Ein einstiger DDR-Flüchtling hat sich auf das Sammeln von Ost-Autos verlegt, die Autos der einstigen Unterdrücker. In seinem Fuhrpark: ein Armee-Lada und ein Honecker-Citroën.
Mit solch einem Wartburg 353 flüchtete Rolf Mahlke über die Grenze. Allerdings in kirschrot.
Bild: Christian Bittmann
Während der designierte US-Präsdident Donald Trump die Grenze zum benachbarten Mexiko abschotten will, hat Rolf Mahlke so seine Erfahrungen mit Grenzzäunen. Er hat einen Teil seines Lebens in Sichtweite der DDR-Grenzschutzanlagen im Örtchen Hanum verbracht. Das hat sicher geprägt, denn der Arzt hat sich aufs Sammeln bereifter Ost-Kuriositäten verlegt. Dazu gehört ein Lada 2107. Der heute olivgrüne Ordonnanzwagen der Roten Armee mit Sowjetstern auf der Tür wurde 1985 in Russland rustikal zusammengebaut, seine Spaltmaße ähneln denen der Karpaten.
Bis zum Mauerfall am 9. November 1989 war Mahlkes Heimatdorf Hanum auf drei Seiten von DDR-Grenzsperranlagen umgeben, weil es wie eine kleine Landzunge nach Niedersachsen hineinragte. "Ich brauchte damals einen Passierschein, wenn ich von meinem Studienort Rostock die Eltern zu Hause in Hanum besuchen wollte“, sagt Mahlke. "Die Hanumer waren nicht nur eingesperrt, sie waren auch ausgesperrt vom Rest der DDR.“ Das war auf Dauer unerträglich, und so flüchteten Rolf Mahlke und seine Frau Marion 1989 über Prag in den Westen. Das Fluchtauto war ihr kirschroter Wartburg 353, den sich in der tschechischen Hauptstadt stehen lassen mussten. Seit 1990 leben sie im ehemaligen Goldenen Westen – zehn Minuten von Hanum entfernt.
Die Staatskarosse von Honecker
Erich Honeckers Fuhrpark umfasste u.a. einen Citroën CX. Sein Modell war noch speziell konfiguriert.
Bild: Werk
Warum er Ost-Autos sammelt? "Das ist keine Ostalgie“, beharrt Mahlke, "sondern meine bis heute andauernde Rache am System: Ich eigne mir die einstigen motorisierten Insignien kommunistischer und sozialistischer Macht an und reise damit, wohin ich will!“ Deshalb parken in Mahlkes Garage unter anderem auch ein Volvo 264 TE aus Politbüro-Beständen sowie ein verlängerter Citroën CX Prestige aus der Flotte des ehemaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Dem Kauf des Volvo, Mahlkes erstem Ost-Oldie, ging so etwas wie ein Erweckungserlebnis voraus. Noch zu DDR-Zeiten: "In Rostock bog mal so ein 264 TE vor mir in Richtung Stasi-Knast ab. Da habe ich mir geschworen: Eines Tages hast du auch so einen Wagen. Und mit dem fährst du nicht ins Gefängnis, sondern in den Urlaub!"
Bildergalerie
Das sind die Autos der DDR
Ein taufrischer Lada 21073
Lada 2106: Im Nachhinein von zivil auf authentisch Volkspolizei umgebaut. Ein Hingucker.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
Schon vor 27 Jahren erkannte Mahlke: "Hier kannst du nichts werden, hier kommst du nicht voran! Keine Eigeninitiative, nur Mitlaufen, Anpassung, Wut und Mangel.“ Am Ende stand die Flucht in den Westen – und der Triumph über das System. Deshalb also dieser Lada– oder besser gesagt: diese Lada, denn Mahlke hat gleich mehrere gebunkert. Einen taufrischen Lada 21073, mit original 4112 Kilometern auf dem Tacho. Und einen Streifenwagen der Volkspolizei, inklusive Lichtanlage auf dem Dach. Die Lada-Manie hat aber noch einen weiteren Grund: "Musste ich haben. Weil ich zu DDR-Zeiten nur den Lada nicht geschafft habe", grinst Mahlke.
