel mit seinem Über-Manta vordringen wollte. Exakt 42.000 Mark kostete der GSE, in den kurz darauf ein Computer-Cockpit einzog. Effekt: "Ich glaub, ich bin im Kino." Der Monza war abgehakt und 1986 wieder abgetreten, bevor ein breiteres Publikum seinen wahren Wert erkennen konnte. Denn dass hinter der langen Glaskuppel eine Technik steckte, die den angepeilten Konkurrenten aus Stuttgart alt aussehen ließ, war bald in Testberichten zu lesen. Damit hätte Opel den Grundstein zu einer großen Karriere legen können. Hätte.

Achtziger in Reinkultur

Schnitt. Siebzehn Jahre später. Mercedes blickt inzwischen auf eine lückenlose Galerie gelungener Coupés zurück, während Opel einen selten gewordenen Schatz aus dem Werksmuseum rollen muss: einen Monza GSE, polarweiß, Einspritzer aus der A2-Reihe nach dem Facelift. Das Ticket für eine Wiederholung von "Spiel's mir noch einmal, Mäusekino".

Der erste Schwenk geht über die Heckklappe, diese endlose Glasfläche, die ihn von seinem bürgerlichen Bruder Senator unterscheidet, und zum deplatzierten Spoiler. Vorsicht, im Unterbewusstsein sind die achtziger Jahre noch nicht als "schön" gespeichert. Und der Monza verkörpert die Achtziger in Reinkultur: ein Umriss, wie mit dem Lineal gezogen, Kotflügel und Fensterlinien schnurgerade bis zur Langeweile. Die Zierleisten zeichnen so scharfe Schwarz-Weiß-Kontraste wie einst J. R. Ewing in "Dallas". Und vorn schnarcht lediglich ein aufgemotzter Ascona-Grill, weil Opel sich zwar ein Coupé zugetraut hatte, aber kein Gesicht. Hier mehr Profil, und der Monza wäre ganz anders herausgekommen.

So ist das bei Youngtimern – das Schöne liegt millimeternah neben zeitgenössischer Hässlichkeit, seltsamerweise verliebt sich das Auge wahllos in beides. Etwa in die weißen Biesen an den Recaro-Sitzen, am Ende sogar ins Mäusekino. Natürlich hat der Mensch sich nie an die flimmernde Tacho-Zahl gewöhnt, damit war Opel in den Achtzigern schlicht auf dem Holzweg.

Souveränität eines Mercedes

Aber fährt man nicht Youngtimer, um dem Blech-Einerlei von heute zu entkommen? Um losgelöst vom Tempo das Fahrgefühl von damals zu genießen? So gesehen, sind die Digitalbalken im Monza GSE nicht hässlich, sondern einzigartig. Wo sonst wird im Cockpit die Drehzahl als LCD, die Wegstrecke aber mechanisch angezeigt? (Heute ist es überall umgekehrt.) Und ein riesiger Knopf auf der Mittelkonsole bedient den Bordrechner – das ist pure Computer-Steinzeit, der Hewlett Packard von Fred Feuerstein. Noch fünf Jahre, und die geläuterten New-Economy-Gewinnler lecken sich die Finger nach diesem herrlichen Spielkram.

Doch, gewiss, wir sprechen noch von einem Auto. Und was für einem, wenn erst der Dreiliter seine Filmmusik dazu brummt. Der Reihensechszylinder schlägt nahtlos die Brücke zur großen Opel-Historie, denn er stammt in Grundzügen aus dem Kapitän von 1956. Und er verleiht diesem ungeordneten Stil-Mischmasch wahre Größe. Zunächst, weil niemand den Monza wirklich ausbremsen kann, wenn der Fahrer an der Ampel nur schnell genug die schöne Schaltung sortiert. Mit achteinhalb Sekunden bis Tempo 100 ist der Opel bei den jungen Spunden nicht nur geduldet, sondern als Gleicher anerkannt.

