Toyota Corolla 60th Anniversary
Warum der Toyota Corolla das meistverkaufte Auto aller Zeiten ist

Seit 1966 ist der Toyota Corolla ein weltweiter Verkaufsschlager. Zum 60. Geburtstag gibt es eine besondere Jubiläumsedition. Doch was macht den Corolla eigentlich so erfolgreich?
Bild: Toyota
Manche Autos begeistern mit spektakulärem Design, andere mit beeindruckenden Fahrleistungen oder außergewöhnlicher Technik. Und dann gibt es Autos, die einfach funktionieren. Die zuverlässig ihren Dienst verrichten, wenig kosten und ihren Besitzern möglichst selten Probleme bereiten. Genau mit diesen Tugenden hat es der Toyota Corolla zu einem der erfolgreichsten Autos der Geschichte gebracht.
Seit seiner Premiere im Jahr 1966 wurden weltweit mehr als 57 Millionen Exemplare verkauft. Damit ist der Corolla, gemessen an den Verkaufszahlen unter einem Modellnamen, das meistverkaufte Auto der Welt. In Europa entschieden sich bislang knapp 9,5 Millionen Kunden für den japanischen Dauerbrenner. Zwölf Generationen hat der Corolla inzwischen durchlaufen. Dabei hat er sich immer wieder verändert, ohne seine ursprünglichen Stärken aus den Augen zu verlieren.
Toyota Corolla war ursprünglich nur für Japan gedacht
Dabei ist der Corolla eine Antwort auf wirtschaftlich turbulente Zeiten. In den 1950er-Jahren hatte Japan mit einer Rezession zu kämpfen, wollte aber das Volk mobilisieren. Heraus kam zunächst der Toyota Publica, der 1961 an den Start ging.

Airbags und Sicherheitsgurte sucht man im Corolla E10 vergeblich. Dafür ist der kleine Japaner trotz seiner geringen Größe erstaunlich geräumig!
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Anfang der 60er-Jahre erholte sich die Wirtschaft jedoch und es musste ein Auto zwischen dem Publica und dem deutlich größeren Crown her. Das Ergebnis war der Corolla. Obwohl von der japanischen Regierung damals nur vorgegeben war, das Auto für den heimischen Markt zu produzieren, hat Toyota größer gedacht und einen weltweiten Verkauf angestrebt – eine goldrichtige Entscheidung, wie es sich herausstellte.
Den Anfang machte 1966 der Corolla E10. Mit seinem 1,1-Liter-Vierzylinder und 60 PS war er für damalige Verhältnisse durchaus ordentlich motorisiert. Schließlich wog der kleine Japaner nur rund 700 Kilogramm. Dazu kam Technik, die in dieser Fahrzeugklasse seinerzeit keineswegs selbstverständlich war. So verfügte der E10 beispielsweise über eine Vorderachse mit MacPherson-Federbeinen und ein synchronisiertes Vierganggetriebe.

Kult-Treffen der Corolla-Klassiker: Vor dem Louwman-Museum in Den Haag (Niederlande) präsentieren sich einige der bedeutensten Corolla-Modelle, darunter der E10 und der AE86.
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Toyota bot den Corolla zunächst als zwei- und viertürige Limousine sowie als zweitürigen Kombi an. Damit hatte er schon früh unterschiedliche Käufergruppen angesprochen. Vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte – der E10 war kein Luxusauto, bot aber mehr Komfort und Ausstattung, als viele Kunden von einem günstigen Kleinwagen erwarteten.
Der AE95 ist ein Vorläufer heutiger Crossover
Die Rechnung ging auf: Der Corolla entwickelte sich zum Verkaufsschlager und legte den Grundstein für eine Modellgeschichte, die mittlerweile sechs Jahrzehnte umfasst. Wie konsequent Toyota den Corolla über die Jahre weiterentwickelt hat, zeigte auch die sechste Generation, die 1987 auf den Markt kam. Während der Corolla inzwischen deutlich gewachsen war, blieben die traditionellen Stärken erhalten: Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Alltagstauglichkeit.
Ebenfalls interessant war der Corolla Kombi AE95. Anders als die meisten Corolla-Varianten dieser Zeit verfügte er über Allradantrieb. Der praktische Familienkombi kombinierte einen 1,6-Liter-Benzinmotor mit vier angetriebenen Rädern und bot damit zusätzliche Traktion auf Schnee, Schotter und rutschigen Straßen.

