Neues Mercedes-Coupé C 124:
Alles wie beim großen SEC

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AUTO BILD Archiv-Artikel 50/1986: Erstmals zeigt sich das neue "kleine" Mercedes-Coupé der Reihe C 124 ohne Erlkönig-Tarnkleid. In seiner vollen Schönheit offenbart es die nahe Verwandschaft zum Nobel-SEC.
Ohne Maskierung, ohne diese hässlichen schwarzen Tarnkappen, ohne das Dreieck-Käsefenster, das noch bis vor kurzem die quer durch Europa jagenden Prototypen verunzierte: So wie der Wagen an der südfranzösischen Küste stand, rollt er auch schon bald in den Hochglanzprospekt. Das Super-Tele des nicht für das Haus Daimler-Benz arbeitenden Fotografen enthüllte überraschende Details: Das neue Mittelklasse-Coupé W 124 gleicht formal dem großen, von der S-Klasse abgeleiteten SEC . Lediglich die bei ihm in Feinarbeit aerodynamisch geschliffenen Türgriffe wurden für den kleinen Bruder nicht übernommen, es blieb bei konventionell abstehenden Bügeln.
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Eigentlich überraschend, da die Daimler-Windexperten ansonsten ihren Kollegen von der Konstruktion alles abverlangten, was den cW-Wert unter die 0,30-Grenze drückt: noch glattere Übergänge an Bug und Frontscheibe, millimetergenau geklebt eingepasstes Glas und eine sich förmlich an das Heck schmiegende hintere Scheibe, die auf einen schnöden Gummirahmen verzichten kann. Die stilistische Übereinstimmung mit dem Viersitzer-Flaggschiff SEC ergibt sich vor allem durch die rahmenlosen Seitenscheiben, die beim neuen CE hinten voll versenkt werden können. Ein elektrischer Gurtbringer fordert zum Anlegen des Sicherheitsriemens auf - und verzieht sich diskret, wenn man ihn nicht beachtet.
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Motoren und Fahrwerk sind bei diesem neuen Luxus-Viersitzer identisch mit der Mittelklasse‑Limousine. Lediglich der Radstand schrumpfte um sieben Zentimeter, was logischerweise knapperen Knieraum im Fond bedeutet. Das beim CE-Coupé um vier Zentimeter tiefer angesetzte Dach wird sicher schon 1,70-Meter-Passagiere stören, die sich nicht von ihrem Hut trennen können – die Stuttgarter Autobauer weniger; denn sie wollen gerade mit dieser neuen eleganten Linie weg vom Altherren-Flair des Vorgängers. Dank der verbesserten Aerodynamik und zahlreicher gewichtsreduzierender Maßnahmen sind die neuen Coupés fünf bis acht Stundenkilometer schneller als die Limousinen mit gleichen Motoren.
Lange Lieferfristen sind vorprogrammiert
Mithin bringt es schon das Basismodell, der 230 CE, auf ein Höchsttempo von 210 km/h. Der 160 PS starke 250 CE dürfte über 220 Stundenkilometer erreichen. Und als 300er mit 180 PS wäre der neue Viersitzer gut 230 km/h schnell. Alle Tempi lassen sich – ganz nach der neuen Art des Hauses – auf umweltschonende Weise erreichen: Die neuen Coupés tragen ab Werk einen lambdageregelten Katalysator unterm Bodenblech, der über 90 Prozent der Schadstoffe aus dem Abgas filtert. Präsentiert wird die neue Baureihe auf dem Automobilsalon in Genf im März des nächsten Jahres. Bis zur vollen Verfügbarkeit wird es aber wohl noch Sommer werden, da Mercedes nach wie vor große Kapazitäts-Probleme plagen, die sich in Lieferfristen bis zu 20 Monaten äußern.
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