Russischer Viertürer mit italienischen Fiat-Wurzeln
Der Lada 2107 passte gut zum Arbeiterstaat. Technisch überschaubar, anspruchslos und treu.
Bild: Roman Raetzke
Im Lauf der Zeit hat Mahlke dann tatsächlich die Symbole einstiger Staatsmacht gekapert. Darunter ist auch der braungrüne Nova der Sowjetarmee, den er jetzt vor das Grenzmuseum Zicherie-Böckwitz stellt. Es besteht aus den originalen ehemaligen DDR-Grenzanlagen, die hier auf rund zweihundert Meter Privatgrund komplett erhalten wurden. "Ursprünglich lief der Lada bei der GSSD, Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. An die wurde er in einer Serienfarbe ausgeliefert. Den schlammgrünen Armee-Anstrich erhielt der Wagen dann in Handarbeit bei der Truppe, wo ihn irgendein Gefreiter überpinseln musste. Das war allgemein so üblich“, erinnert Mahlke. Und wirklich ist der russische Viertürer mit italienischen Fiat-Wurzeln nur von außen dick übergerollt. Im Innenbereich zeigt sich beiger Originallack.
Automobile Zeitzeugen
Grenz-Erfahrung: Der alte Kolonnenweg ist noch da. Die Bilder von damals erscheinen wieder real.
Bild: Roman Raetzke
Jetzt rumpelt der Lada auf dem ehemaligen Kolonnenweg der Grenze entlang, parallel zum bis heute penibel geharkten, mehrere Meter breiten Sandstreifen. Das sollte Spuren von Grenzverletzern sichtbar machen – wenn es diesen denn gelungen war, Metallzaun, Signaldrähte, Minenfelder und Kfz-Sperrgraben zu überwinden und sich den Blicken aus dem ebenfalls erhaltenen Wachtturm zu entziehen. In dessen Schatten ist Mahlke aufgewachsen, buchstäblich, denn sein Kindergarten lag genau gegenüber der Mauer. Und so hat er mit anderen einen Oldtimer-Verein gegründet, den "Fuhrpark Ost-West e.V." Die Erinnerungen an die DDR sind fast drei Jahrzehnte nach Mauerfall verblasst. Nur die automobilen Zeitzeugen sind noch gut in Schuss.
Das sind die Autos der DDR
1/85
In der DDR gab's eine vielfältige, bunte Autowelt, die weit mehr zu bieten hatte als Trabant und Wartburg! Ob Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober oder Mauerfall am 9. November: Immer lohnt sich der Blick auf die Autos der DDR. Die meisten Autos sind mitllerweile zu Klassikern gereift und heute teils teuer. AUTO BILD KLASSIK zeigt die schönsten Autos der DDR in vielen zeitgenössischen Bildern!
Bild: Harald Almonat
2/85
Mitte der 50er Jahre kam in der DDR das wichtigste Auto des Landes heraus, der Trabant. Hier das erste Funktionsmuster bzw. der erste Prototyp des Trabant. Dessen erste Ausführung rollte ab ...
Bild: Werk /
3/85
... 1957 als Trabant P 50 auf die Straßen der DDR. Zunächst verließen Fahrzeuge der Nullserie das Werksgelände in Zwickau, 1958 begann der Verkauf. 1962 folgte der Trabant 600 mit der internen Bezeichnung P60.
Bild: Werk
4/85
Duroplast-Bomber, Rennpappe oder einfach nur Pappe: Der treue Trabant 601 trägt viele Spitznamen. 1964 trat der P601 die Nachfolge des P60 an. An der technischen Basis mit luftgekühltem Zweizylinder-Zweitakter, Frontantrieb und Duroplast-Karosserie änderte sich nur wenig.
