Crossover-Trend: Urahn Matra-Simca Rancho
Der erste Crossover kam aus Frankreich!

Der aktuelle Crossover-Trend wirkt wie eine Modeerscheinung. Der vergessene Matra-Simca Rancho begründete die Gattung schon vor über 40 Jahren!
- Elias Holdenried
Crossover sind keine neue Erfindung! Der Grundstein für den SUV-Trend wurde bereits in den 1970er-Jahren in Frankreich gelegt. Der griechische Designer Antonis Valonis, damals im Dienst des französischen Kleinserienherstellers und Raumfahrtkonzerns Matra, hatte 1976 nämlich die bahnbrechende Idee, einen normalen Kompakten auf Offroad-Optik zu trimmen.
Mutiges Konzept auf Kompaktwagen-Basis

Als Basis für den Rancho diente der damals sehr fortschrittliche Simca 1100.
Nach 57.000 gebauten Exemplaren war Schluss
Anfangs griffen die Kunden noch begeistert zu, doch schon bald trat Ernüchterung ein. Das mag auch am fahrerischen Talent des Rancho gelegen haben. Aus Kostengründen gab es ihn, wie viele seiner modernen Nachfahren, nämlich nur mit Frontantrieb. Mit diesem Handicap konnte der Rancho abseits befestigter Straßen wenig ausrichten. Ebenfalls eine Gemeinsamkeit, die ihn mit den modernen SUVs verbindet. Allerdings scheint dieser Nachteil die Kunden heutzutage wenig zu stören. Mit seinem 80 PS starken und 1,4 Liter großen Vierzylinder zählte er auch nicht gerade zur schnellen Sorte – und die Verarbeitungsqualität war teilweise auch ziemlich schlecht. Und so wurde der Pionier 1983 nach etwa 57.000 gebauten Exemplaren frühzeitig in Rente geschickt. Nach der Übernahme durch den PSA-Konzern (1979) hieß das Modell übrigens Talbot-Matra Rancho. Heute ist der Rancho fast vergessen und nahezu ausgestorben. Vielleicht waren die Franzosen aber auch nur etwas zu früh dran. 30 Jahre später wäre der Urahn von Peugeot 3008, Nissan Qashqai und Co. wahrscheinlich ein großer Erfolg geworden.
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