Fensterjalousie bei klassischen Muscle Cars
Wissen Sie wozu dieses Detail am Heckfenster dient?

Wer einen klassischen Ford Mustang oder Dodge Challenger sieht, entdeckt oft Lamellen an der Heckscheibe. Die waren früher nicht nur ein Styling-Element.
Bild: Roman Raetzke
Sicher ist Ihnen auch schon mal ein gewisses Detail bei klassischen Muscle Cars wie Dodge Challenger, Ford Mustang oder Chevrolet Camaro aufgefallen: horizontale, meist schwarze Kunststofflamellen, die über der Heckscheibe oder teilweise auch über den hinteren Seitenfenstern angebracht sind. Dabei handelt es sich jedoch nicht etwa um ein cooles Accessoire, um dem Fahrzeug das gewisse Extra zu verleihen. Diese sogenannten Fensterjalousien sahen nicht nur gut aus, sondern erfüllten auch einen wichtigen Zweck.
Auch wenn die typischen Muscle Cars vor allem als amerikanisches Phänomen gelten, schwappte der Trend natürlich auch nach Europa. Die Hochzeit der leistungsstarken Sportwagen begann Ende der 1960er-Jahre und reichte bis in die frühen 1970er-Jahre. Anschließend flaute der Boom aufgrund strengerer Abgasvorschriften, der Ölkrise von 1973 und steigender Kosten deutlich ab.
Heute gelten viele Modelle als begehrte Klassiker mit hohem Sammlerpotenzial, darunter der Pontiac GTO, der Chevrolet Chevelle SS oder der Ford Mustang Shelby. Einige dieser V8-Ikonen trugen damals Fensterjalousien, auch "Window Louvers" oder "Sport Slats" genannt, die nicht nur zum markanten Auftritt der Fahrzeuge beitrugen.
"Window Louvers" schaffen Abhilfe
Wie so oft bei Anbauteilen am Fahrzeug hatten auch die Fensterjalousien eine bestimmte Funktion beziehungsweise Aufgabe. Vor allem bei den Ende der 1960er-Jahre beliebten Fastback-Modellen mit ihrer großen, stark geneigten Heckscheibe konnte sich der Innenraum in der Sonne schnell aufheizen. Klimaanlagen waren damals noch kostspielige Extras, während moderne Sonnenschutzfolien kaum verbreitet waren. Die Jalousien sollten deshalb die direkte Sonneneinstrahlung reduzieren, ohne dem Fahrer komplett das Licht und die Sicht nach hinten zu nehmen.

Die Fensterjalousien sorgten für mehr Schatten im Innenraum und zusätzliche Privatsphäre.
Bild: Roman Raetzke
Doch die Lamellen erfüllten nicht nur einen praktischen Zweck. Ähnlich wie Rollläden an Häusern sorgten sie auch für mehr Privatsphäre und verliehen den Fahrzeugen einen unverwechselbaren Auftritt. Gerade bei Muscle Cars passte der markante Look perfekt zum Zeitgeist. Kein Wunder also, dass zahlreiche Hersteller den Trend aufgriffen und die Heckscheibenjalousien entweder direkt ab Werk oder als Zubehör anboten.

Auch der Lamborghini Miura SV trug eine Heckjalousie. Sie sorgte dafür, dass Motorhitze und Fahrgeräusche entweichen konnten.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.
Beim nächsten Dodge Challenger, Ford Mustang oder Chevrolet Camaro mit Heckscheibenjalousien wissen Sie also: Hinter dem markanten Look steckt mehr als nur ein Stilelement.
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