Wann immer in einem BMW ein Dieselmotor laut nagelnd und qualmend seine Arbeit aufnimmt, kann sich der Fahrer mitleidiger Blicke der Passanten sicher sein: "Schau mal, der Motor ist wohl kaputt." Denn sie vermuten alles – nur nicht einen Selbstzünder unter der Haube eines BMW. Dabei wird sogar in die sportliche 3er Reihe ein Dieselmotor eingebaut – 324d heißt er dann, hat 86 PS. AUTO BILD prüfte den Münchner 3er-Diesel im direkten Vergleich mit seinem Stuttgarter Konkurrenten: Kann er gegen den Mercedes 190 D 2.5 mit 90 PS bestehen?
Dass die Stuttgarter schon seit 50 Jahren Autos mit Dieselmotoren bauen (das erste Modell war der 260 D von 1936) und viel Erfahrung haben, merkt man dem 190 D 2.5 schon beim Starten an. Die Vorglühzeit, im Volksmund Diesel-Gedenkminute genannt, schrumpfte auf zwei Gedenksekunden. Dann kann der Motor schon gestartet werden. Schnellglühkerzen machen es möglich. Klar, dass die auch BMW verwendet. Und so geht die erste Wertung mit dem gleichen Ergebnis aus: Einsteigen, starten, losfahren. In der Art, wie sich die beiden Wagen in Bewegung setzen, gibt es allerdings größere Unterschiede.
Im Münchner hat man ein völlig neues BMW-Fahrgefühl. Sein Sechzylindermotor lässt die Spontaneität seiner Benzin-Geschwister völlig missen. Bis 3000/min tut sich wenig. Erst dann erwacht der Reihensechszylinder, wird munter. Ergebnis: Der 3er wird fast immer mit recht hohen Drehzahlen gefahren und muss fleißig geschaltet werden. Das macht allerdings viel Spaß, denn das Fünfgang-Getriebe lässt sich exakt und kinderleicht bedienen. Ganz anders sein Stuttgarter Konkurrent. Der 90 PS starke Fünfzylinder-Diesel kommt schon bei niedrigen Drehzahlen richtig zur Sache. Er muss wenig geschaltet werden, lässt sich oft im vierten und fünften Gang fahren.