Citroën CX 25 TRD Turbo 2: Fahrbericht
Der schnellste Diesel der Welt

AUTO BILD-Archiv-Artikel 15/1987: Bereits seit 1974 wird der Citroën CX gebaut. Jetzt bekommt er einen neuen Motor: ein Turbodiesel mit 120 PS, der ihn zur schnellsten Diesel-Limousine der Welt machen soll.
- Andreas Borchmann
Als mir Gunter von Bülow, Pressesprecher bei Citroën, den Schlüssel des neuen CX 25 TRD Turbo 2 für eine erste Testfahrt in die Hand drückt, sagt er: "Auf diesen neuen Motor sind wir sehr stolz. Besonders das stattliche Drehmoment von 258 Nm, das schon bei 2000 Touren anfällt, macht den Fahrspaß dieses Autos aus." Was Gunter von Bülow damit meinte, wird mir schnell klar. Schlüssel rumdrehen, kurz vorglühen, starten – los geht's. Und wie. Der CX braucht keinen Anlauf wie andere Diesel, hat von Anfang an mächtig Kraft, eben 258 Newtonmeter schon bei 2000 Umdrehungen. Dieser Vorteil hat aber auch einen Nachteil: Beim Anfahren muss zügig hochgeschaltet werden, denn die Einspritzpumpe regelt bereits bei 4000/min ab.
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Ansonsten aber erlaubt gerade diese Motorcharakteristik ein besonders schaltfaules Fahren. Auch schnelles? Citroën verspricht es jedenfalls. Der Citroën CX TRD Turbo 2 soll der schnellste Diesel der Welt sein. Um das zu überprüfen, fahre ich auf die Autobahn. Tatsächlich: Nach einigen Kilometern freier Strecke zeigt der Tacho 200 km/h an. Das sind echte 193 km/h. Damit ist er genau drei Stundenkilometer schneller als der Mercedes 300 D im AUTO BILD-Test. Und der war bisher Titelträger. Allerdings wird sich auch der Franzose nicht lange an der Spitze halten können. Denn der Mercedes-Kombi 300 TD Turbo steht schon in den Startlöchern. Er soll sogar echte 195 km/h schaffen.
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Den CX-Fahrer wird das sicher wenig stören. Denn Raser werden sich ohnehin nicht für diesen Diesel entscheiden. Einmal weil das Auto bei voller Fahrt doch sehr laut ist. Wobei das Motorengeräusch weniger stört als die starken Windgeräusche an den Türen, die leider immer noch nicht perfekt eingepasst sind. Zum anderen, weil die wahre Stärke des CX im Gleiten liegt: Dann fühlt man sich wohl in den sehr weichen und bequemen Sitzen, dann genießt man die Vorzüge der hydropneumatischen Federung (ein Gas-Öl-Polster), die nahezu alle Fahrbahnunebenheiten perfekt ausfiltert und dann genießt man den ruhigen Lauf des Motors, der nur im kalten Zustand ein dieseltypisches Nageln von sich gibt.
Hase auf der Flucht
Wer es aber doch einmal sportlich versuchen sollte, der sei hiermit wenigstens vorgewarnt: Die Servolenkung ist so direkt übersetzt, dass zumindest Citroën-CX-Ungeübte bei scharfer Kurvenfahrt oft Haken wie ein Hase auf der Flucht schlagen. Auch die Bremsen sind nur mit Gefühl zu bedienen. Sie arbeiten fast ohne Pedalweg. Und die recht starke Karosserieneigung droht den Fahrer in schnellen Kurven aus den eben noch so gemütlichen Sesseln zu kippen. Für Citroën-Fahrer ist das natürlich nichts Neues. Auch nicht, dass sie im CX immer noch mit kleinen Unzulänglichkeiten leben müssen.
Citroën-typische Unzulänglichkeiten
So muss der Blinkerschalter in der futuristischen Armnaturentafel nach wie vor von Hand zurückgestellt werden. Das Radio ist zwischen den Vordersitzen montiert. Ungünstiger geht's kaum noch. Der kleine Kofferraumdeckel erleichtert das Beladen auch nicht gerade. Und die Verarbeitung ist in 13 Jahren Produktionszeit zwar besser geworden, aber noch lange nicht perfekt. Zum Ausgleich bietet der große Citroën viel Platz im Innenraum und eine zeitlose, individuelle Karosserie. Der Citroën CX ist auch mit dem neuen Turbodiesel geblieben, was er immer war: ein Auto für Individualisten, dessen Reiz gerade in seinen Eigenheiten liegt. Und es macht halt Spaß, in ihm über die Straßen zu gleiten.
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