Mille Miglia 2012: Highlights
Eiserne Romantik

80 Stunden Ausnahmezustand: Wer bei der Mille Miglia die Nase vorn haben will, braucht zuverlässige Altauto-Technik, keine Nerven und Durchhaltevermögen. Der Titel geht 2012 nach Argentinien.
- Tomas Hirschberger
Bis zum Samstagabend waren die Straßen voll, die Menschen jubelten. Dann, fast auf Knopfdruck hatten die Fans der alten Autos die Pisten der Mille Miglia am letzten Abend fast für sich alleine – König Fußball schlug in Gestalt des Champions-League-Finales gnadenlos zu. In Bologna war das Mille Miglia-Volksfest noch im Gange, in Parma oder Cremona oder der Kleinstadt Colorno blieben die Tische der Cafés und Bars jedoch fast leer. Als hätte eine Neutronenbombe alles Leben ausgelöscht. Zwischen einsamen Romantikern und vorbeiballernden Mille-Klassikern stand dann keine Absperrung, keine Dreirreihe von Menschen. So könnte es in den 30ern gewesen sein. Ein maximaler Kontrast zur Altstadt von Verona mit Volksfest vor dem Amphitheater oder in Sirmione, wo im Publikum jeder deutsche Dialekt herauszuhören ist.
Reportage: Die Mille Miglia mit dem Bugatti 35
Video: Mille Miglia 2012
Härtetest für Mensch und Maschine
Rallye: Die Rallye Bodensee-Klassik 2012
Video: Mille Miglia 2012
Geschichte auf Rädern
PDF-Download: Gesamtergebnis Mille Miglia 2012
AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger bestritt die Mille Miglia 2012 mit einem VW Käfer von 1956. Ohne Servolenkung und Bremskraftverstärker, aber dafür mit natürlicher Klimatisierung über die dreieckigen Ausstellfenster. Anfangs lief alles Prima für den AUTO BILD-Mann, doch dann platzte an Tag zwei hinter Ferrara der 75 PS starke Porsche-Motor im Käfer-Heck. Den Ersatzmotor baut das Mechaniker-Team von volkswagen Classic innerhalb von zwei Stunden unter freiem Himmel ein. Weiter ging's, bis 150 Kilometer vor Rom kein Gang mehr rein wollte. Die ewige Stadt erreichte der Käfer am Abschleppseil. Aufgeben? Im Leben nicht. Die VW-Mechaniker hielten den Käfer mit unbändigem Ehrgeiz im Rennen. Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr stand das Tapferle wieder einsatzbereit am Start und schnurrte problemlos die 800 Kilometer zurück nach Brescia. Claudio Scalise und Daniel Claramunt, die Sieger der 2012er Ausgabe des Oldtimer-Marathons, mussten sich mit derlei Technik-Kummer nicht plagen. Die Argentinier gewannen auf einem Alfa Romeo 6C 1500 von 1933. Mehr Impressionen von der Mille Miglia 2012 zeigen wir Ihnen oben in der Bildergalerie!
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