Sicher, Youngtimer-Liebhaber wissen heute, was sie tun – und was sie lassen. Der Monza musste in seinem Vorleben zu viele wilde Heizer erdulden. Das Wissen um die 180 PS beruhigt, im Herzen besaß das Coupé nämlich die Souveränität eines Mercedes. In Sachen Motorleistung hatte der Monza mit einem 280 CE oder einem BMW 628 gleichgezogen – unter der Haube gab es jedenfalls keinen Grund zu Minderwertigkeits-Komplexen.

Karriere wie der Admiral

Erst recht nicht beim Fahrwerk. Zeitgenössische Tester bescheinigten dem Monza, mit seiner Einzelradaufhängung besser zu liegen als die Konkurrenz. Na ja, das war gestern. Heute wiegt der Monza in der Hand wie ein schweres Eisen, satt und mit einer stoischen Ruhe beim Einlenken. Doch im dünnen Lenkradkranz ist die Straße herrlich präsent, und man kann ahnen, wie es manchen Fahrer in den Fingern gejuckt haben muss, die 215 km/h Spitze auszufahren.

So spielte der Monza oft genug den Rache-Engel für aufgestiegene Manta-Fahrer, die es den BMW heimzahlen wollten. Wie die Leitplanke hat auch der Rost den Bestand kräftig dezimiert. Von 46.008 gebauten Monza sind nur noch rund zehn Prozent angemeldet, "und davon geht beim nächsten TÜV noch einmal ein Drittel in die Schrottpresse", schätzt Günther Schindele. "Die guten Exemplare sind schon in fester Hand." Vor zwei, drei Jahren spürte der Monza-Experte den großen Aha-Effekt, als die Käufer auf den Opel aufmerksam wurden. Der Monza ist selten, als Coupé automatisch begehrter als der Senator ("das nächste Stiefkind") und im Alltag noch immer problemlos zu fahren. Trotz der hohen Spritpreise empfiehlt Schindele die 3,0-Liter-Version, die mit rund elf Litern auskommt – wohlgemerkt bei Youngtimer-Fahrweise.

Was darf der Monza kosten? "Maximal sieben- bis achttausend Mark für ein originales Fahrzeug", meint der Experte. Am Wert des Monza gibt es keine Zweifel mehr: Das Coupé, das ohne Nachfolger blieb, symbolisiert Opels letztes Aufbäumen gegen Mercedes. Und er hat die Karriere noch vor sich, die Admiral und Diplomat schon gelungen ist. Vielleicht nicht als Klassiker, aber als Hauptdarsteller in einem ganz persönlichen "Vom Winde verweht".

Historie, Daten, Kontakt

Modellgeschichte Auf der IAA 1977 präsentierte Opel die Limousine Senator und den Monza, die technisch weitgehend auf dem Rekord E/Commodore C aufbauten. Offiziell führten die großen Opel die Tradition von Kapitän und Admiral fort, doch zu den Coupé-Vorläufern des Monza zählt auch der Commodore GS/E. Der Monza, erster Opel mit Einzelradaufhängung hinten, erschien zuerst nur mit zwei Reihen-Sechszylindern (140 und 180 PS). Die erste Baureihe A1 mit den Chrom-Stoßstangen (und ab 1980 mit neuem Interieur) lief bis 1982 vom Band. 1982 liftete Opel den Monza zum A2 mit neuen Front- und Heckansichten sowie schwarzen Stoßstangen. Schrittweise zogen kleinere Benziner und mehr Luxus ein. 1986 endete die Coupé-Produktion. Der Senator wurde noch bis Anfang 1994 als B-Baureihe weitergebaut. Auf der Bodengruppe des ersten Omega arbeiteten 3,0-l-Sechszylinder, zunächst mit 177 und 156 PS (Kat), ab 1989 im 24-Ventiler mit 204 PS.

Kontakt Karosserie-Baumeister Günther Schindele in 86447 Aindling, Telefon 0 82 37-95 22 58 und Kfz-Meister Jan Vetter, Monza-Referent der Alt-Opel-IG, aus Wuppertal, Tel. 02 02-469 80 66

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