Ich war mein eigenes Versuchskaninchen – und die Sache war so geheim, dass keine Zeugen geduldet wurden. Der Fotograf musste außerhalb des Testgeländes warten. Ein Hubschrauber flog mich hin. In Miyoshi, auf dem Testgelände von Mazda, durfte ich die Vierradlenkung ausprobieren. Streng vertraulich natürlich. Es war ganz anders, als ich es mir gedacht hatte. Da stand ein äußerlich ziemlich heruntergekommener 323. Innen nackt, am Wagenboden liefen allerhand Gestänge kreuz und quer, ein ausgeleierter Schalensitz. Die Japaner verpassten mir einen Sturzhelm.
Dann ging ich auf den Rundkurs, auf dem sie – typisch japanisch – alle Straßen der Welt naturgetreu nachgebaut haben. Da findet man ein Stück deutsche Autobahn mit original deutschen Autobahnschildern, einen Rural-Highway (ländliche Staatsstraße in den USA), belgisches Kopfsteinpflaster wie in den Ardennen und einen Kurventwist wie auf den entlegensten Schweizer Alpenstraßen. Eine Runde fuhr ich zum Anwärmen ganz normal. Dann wurde ich schneller, vor allem in den scharfen Kurven. Auf den Geradeausstrecken war nichts zu spüren. In den Kurven erwies sich der Mazda als richtig gierig.
Er lief wie auf Schienen, egal wie stark ich die Lenkung einschlug. Ein völlig neues Gefühl bei einem Auto mit Allradantrieb, deren frühe Vertreter buchstäblich in die Kurven gezwungen werden mussten. Sie fühlten sich richtig steifleinen an. Das war jetzt ganz anders. Ich wurde immer flinker, denn ich wollte herausfinden, wo die Grenze liegt. Auf dem gesicherten Gelände ohne Gegenverkehr gibt es genug Platz, um jeden Fahrfehler, jeden überzogenen Fahrzustand ohne Überschlag glimpflich zu überstehen. Die Japaner setzten noch eins drauf. Sie gaben mir einen 626-Prototyp. Er sah von außen völlig normal und zivil aus.