Bild: Alexander Vasiliev
5/85
Der 601 holt 26 PS aus 595 Kubikzentimetern Hubraum, von 0 bis Tempo 80 braucht er 20 Sekunden, Spitze 105 km/h. Womit 1964 niemand rechnet: Dieses Auto sollte ein Vierteljahrhundert lang gebaut werden, technisch nahezu unverändert!
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
6/85
Der Trabant als Zugfahrzeug? Logisch. Die 26 Trabant-PS haben keine Mühe mit diesem originalen QEK-Junior-Wohnwagen (300 bis 360 Kilo Leergewicht). Eine Alternative war höchstens das Campingzelt auf dem Dachgepäckträger.
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
7/85
Ocker und erdfarben: Solche Farben waren zu Zeiten des Trabant 601 Standard.
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
8/85
So schaltet sich der Trabant: erster Gang vorn unten, zweiter Gang vorn oben, dritter Gang hinten unten, vierter hinten oben. Zum Einlegen des Rückwärtsgangs den Schalthebel mittig ganz nach vorn drücken und über die Sperre nach unten bewegen. Vor dem Losfahren unbedingt den Benzinhahn öffnen!
Bild: Conrad Piepenburg
9/85
Der Benzinhahn liegt rechts neben der Heizung. Beginnt der Trabant beim Fahren zu stottern, einfach auf Reserve umschalten: Herunterbeugen, Hahn ganz nach links drehen und wieder Gas geben. Vier Liter sind nun noch im Tank.
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
10/85
Wie viel Zweitakt-Mischung ist noch im Tank? So misst man nach! Das Mischungsverhältnis war Kraftstoff zu Öl gleich 33 zu 1. Ab dem Modelljahr 1974 reichte auch 50 zu 1.
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
11/85
Der Zweizylinder des Trabant läuft "mit der Kraft der zwei Kerzen". Diese augenzwinkernde Beschreibung des Knattersounds hat sich in der Trabi-Gemeinde zum geflügelten Ausdruck entwickelt.
Bild: AUTO BILD / Harald Almonat
12/85
Praktischer ging es in der DDR kaum: Bei DDR-Bürgern war der Trabant Kombi "Universal" als kompakter Lademeister sehr beliebt. Mehr Auto war auf einer Länge von nur 3,51 Metern kaum denkbar.
Bild: Alexander Vasiliev
13/85
Aus der Betriebsanleitung des Trabant: "Die Straßenlage und die Beschleunigung Ihres Trabant sind ausgezeichnet. Das sollte Sie jedoch nicht verleiten, leichtsinnig zu werden. Fahren Sie so, dass Sie überall jederzeit rechtzeitig anhalten können."
Bild: Werk
14/85
Eine offene Trabant-Variante für die NVA ("Grenz-Trabant" oder "Stoffhund") folgte 1966. Das gleiche Auto gab es ab 1978 auch als ziviles Modell Tramp.
Bild: Privat
15/85
Im Gruppe-2-Trabant lieferte der Zweitakt-Motor vom Typ P65 stolze 50 PS und 90 Nm Drehmoment. Das 590 Kilogramm leichte Zweitakt-Geschoss erreichte 150 km/h. Kostenpunkt: für viele unerreichbare 50.000 Ost-Mark.
Bild: Andrea Schick-Zech
16/85
Als der Trabant mit dem 1,1-Liter-Motor aus dem VW Polo 86C serienreif war, stand die DDR schon vor ihrem Ende. Kaum jemand wollte den ab Mai 1990 gebauten Trabant-Viertakter 1.1 kaufen.
Bild: Werk /
17/85
Statt zwei Zylindern murmeln beim Trabant 1.1 vier im unter der Haube, die für den VW-Motor geändert werden musste. "Noch nie haben uns 126 km/h so beeindruckt. Trabi-Rasen macht Freude", schrieb AUTO BILD 1990.
Bild: Andreas Lindlahr
18/85
Doch ab dem 1. Juli 1990 waren Westwagen für DDR-Bürger erreichbar. Wer nahm da für 9000 Westmark noch einen neuen Trabi, wenn gespachtelte Golf I und Fünfthand-BMW lockten?
