Porsche 944 Turbo gegen BMW Alpina B6 3.5
Die schnellsten Kat-Autos der Welt

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AUTO BILD Archiv-Artikel 33/1986: Katalysator und Sportlichkeit sind wie Feuer und Wasser. Dieses Vorurteil war lange Zeit auch aus Profi-Mund zu hören, und viele Autofahrer glauben das heute noch.
Inzwischen beweist hochkarätige Technik, was möglich ist. Tatsache ist: Die schnellsten Saubermänner der Welt kommen aus Deutschland. Der eine von Porsche, der 944 Turbo mit 220 PS. Der andere von Burkard Bovensiepen, dem bekanntesten BMW-Veredler aus dem Allgäu. Er verpasst kleinen Dreier-BMW große 3,5-Liter-Motoren, die trotz Katalysator noch 254 PS auf die Straße bringen (ohne Turbo). AUTO BILD nahm die umweltfreundlichen Sportautos unter die Lupe. Beide sind unglaublich schnell. 250 km/h zeigen die Messuhren auf der Teststrecke. Normalerweise müsste der 40 Kilo leichtere und 34 PS stärkere Alpina-BMW zwar noch schneller sein. Aber seine zerklüftete Serienkarosserie muss viel Leistung in den Wind schreiben.
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Der Porsche ist wesentlich strömungsgünstiger. Das nützt ihm beim Spurt nichts. Da liegt der BMW mit 6,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 vor. 6,7 Sekunden braucht der 944 für diese Aufgabe. Das freut bestimmt die Tankwarte, dachte ich. Jetzt weiß ich es besser: Der bullige B6 gab sich mit 13,8 Liter auf 100 Kilometer zufrieden. Der Porsche konnte es noch sparsamer: 12,5 Liter. Ruhige Fahrer kommen glatt mit zehn Litern aus. Verkappte Renn-Piloten brauchen sechs Liter mehr. Gemessen an der Leistung sind die Verbräuche vertretbar. Im Alltagsbetrieb gibt es die deutlichsten Unterschiede zwischen den Kat-Kraftprotzen. Da hat der Alpina-Pilot die Schnauze weit vorn.
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Sein Sechszylinder-Triebwerk legt schon ab 1500 Touren mächtig los. Dann presst der B6 seine Fahrgäste dermaßen in die sportlichen Recaro-Sitze, dass man sich wie in einem Düsenjäger beim Start mit zugeschaltetem Nachbrenner fühlt. Im 944 hat der Beifahrer noch Zeit bis 3500/min. Dann erst bläst der Turbo mit Volldampf los. Was nicht heißen soll, dass der Turbolader schlagartig einsetzt. Auch in Kurven kann ich bei dem knallroten Zuffenhausener voll aufs Gas treten, ohne dass das Heck sofort ausbricht. Der Grund: Porsche hat die Turbo-Technik verfeinert. Ein kleiner Lader (spricht schnell an) und ein ausgeklügeltes Ansaugsystem verhindern den sonst typischen ruckartigen Krafteinsatz.
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