Unterhalten sich zwei AUTO BILD-Mitarbeiter: "Was, du hast auch einen Spider! Mit oder ohne?" Antwort des anderen: "Na, ohne natürlich!". Grinsen. Freude. Die Übersetzung für Nicht-Eingeweihte: Die Rede ist vom Alfa Spider – jenem italienischen Klassiker, dessen Linie seit 1966 nahezu unverändert geblieben ist. Bis eben auf die Schürze vorn. Und den – in den Augen seiner meistens Fans – potthässlichen Gummi-Popo, der ein Spoiler sein soll. Als aerodynamische Hilfe wurde er dem Wagen ab Modelljahr 1983 verpasst. Ein glatter Stilbruch, der einzig dazu führte, dass die Vorgängermodelle noch begehrter wurden.
Deshalb also die Standardfrage: mit oder ohne? Kaum ein anderes Auto weckt soviel Emotionen wie dieser offene Italo-Sportwagen. Dass in diesem Jahr das Auto 100 Jahre alt geworden ist, der Dieselmotor, der Käfer und der Kadett den 50. Geburtstag feierten, nimmt man hin, registriert es. Zum 20. Lebensjahr des Alfa Spiders aber möchte man am liebsten öffentlich applaudieren. Und ihm eine Torte an den Auspuff binden, deren 20 Lichtlein er sodann im unnachahmlichen Alfa-Sound auspustet. Ok, ich will meine Verzückung nicht weiter übertreiben, aber Schwärmen ist bei diesem Auto zwangsläufig.
Zu den nüchternen Testkriterien kommen wir später. Ein bisschen Geschichte: Als der offene Alfa Ende Februar 1966 auf die Welt kam, war er von Anbeginn ein (neudeutsch) "herbes Gerät". Damals sagte man "heiße Biene", meinte das tolle Fahrgestell, den heißen Sound – und die flotten Kurven natürlich. Damals gab's den biederen Mercedes 230 (mit Sechszylinder, Heckflossen und cw-Wert eines Scheunentors), den massigen Opel Admiral. Der Käfer war just neu mit 1300 Kubik und 40 PS gekommen. Und dann diese heiße Biene daneben, die zum Hinterherpfeifen anstachelte!