Golf 1 GTI und Golf 2 GTI: Preis, gebraucht, Leistung

So günstig sind die frühen Golf GTI

Die GTI-Gölfe 1 und 2 sind echte Spaßmacher. Sie bieten wenig Gewicht, echten Purismus und genügend Leistung. So günstig sind die ersten GTI derzeit!
Mit dem Golf GTI zeigte Volkswagen Mitte der 1970er-Jahre, dass auch ein kompaktes Auto jede Menge Fahrspaß bereiten kann. Der kleine Fronttriebler brachte deutlich weniger als 900 Kilogramm auf die Waage und holte aus einem vergleichsweise zahmen 1600er-Triebwerk stattliche 81 kW/110 PS, die im Laufe der Jahrzehnte schrittweise bis auf über 300 PS erstarkten. Wer einen sportlichen Kompaktklassiker sucht, den man noch vergleichsweise leicht reparieren kann und bei dem die Teilebeschaffung kein Problem darstellt, ist beim GTI der Golf-Generationen 1 (1976–1983) und 2 (1984–1991) genau richtig.

Nicht verbastelte GTI-Modelle sind selten

Unverbastelte Golf 1 sind selten und eher im südlichen Europa zu finden, wo Tuning verpönt war.

©Volkswagen AG

Doch wer sich für einen lohnenswerten frühen VW Golf GTI oder interessiert, muss Ausdauer haben und sollte sich auskennen. Die Autos waren vor Jahren so billig, dass sie sich nahezu jeder leisten konnte. Sportliches Tuningzubehör gab und gibt es zuhauf und so wurden an den meisten Modellen wild herumgebastelt. Doch wer sich Zeit nimmt, findet durchaus Sportversionen, die nicht mit Spoilerwerk, gebördelten Kotflügeln, Motortuning, Boxenorgien und Zubehörauspuffanlagen verschandelt worden sind. Einfacher als in Deutschland ist die Situation in Italien, Südfrankreich oder Spanien. Hier war Tuning verpönt und die GTI-Modelle befinden sich oftmals nicht nur im Originalzustand, sondern das betont sommerliche Wetter hat sie auch vor größerem Rostbefall bewahrt. Durch die durchdringende Sonne sind meist die Sportsitze und der Lack ausgeblichen, die Hutablagen zerborsten. Doch das nimmt man gerne auf sich, wenn sonst Qualität und Originalität stimmen.
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Die Motorenpalette ist groß und langlebig

Dicke Backen machte speziell der VW Golf Rallye G60 mit ausgestellten Kotflügeln und bis zu 210 PS.

©Roman Raetzke

Bei den Motoren kann man nicht viel falsch machen, denn gut sind sie an sich alle. Der ab Modelljahr 1983 erhältliche 1,8 Liter Motor mit 82 kW/112 PS ist besser als das Ursprungsmodell mit 1,6 Liter und 81 kW/110 PS, wobei das Hubraumplus mehr bringt als der kümmerliche Leistungszuwachs. Damit war der GTI 190 statt bisher 182 km/h schnell und das Plus an Brennraum tat dem Durchzug gerade aus mittleren Drehzahlen sichtlich gut. Der geregelte Katalysator nahm dem 112 PS starken Vierzylinder-Einspritzer viel von seinem Tatendrang. Zudem legte der VW Golf 2 nennenswert an Dimension und Gewicht zu, sodass die nur noch 79 kW/107 PS sich nicht viel mehr anfühlten als die 90 bis 98 PS der schwächeren 1,8-Liter-Versionen in VW Golf GL, Carat oder Cabriolet. In der Generation 2 ist der 16 V mit seinen zunächst 102 kW/139 PS und später 95 kW/129 PS daher die deutlich bessere Wahl. Wer noch mehr will, wurde von den technikverliebten Wolfsburgern ebenfalls bedacht. So gab es oberhalb des Golf GTI 16 V noch den G60 mit einem 118 kW/160 PS starken G-Lader aus dem VW Corrado, der sich leicht auf rund 300 PS tunen ließ, aber nicht immer lange hielt. 

Üppige Sonderausstattung erst im Golf 2

Blick ins Cockpit vom Goilf 2 GTI G60.

©Tramonti Diffusion Cars s.r.l.

Besonders begehrt sind Modelle in schwarz oder mit dunkelgrünem Metalliclack; am besten mit Stahlschiebedach und weiteren sportlichen Dreingaben ab Werk. Die Ausstattung selbst in beim Golf 1 GTI karg, denn viel Komfort gab es nicht. Das wurde erst beim Golf 2 besser, wo es nicht nur später eine schärfere 16-V-Version, sondern auch Viertürer und Komfortdetails wie elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Sitzheizung oder Lederstühle gab. Gerade die Modelle aus Südeuropa sind häufig mit solchen Sonderausstattungen versehen, weil der Golf 2 GTI seinerzeit ein vergleichsweise teures Auto in Frankreich, Spanien oder Italien war. In Deutschland startete der VW Golf 1 GTI Mitte der 1970er Jahre bei unter 14.000 D-Mark. Der Nachfolger kostete knapp zehn Jahre später schon rund 24.000 D-Mark.

Mäßig ausgestattete Golf 2 GTI  ab 10.000 Euro

Begehrt sind besonders die seltenen Versionen mit umfangreichen Extras wie der GTI 16 V.

©AUTO BILD Montage

Ein VW Golf 1 GTI mit einer nachvollziehbaren Laufleistung von unter 200.000 Kilometern kostet schnell 15.000 Euro oder mehr. Mit H-Zulassung, ohne Rost und weitgehend restauriert werden auch 20.000 Euro aufgerufen – Tendenz steigend. Speziell bei Sondereditionen wie dem Pirelli-GTI mit besserer Ausstattung in einer guten Farbe. Die Golf GTI der Generation 2 sind zahlreicher und nicht zuletzt deshalb auch leichter sowie günstiger zu bekommen. Mit mäßiger Ausstattung sind schon Modelle unter 10.000 Euro im Angebot. Die 16V-Versionen mit wie ohne Kat und somit 129 oder 139 PS sind im soliden technischen wie optischen Zustand und mit entsprechenden Sonderausstattungen kaum unter 15.000 Euro zu bekommen. Auch hier kennen die Preise aktuell nur eine Richtung. Begehrt sind besonders die seltenen Versionen mit umfangreichen Extras. Wer jetzt noch auf den Golf-GTI-Zug aufspringen will, sollte es tun. Günstiger werden die kleinen Sportskanonen nicht mehr.

Autor: Stefan Grundhoff

Fotos: Roman Raetzke

Stichworte:

GTI

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