Bild: Andreas Lindlahr
19/85
"Mumie mit Herzschrittmacher" spottete man damals über den Trabant 1.1. Doch der fährt mit nur 700 Kilogramm Leergewicht sehr vergnüglich. Tolles Handling und 40 PS bringen den Trabant ordentlich auf Trab. Bergab mit Rückenwind sind 150 km/h drin.
Bild: Andreas Lindlahr
20/85
Der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau war ab Juli 1990 Geschichte, Nachfolgerin wurde die Sachsenring Automobilwerke GmbH. Bis zum 30. April 1991 versuchte man, den Trabant 1.1 zu verkaufen. Vergeblich. Nach nur einem Jahr Bauzeit und 39.474 Exemplaren wurde der Trabant 1.1 am 30. April 1991 eingestellt. Die Verpflanzung des 1100-ccm-Motors konnte das fahrende Fossil nicht retten.
Bild: Andreas Lindlahr
21/85
Neben dem Trabant die zweite große Automarke der DDR: Wartburg. Der 311/312 war ein Höhepunkt des DDR-Autobaus, westliche Eleganz sah nicht anders aus. Angetrieben wurde der 311 vom 900 ccm großen Dreizylinder-Zweitakter mit 37 PS aus dem IFA F9.
Bild: Werk
22/85
Zwar konnte die Technik mit dem ästhetisch bemerkenswerten Auftritt nicht mithalten, die Werbung machte den Wartburg trotzdem zum Traumauto.
Bild: F.O.Bernstein/Stadtarchiv Eisenach/Museum der bildenden
Künste Leipzig
23/85
Geräumige Limousine mit altem DKW-Herz. Dieser Wartburg 1000 (Baureihe 311, 1955-1965) schuftete noch zu Wendezeiten im alltäglichen Einsatz.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
24/85
Das Wartburg 311 Reise-Coupé war ein automobiler Traum. Seine Ästhetik konnte mit Borgward Isabella Coupé oder VW Karmann Ghia mithalten. Als Antrieb diente auch hier der knatternde Dreizylinder anderer Wartburgs.
Bild: Werk
25/85
Der Wartburg 311 Camping war ab 1956 einer der elegantesten Kombis überhaupt. Auch ein zweitüriger 311 Kombi wurde angeboten. Interessantes Stilelement des Camping: die ins Dach gezogenen hinteren Seitenscheiben.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
26/85
Ab August 1966 rollte in Eisenach der Wartburg 353 vom Band. Er entsprach zum Zeitpunkt seiner Präsentation der aktuellen Auto-Mode. Der konservativ gezeichnete Wartburg hatte veraltete Technik an Bord, doch die simple Ausführung erleichterte Wartung und Reparaturen.
Bild: Werk
27/85
Camping war in der DDR sehr beliebt. Daher wurden im Wartburg-Prospekt natürlich die Liegesitze des 353 hervorgehoben.
Bild: Werk
28/85
Standard-Streifenwagen der Volkspolizei war der Wartburg 353. Nach der Wiedervereinigung ergänzten Streifenwagen aus dem Westen die Fahrzeugbestände der Volkspolizei.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
29/85
Das Wartburg-Kombimodell folgte 1969 und trug den Namen "Tourist". Limousine und Tourist teilten sich den Antrieb: Einen Einliter-Zweitakter mit drei Zylindern und zunächst 45, ab 1969 mit 50 PS.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
30/85
Große Klappe: Hält der Wartburg Tourist, was dieses Bild andeutet?
Bild: Werk
31/85
Klar, alles drin. Schon die Limousine bot ein beachtliches Kofferraumvolumen von mehr als 500 Litern. Der Tourist war ein wahrer Lademeister.
Bild: Werk
32/85
Auch einen Pick-up auf Wartburg-Basis gab es. Ab 1985 lief der Wartburg 353 Trans in Eisenach vom Band. An Privatleute wurde er jedoch nicht ausgeliefert, den Trans bekamen Behörden. Nach der Wende gingen aber einige in Privathand über.
