Fragen Sie sich auch manchmal, warum die Autowelt immer farbloser wird? Alles ist grau, schwarz oder weiß – es warten einfach zu wenig Farbtupfer im Leben. Doch wie gut, dass es den Porsche 911 gibt: Wie kaum ein Zweiter zeigte sich die Sportlerikone im Laufe der Jahrzehnte als echtes Chamäleon. Quietschiges Gelb, freches Orange, sattes Grün, schreiendes Rot oder auch gediegenes Blau: Der 911 konnte und kann fast alles tragen. Selbst seine Modellgeschwister 944 und 928 zeigten sich gerne mal unkonventionell gekleidet.
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Delphingrau, Togobraun oder Baliblau

Porsche 911 Prototyp 901-1
Ausnahmen bestätigen die Regel: Der Porsche 911 Prototyp 901-1 strahlte noch in unschuldigem Weiß.
Bild: Porsche AG
Und er trug gerne bunt: War der erste Prototyp 901-1 aus dem Jahr 1962 noch schlicht weiß, gehörten bei der Modelleinführung 1964 mit Rubinrot, Himmelblau, Hellelfenbein, Champagnergelb, Irischgrün und Signalrot schon einige klangvolle Farbnamen zum Standard. Ganz zu schweigen von den Sonderlackierungen Delphingrau, Togobraun oder Baliblau. 1966 umfasste das Farbspektrum bereits 30 Sonderfarben, darunter mit Dunkelrot, Blau, Silber und Dunkelgrün erstmals auch vier Metallic-Lacke. Ebenfalls noch in den 1960er-Jahren folgten kraftvolle Farben wie Canariengelb, Blutorange, Irischgrün, das helle Pastellblau und das dunkle Albertblau. Doch auch gedecktere Töne standen dem Ur-Elfer gut, etwa das Bahamagelb oder das vollmilchschokoladige Sepiabraun.

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911-Fund aus Brandenburg: Scheunen-Porsche wird restauriert
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Galerie "Neues Leben für den vergessenen 911" mit 21 Bildern öffnen
Neues Leben für den vergessenen 911

"Miami Vice" inspirierte zu grellen Tönen

Porsche 911 (997) GT3 RS
997 GT3 RS in leuchtendem Vipergrün: Der Porsche 911 bewies schon immer Mut zur Farbe.
Bild: Peter Fischer
In der Psychedelic-Phase Ende der 60er/Anfang der 70er, also in Zeiten von Woodstock, Batikgewändern und angemalten VW-Bullis, folgten im 911-Farbspektrum unter anderem das intensive Viperngrün, das fliederähnliche Geminiblaumetallic und das aus dem Rennsport abgeleitete Gulfblau. Nach dem Wechsel vom F- zum G-Modell rückten ab 1975 wieder bravere Töne in den Mittelpunkt, Understatement und Wiederverkaufswert wurden wichtiger als Extravaganz. Mitte der 80er dann etablierte "Miami Vice" den Neonlook und bonbonhafte Pastelltöne. Porsche reagierte mit drei Protagonisten: einem 944 S2 in Maritimblau, dem in pinkfarbenes Sternrubin getünchten 911 Carrera RS vom Typ 964 und dem wuchtigen, in Amarantviolett gehüllten 928 GTS. Als legitimer Vorgänger der modernen GT3- und GT3-RS-Modelle zeigte der RS generell Mut zur Farbe, unter anderem als 997 GT3 RS in Acidgreen und in Orange Met sowie dem 991 GT3 RS in Lavaorange und Ultraviolett. Und 2009 schließlich sorgte ein 911-Sondermodell Sport Classic in tiefgründigem Grau für Aufsehen: Die 250 Exemplare waren nach zwei Tagen ausverkauft. In der Galerie zeigt AUTO BILD eine Auswahl der buntesten und schönsten Porsche 911 aus über 50 Jahren Modellgeschichte.

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Farbenfrohe Porsche 911
Farbenfrohe Porsche 911
Porsche 911-Jubiläumsmodell "40 Jahre"
Galerie "Elfer-Farbenlehre: Knallbunte Porsche 911" mit 22 Bildern öffnen
Elfer-Farbenlehre: Knallbunte Porsche 911
(Mit Material von Porsche Klassik)