Die neuen Fünfer-BMW
Der Bayer, der alles hinter sich lassen will

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AUTO BILD Archiv-Artikel 2/1988: BMW geht in die vollen. Die neuen Fünfer sollen das aufholen, was die Vorgänger nie schafften. In Form und Technik wollen die Bayern nicht mehr hinterherfahren.
Noch bevor die ersten Exemplare des wichtigsten BMW-Modells der nächsten Jahre zu den Händlern und Kunden rollen, haben die Bayern die Parole ausgegeben: "Der neue Fünfer (E34) ist kein kleiner Siebener! Er ist ein eigenständiges Auto." In Wirklichkeit ist es gerade die Absicht, das nächst kleinere Auto mit dem Prestige des größeren kräftig anzuschieben. Image-Transfer von oben nach unten, so wie bei Mercedes. Der 5er ist als stärkste Waffe geschmiedet, um sich endgültig gegen den Erzrivalen Daimler-Benz durchzusetzen. Die Siebener und der Zwölfzylinder waren nur der Auftakt. Die Modellreihe 520 bis 535 soll BMW den absolut unbestrittenen Platz an der Sonne unter den feinen und technisch hochwertigen Autos der Welt sichern.
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Daran hat es in der Vergangenheit trotz aller Erfolge der Münchner, ihrer geschickten Propaganda und dem sturen Durchhaltevermögen der Fans zur weißblauen Marke bisher oft gehapert. Der 5er (alt) war (übrigens zusammen mit dem Jaguar XJ und der zwei Jahre jüngeren Volvo-200er-Baureihe) zum Modell-Methusalem der gehobenen Mittelklasse geworden. Er wurde 1972 aus der Taufe gehoben; sein Konzept war – trotz Auffrischung – zwanzig Jahre alt. Niemals konnte sich der alte Fünfer in der Oberliga der meistverkauften Autos Deutschlands platzieren. Bei Vergleichstests in Europa landete der Typ ziemlich regelmäßig auf den letzten Plätzen.
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1986 fanden sich in der Bundesrepublik noch 29.337 5er-Käufer. 1987 waren es kaum mehr als 20.000. Zum Vergleich: Mercedes konnte von seinem (mit Mängeln gestarteten) Konkurrenztyp W 124 (Modelle 200 bis 300 E einschließlich der Coupes, Kombis und Dieselvarianten) mehr als 150.000 Stück verkaufen. Nur auf vielen Exportmärkten schlugen sich die Bayern besser als die Schwaben. Das soll nun alles anders werden. Auch in der oberen Mittelklasse erhebt BMW den Anspruch, gleichwertig, wenn nicht besser zu sein. Das allerdings kann die BMW-Führung unter Eberhard von Kuenheim und seinem jungen Technik-Chef Dr. Wolfgang Reitzle nur durch ein ausgeklügeltes, Geld und Zeit sparendes Baukastensystem erreichen.
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