Bild: Werk
33/85
Um 1960 hatte man in Eisenach mit der Entwicklung eigener Viertaktmotoren begonnen. Doch das Politbüro wünschte keine Weiterentwicklungen. In den 80ern musste dann mit Gewalt ein VW-Motor in den Warti. Das machte 1988 zu einem letzten Höhepunkt der DDR-Autoindustrie: Der Wartburg 1.3 mit Viertakter und 58 PS erschien.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
34/85
Irmscher machte den Viertakt-Wartburg schick. Doch es hat dem Verkauf nicht mehr geholfen, auch der Wartburg 1.3 Irmscher New Line stand wie Blei bei den Händlern. Heute ist der Irmscher-Wartburg ein begehrtes Sammlerstück!
Bild: Werk
35/85
Schicksal der Wende: 1989 entstanden etwa 100 Wartburg 1.3 mit Streifenwagen-Ausstattung. Sie kamen nicht mehr zum Einsatz.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
36/85
Der 1969 präsentierte Melkus RS 1000 war das Traumauto in der DDR. Zwischen 1969 und 1979 baute Motorsport-Held Heinz Melkus den Sportwagen unter schwierigen Bedingungen. Dem ein Liter großen Wartburg-Dreizylinder entlockte er nach offiziellen Angaben 70 PS.
Bild: Lena Barthelmeß
37/85
101 Mal entstand der Melkus RS 1000 – und zwar ausschließlich für die Rennstrecke. Den Rennbetrieb haben nur 50 Exemplare überlebt.
Bild: Lena Barthelmeß
38/85
Als Teilnehmer von Oldtimer-Rallyes macht der RS 1000 immer eine gute Figur, wie hier bei der Oltimer-Rallye Hamburg-Berlin-Klassik 2017.
Bild: Matthias Brügge
39/85
1949 begann die Autoproduktion im neu gegründeten Industrieverband Fahrzeugbau der DDR. Erster Auto war der IFA F8. Dieser entsprach der DKW Meisterklasse, einem Modell, das zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre alt war.
Bild: Werk
40/85
IFA F9: Das DDR-Pendant zum DKW F89 bzw. F91 wurde in zahlreichen Karosserievarianten gefertigt. Als zweitürige Limousine, Kombi, Cabrio-Limousine und als Cabrio (Foto). Während der DKW F89 mit zwei Zylindern und 23 PS auskommen musste, gab es den IFA F9 vom Modellstart 1950 an mit 30 PS starkem Dreizylinder.
Bild: Ulli Sonntag
41/85
Kaum bekannt: Die Zwickauer Horch-Werke bauten ab 1956 die Luxuslimousine P 240, erst noch mit Horch-Markenzeichen, ab 1957 dann als Sachsenring. Der nur 1382-mal gebaute P 240 hatte einen Sechszylinder mit 80 PS und war auf der Höhe der Zeit. Wegen seines Preises von 27.500 Mark fuhren ihn nur DDR-Parteifunktionäre.
Bild: Werk
42/85
Bei der Ehrenparade zum 25. Jahrestag der Gründung der DDR im Oktober 1974 zeigte sich die NVA mit Paradefahrzeugen vom Typ Sachsenring Repräsentant. Diese waren fünf Jahre zuvor zum 20. Jubiläum der Republik bei Sachsenring in Auftrag gegeben worden und basierten technisch auf dem P 240.
Bild: Bundesarchiv
43/85
Ein "Sohn Moskaus", das ist die Übersetzung von Moskwitsch, in der DDR: Der russische Moskwitsch 412, gebaut von 1967 bis 1975, stand vor allem bei Taxifahrern hoch im Kurs. Er genoss den Ruf, quasi unzerstörbar zu sein. Der 1,5-Liter-Motor mit obenliegender Nockenwelle ähnelte konstruktiv dem Aggregat des BMW 1500.
Bild: Alexander Vasiliev
44/85
Moskwitsch 2140: 1976 kam der Nachfolger des 412 mit auf 80 PS gesteigerter Leistung und serienmäßigen Scheibenbremsen vorne.