Mit der sechsten Generation wurde die Materialqualität verbessert. Für mehr Komfort verfügt der Corolla AE95 beispielsweise über elektrische Fensterheber vorn und hinten.
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Damit war der AE95 gewissermaßen ein früher Vorläufer heutiger Allradkombis und Crossover. Er richtete sich an Autofahrer, die viel Platz benötigten, aber nicht auf zusätzliche Geländetauglichkeit verzichten wollten. Und das lange bevor SUV den Automarkt eroberten. Gleichzeitig legte Toyota bei der sechsten Corolla-Generation besonderen Wert auf Qualität. Gemeinsam mit zahlreichen Zulieferern wurden laut Toyota 2000 Verbesserungen umgesetzt. Dazu gehörten eine bessere Geräuschdämmung, hochwertigere Materialien im Innenraum und eine insgesamt verbesserte Verarbeitung.
Sondermodell des Corolla zum 60. Jubiläum
2026, sechs Jahrzehnte nach der Premiere des E10, feiert Toyota den Erfolg seines Bestsellers mit einem Sondermodell. Der Corolla 60th Anniversary ist als fünftüriges Schrägheck und als Kombi ("Touring Sports") erhältlich. Erkennbar ist die Jubiläums-Edition vor allem an ihrer besonderen Optik. Toyota bietet die exklusive Metalliclackierung "New Boreal Blue" mit schwarzem Kontrastdach und schwarzen Dachsäulen an. Alternativ stehen "Platinum White Pearl" und "Ash Grey" zur Wahl.
Dazu kommen neu gestaltete 17-Zoll-Leichtmetallfelgen im Zehnspeichendesign, mattsilberne Akzente an Frontstoßfänger und Seitenschwellern sowie spezielle "60th Anniversary"-Dekore an den hinteren Türen. Im Innenraum erinnern Einstiegsleisten und Fußmatten mit Jubiläumsdetails an den runden Geburtstag.
Unter der Haube gibt es dagegen keine Überraschungen: Toyota bietet den Corolla weiterhin mit zwei Vollhybridantrieben an. Der 1,8-Liter-Vollhybrid leistet 140 PS, der stärkere 2,0-Liter-Hybrid kommt auf 180 PS Systemleistung.
Eine Sache hat sich in den vergangenen 60 Jahren allerdings deutlich verändert: der Preis. Während der Corolla ursprünglich als besonders erschwingliches Auto konzipiert wurde, ist er heute längst kein ausgesprochen günstiger Kompaktwagen mehr.

Der Corolla 60th Anniversary besticht mit einer exklusiven Lackierung, dazu kommen zahlreiche kleine Details und spezielle 17-Zoll-Felgen.
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Die neue 60th Anniversary Edition startet bei 36.990 Euro für den fünftürigen Corolla mit 140 PS. Der stärkere Hybrid kostet mindestens 38.890 Euro. Für den Kombi Touring Sports verlangt Toyota 38.590 Euro bzw. 40.490 Euro.
Der Corolla bleibt seiner Grundidee treu
Zum Vergleich: Der reguläre Corolla Hatchback startet bei 33.340 Euro. Damit kostet das günstigste Jubiläumsmodell 3650 Euro mehr als die Basisversion. Gegenüber der besser ausgestatteten "Teamplayer"-Variante beträgt der Aufpreis 1000 Euro beim Hatchback bzw. 1400 Euro beim Kombi. Toyota verspricht für das Sondermodell einen Ausstattungsvorteil von bis zu 1400 Euro gegenüber einem entsprechend konfigurierten "Teamplayer".
Fazit
Auch wenn der Corolla heute deutlich teurer, größer und technisch aufwendiger ist als sein Urahn von 1966, bleibt die Grundidee erstaunlich ähnlich. Statt auf spektakuläre Fahrleistungen oder besonders ausgefallene Technik setzt Toyota weiterhin auf einen unkomplizierten Alltagsbegleiter.
Ob die neue Sonderedition selbst einmal zum Klassiker wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber: Der Corolla hat in sechs Jahrzehnten bewiesen, dass ein Auto nicht besonders aufregend sein muss, um außergewöhnlich erfolgreich zu werden.
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