Gebrauchtwagen 1988
Diese Autos können Sie (fast) blind kaufen

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AUTO BILD Archiv-Artikel 16/1988: Viel Auto fürs Geld, wenig Reparatur-Kosten, zuverlässige Technik – es muß nicht immer ein Neuwagen sein. Man findet sie auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt: die Soliden.
Ob 6000 oder 16.000 Mark - wer soviel Geld für einen Gebrauchten hinlegt, will eines ganz gewiss: ein solides Auto. Doch der Preis sagt noch nichts über die Qualität der Technik. Für 6000 Mark kann ein sehr stabiles Gerät mit hoher Lebenserwartung erworben werden oder ein Auto mit erheblichen Mängeln. Doch das Risiko eines Fehlkaufs ist relativ klein, wenn man sich in einer bestimmten Kategorie umsieht. Grundsätzlich gilt: Typen, die nicht sonderlich beliebt sind, wegen ihres hausbackenen Designs etwa, der schrulligen Innenausstattung oder dem knurrigen Motor, sind oftmals die treuesten Gefährten.
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Beispiel Ford Granada. Gleichgültig in welcher Variante, ob als viertürige Limousine oder fünftüriger Kombi in der luxuriösen Ghia-Ausstattung - man muss sich schon anstrengen, um einen Granada des Baujahrs '81 zu einem Preis von über 6000 Mark zu finden. Gepflegte Exemplare, die noch gut in Chrom und Lack stehen, sind keine Seltenheit und oft billiger. Die Mechanik aus der Großserie ist simpel und schier unverwüstlich. Die 1,6-, 1,7- und 2-Liter-Motoren sind bieder und behäbig, rau und durstig, aber gut für hohe Laufleistungen. Lediglich der 2,8-Liter-V6 musste zuweilen wegen kaputter Kopfdichtungen und defekter Wasserpumpen an den Haken.
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Den meisten Gebrauchtwagen-Käufern ist der Granada zu groß, zu hausbacken. Lediglich bei ausländischen Großfamilien ist er begehrt. Doch die insgesamt geringe Nachfrage hält den Preis unten. Wer zuschlägt, bekommt einen guten Gegenwert für's Geld. Ähnlich solide, aber mit besserem Image fährt, wer sich beispielsweise für 16.000 Mark einen gebrauchten Mercedes kauft. Für die Summe gibt's eine interessante Auswahl: '84er 280 E, '83er 190 E, '82er 230 TE, '81er 280 CE oder gar ein W-126er-S-Klasse-Modell von 1981: den 280 SE. Selbst bei Laufleistungen jenseits von 100.000 Kilometern ist der Kauf eines Daimlers überschaubar.
Mercedes-Maschinen unkaputtbar
Einzige Ausnahme: Die ersten Modelle (1983/84) der 190er-Baureihe hatten nicht das gewünschte Qualitätsniveau: Motor, Sitzgestühl und Bremsscheiben gaben Anlaß zu Klagen. Überdurchschnittliche Langlebigkeit zeichnet die Mercedes-W-123er-Baureihe aus. Die 200 D bis 280 E (1976-1985) strotzen auch im Alter noch vor Gesundheit. Maschinen mit 300.000 Kilometern überdauern allerdings häufig die Karosserie: Sie wird bei den Modellen vor 1979 bisweilen vom Rostfraß heimgesucht. Quer durch alle Preiskategorien und Wagenklassen gibt's ein stattliches Angebot solider Gebrauchtwagen.
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