Bild: Alexander Vasiliev
45/85
Auf einigen westlichen Exportmärkten wurde der 2140 als Moskwitsch 1500 SL angeboten – ohne Erfolg. In der DDR wurde der Moskwitsch wegen seiner miserablen Verarbeitung spöttisch "Rostquietsch" genannt.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
46/85
Der Markenname Lada war auch Wessis bekannt, Lada verkaufte Autos auch in die BRD. Der in Russland "Shiguli" genannte Wagen war ein Lizenzbau des erfolgreichen Fiat 124 und war in der DDR ab 1970 erhältlich. Das hier ist ein Lada 1200 im selbstgebastelten Rallye-Trimm.
Bild: Alexander Vasiliev
47/85
In seiner Heimat hieß der Lada 1200 VAZ 2101. Der Fiat 124 war "Auto des Jahres 1967" und punktete vor allem mit üppigen Platzverhältnissen und robuster Technik. In Russland lief er als VAZ 21074 bis 2012 vom Band. In Deutschland war der Nachfolger als Lada Nova bis 1996 neu zu haben.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
48/85
Traumwagen in Staatsdiensten: DDR-Bürger mussten jahrelang auf einen Lada 1200 warten. Meist waren entsprechende Beziehungen nötig, um einen zu bekommen.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
49/85
Tauchte ein Lada im Rückspiegel auf, machten alle Platz. Auch ohne Blaulicht und Martinshorn konnte sich der 75 PS starke Lada 1500 (VAZ 2103, 1972-1984) gegen die meisten DDR-Fabrikate durchsetzen.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
50/85
Mit einer neuen Lackierung war dieser Lada Nova fit für den Dienst in der geeinten Bundesrepublik. Ab dem 3. Oktober 1990 wurden Strafzettel nach Bundesrecht verteilt.
Bild: Stefan Lindloff
51/85
Für Dienstfahrten in unwegsamen Gelände griffen die Volkspolizisten auf den VAZ 2121 zurück, in der DDR und darüber hinaus als Lada Niva bekannt.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
52/85
Der Funkstreifenwagen der Volkspolizei auf Basis eines VW Golf 1 kam nie zum Einsatz. Die DDR-Regierung plante ursprünglich, den Golf auf der Transitautobahn als Streifenwagen einzusetzen. Dazu kam es aber nicht.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
53/85
1978 lieferte Volkswagen 10.000 Golf 1 in die DDR. Zu happigen Preisen: Der 50-PS-Zweitürer sollte 30.000 Mark der DDR kosten, der kleinste Diesel ...
Bild: Harald Almonat
54/85
... als Viertürer gar 35.000 DDR-Mark. Weil die Nachfrage aus Sorge um die Ersatzteilversorgung gering war, wurden die Preise auf 22.000 und 26.000 Mark gesenkt.
Bild: Harald Almonat
55/85
Mit dem NSU Prinz verband den Saporoshez SAZ 966 nur eine ähnliche Formgebung. Sein luftgekühlter V4-Heckmotor wurde durch die gut sichtbaren, großen Kiemen im Heck beatmet. Bis zu 40 PS beschleunigten den ukrainischen Kleinwagen auf 130 km/h Spitze.
Bild: Alexander Vasiliev
56/85
Der 1968 vorgestellte Wolga (russische Bezeichnung GAZ M 24) war eine Klasse oberhalb des Wartburg angesiedelt und meist im Dienst der Behörden unterwegs. An Privatpersonen in der DDR wurde der Wolga offiziell nicht verkauft.
Bild: Alexander Vasiliev
57/85
Nur die Gleicheren unter den Gleichen fuhren in der DDR einen Wolga. Dazu zählte neben der Polit-Elite die Volkspolizei (Bild).
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
58/85
Bis 1989 im Einsatz in Berlin: Wolga-Funkstreife, Baujahr 1975. Doch eine Chance gab es für jeden in der DDR, in einem Wolga mitzufahren – im Taxi.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
59/85
Sehr beliebter Importwagen in der DDR: der Skoda 1000 MB. Angelehnt ans Patentrezept aus Wolfsburg setzte Skoda in den 60er-Jahren auf Heckmotoren. 1964 erschien dieser erste Skoda mit Heckmotor und Hinterradantrieb. MB steht für Mladá Boleslav, das ist der Standort der Produktion.
Bild: Alexander Vasiliev
60/85
Den geplanten Produktionsausstoß von 1000 Wagen täglich erreichte Skoda nie. Auf dem Genfer Salon 1966 stellte Skoda das Coupé 1000 MBX (Foto) vor.
Bild: Werk
61/85
1969 kam Skoda mit dem S100, dem Nachfolger des 1000 MB. Es blieb bei Heckmotor und Heckantrieb. Neben dem S100 (44 PS) bot Skoda ab 1969 auch den S110 mit 49 PS an.
Bild: Werk
62/85
Der Skoda S 105 war einer der letzten Heckmotor-Skoda.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
63/85
Parteifunktionäre hatten die Chance auf Tatras starke Stromlinien-Limousine: hier ein 603 mit V8-Motor. In der DDR blieb der Tatra mit luftgekühltem V8 im Heck allerdings eine Ausnahmeerscheinung.
Bild: Stefan Lindloff
64/85
Ein paar Jahre später ließ sich der sozialistische Führungskader im Tatra 613 (1973-1996) chauffieren. So ein Tatra war ein volksferner Bonzendampfer, der Arbeiterklasse blieb er verwehrt.
Bild: Christian Bittmann
65/85
Hochrangige Funktionäre aus der UdSSR wurden in der Hauptstadt der DDR gelegentlich im Tschaika GAZ-13 gesichtet. 5,5-Liter-V8, 200 PS, gebaut von 1959 bis 1977.
Bild: Bundesarchiv
66/85
Den wiegenden Federungskomfort des Citroën CX wusste auch SED-Generalsekretär Erich Honecker zu schätzen. Aber selbst der einflussreichste Mann der DDR musste fünf Jahre auf seinen verlängerten CX warten – wegen Zollproblemen.
Bild: Harald Almonat
67/85
Der Staatsratsvorsitzende ließ sich vorzugsweise in verlängerten Citroën CX und Volvo 264/760 und chauffieren. Die 5,50 Meter lange CX in luxuriöser Prestige-Ausstattung bot Luxus wie Klimaanlage, Viergangautomatik, hydropneumatische Federung und einen Tempomat.
Bild: Harald Almonat
68/85
Dem Genossen Generalsekretär stand auch ein kurzer Citroën CX zur Verfügung. Hier zu sehen beim Empfang von Erich Honecker für Bundeskanzler Helmut Schmidt.
Bild: dpa
69/85
Auch solche Volvo 760 zählten zum Fuhrpark des Politbüros. Das Design des kantigen 7er-Volvo entsprach dem damaligen Autogeschmack in den USA. Der schwedische Karosseriebauer Nilsson verlängerte zehn Volvo 760 für die DDR-Regierung.
Bild: Uli Sonntag
70/85
Die polnische Lizenzfertigung des Fiat 126 wurde "Maluch" (Kleiner) genannt. Der Polski-Fiat 126p besaß in Polen einen ähnlichen Stellenwert wie der VW Käfer hierzulande. Der charakteristisch heulende, luftgekühlte 595-ccm-Zweizylinder ist flach im Heck eingebaut, so dass Raum für eine praktische Heckklappe blieb.
Bild: Alexander Vasiliev
71/85
Der Polski-Fiat 125p ist eine Zwitterkonstruktion aus dem Fiat 1300/1500 der 60er und der Karosserie des Fiat 125. Ursprünglich ein Statussymbol in der DDR, war die Versorgung mit hochoktanigem Sprit problematisch. Außerdem war die Qualität schlechter als bei Lada. Gegen ihn konnte sich der große Polski-Fiat nicht durchsetzen.
Bild: Alexander Vasiliev
72/85
Wie seine Brüder aus dem Hause Polski-Fiat basierte der FSO Polonez technisch auf dem Fiat 125. Die neu gestaltete Außenhaut mit praktischem Fließheck genügte, als der Polonez 1978 auf den Plan trat, durchaus den ästhetischen Ansprüchen der Zeit.
Bild: Alexander Vasiliev
73/85
Seit 1969 lief der aus Frankreich stammende Renault 12 in Rumänien als Lizenzbau als Dacia 1300 von Band. Der rumänische Franzose leistete 54 PS und wurde auch in der DDR angeboten.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
74/85
Spätere Modelle des 1300ers zeichnen sich durch den bemühten Versuch aus, mit Hilfe eines Kunststoffgrills zeitgemäß zu wirken. Im Schnitt gab es fünf Garantiefälle pro Auto – der Dacia war furchtbar verarbeitet.
Bild: Sascha (Alexander Vasiliev)
75/85
Der Bulli des Ostens hieß Barkas. Kein Volkseigener Betrieb, keine Genossenschaft und auch nicht die Staatssicherheit kam ohne den Barkas B 1000 mit Wartburg-Dreizylinder aus. Hier zu sehen: ein Barkas B 1000 der Verkehrsunfallbereitschaft.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
76/85
Der rote Zierstreifen verrät, dass dieser Barkas B 1000 als Kontrollgruppenfahrzeug der Verkehrspolizei eingesetzt wurde. Das wichtigste Gerät an Bord war das polnische Verkehrsradargerät "Mirado". Im Volksmund wurde dieser Wagentyp wegen des charakteristischen Zierstreifens "Rotkäppchen" genannt.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
77/85
Dieser Barkas B 1000 ist ein originales Einsatzfahrzeug der K1. Die K1 (Arbeitsgebiet I der Kriminalpolizei der DDR) arbeitete mit geheimdienstlichen Mitteln zur "Bekämpfung von Verbrechen gegen die DDR".
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
78/85
Wegen des Mangels an geeigneten Fahrgestellen in der DDR mussten Nutzfahrzeuge der Marke Robur für eine ungeheure Vielfalt von Aufbauten herhalten. Die hier abgebildete Omnibus-Version stellt eine der eher gewöhnlichen Varianten dar.
Bild: dpa
79/85
Ebenfalls gut bekannt: Ein LO 1800 Transportfahrzeug der DDR-Volkspolizei aus dem VEB Robur-Werk Zittau.
Bild: dpa
80/85
Der LD 3004 war Roburs Versuch kurz nach der Wende, mit Motoren von Deutz den Sprung in die freie Marktwirtschaft zu schaffen. Doch weder Spenderherz noch Plastiknase vermochten die schon zu DDR-Zeiten angeschlagene Marke zu retten.
Bild: dpa
81/85
Der IFA W50 war in der DDR das Fahrzeug fürs Grobe. In unzähligen Varianten erhältlich, wurde er jeder Aufgabenstellung gerecht. Die Allrad-Modelle waren dem West-Vorbild in ihrer Steigfähigkeit ebenbürtig.
Bild: dpa
82/85
Die letzten 1000 W50 aus dem IFA-Kombinat Ludwigsfelde standen 1990 auf Halde. Von 1965 bis 1990 wurden insgesamt 571.789 IFA W50 gebaut. Sie wurden in viele sozialistische Bruderländer exportiert, bis nach Vietnam.
Bild: dpa
83/85
Er diente dem Transport von VoPo-Einheiten: ein IFA G5 mit drei Achsen und Allradantrieb.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
84/85
Das ist ein Wasserwerfer "Hydromyl" auf Basis der ehemaligen polnischen Lkw-Marke Star.
Bild: www.deutsche-volkspolizei.de
85/85
Multicar ist die einzige DDR-Automarke, die sich bis heute halten konnte. Das kompakte Nutzfahrzeug ist in zahlreichen Aufbauvarianten erhältlich und vor allem bei Kommunen sehr beliebt.