Mercedes W 123

Pro & Kontra: Betriebskosten von Klassikern

Sollten Oldtimerfahrer aufs Geld achten?

Ein Klassiker bringt viel Freude, kann aber auch ordentlich das Konto leeren. Zwei Meinungen zur finanziellen Seite des Oldtimer-Hobbys!
Ein Klassiker bringt viel Freude, kann aber auch ordentlich das Konto leeren. Sollten Oldie-Besitzer bei ihrem Hobby verstärkt aufs Geld achten?

Henning Hinze: "Finanzielle Sorgen verderben den Spaß"

Ja, bitte: Henning Hinze plädiert für Realismus im Umgang mit Oldtimern.

Ja. Bei einem Luxusgut wie einem Oldtimer ist vor allem eines wichtig: dass man Spaß daran hat. Niemand braucht eine teure Handtasche, eine Riesenmodelleisenbahn oder eben ein altes Auto – und wer doch eines hat, sollte immer darauf achten, dass es Freude bereitet und nicht zur Last wird! Wenn Tankstopps und Reparaturen allzu sehr auf die Haushaltskasse schlagen oder die Besitzer gar in finanzielle Schwierigkeiten stürzen, wird aus Spaß schnell Stress. Deshalb plädiere ich dafür, den Oldie zwar zu benutzen, ohne sich ständig Gedanken zu machen.
Aber ich plädiere auch dafür, hin und wieder einen Kassensturz zu machen und sich zu fragen, ob Spaß und Kosten für einen persönlich noch im Einklang stehen. Idealerweise beschönigt man dabei auch nichts, indem man mit vermeintlichen künftigen Wertzuwächsen heutige Ausgaben relativiert. Die vergangenen Preisanstiege werden sich in der Form nicht so schnell wiederholen. In den allermeisten Fällen wird man dann merken: alles gut! Das Geld ist gut angelegt. Aber je anfälliger, aufwendiger, durstiger der Wagen ist, desto mehr Freude muss er auch machen. Und falls es mal nicht so ist, sollte sich niemand selbst geißeln! Ein altes Auto ist ein Liebhaberstück im Wortsinne, aber kein Selbstzweck. Niemand muss sich für ein Auto dauerhaft quälen, auch nicht zur Pflege von Kulturgut. Der Oldie hat die Zeit bis heute überstanden und wird in den allermeisten Fällen auch wieder einen neuen Liebhaber finden, in dessen Leben er gerade passt und der sich rührend kümmert.
Jetzt die aktuelle AUTO BILD KLASSIK sichern

Lars Busemann: "Man sollte genug Reserven einkalkulieren"

Nein, danke: Lars Busemann legt großen Wert auf intakte Technik und gute Optik.

Nein. Bei einem Luxusgut wie einem Oldtimer achte ich nicht aufs Geld. Ginge es ums Geld, würde ich es ganz sein lassen mit der Liebhaberei von klassischen Autos. Oldtimer müssen nicht zwangsläufig teuer sein bei Betriebskosten und Wartung, das weiß ich als Besitzer eines Trabant und einer Vespa PX selbst. Aber auch in simplen Kleinwagen lassen sich problemlos 10.000 Euro und mehr versenken. Wie viel Geld man in seinen Oldie investiert, hängt neben den laufenden Kosten vor allem vom eigenen Anspruch an den Zustand des Fahrzeuges ab. Ich halte es so: Alles am Auto muss so funktionieren wie am Tag der Erstzulassung, ich mag es original und absolut intakt. Kratzer, Mängel und sichtbarer Verschleiß sind nichts für mich.
Ich möchte hier weder einen überheblichen noch einen großkapitalistischen Eindruck hinterlassen. Ich kann mir meine sechs Fahrzeuge nur leisten, weil ich weder Haus noch Kinder habe und im Hamburger Alltag täglich das Fahrrad nutze. Ich besitze auch kein Alltagsauto, ich brauche keins. Aber mir machen eben nur Autos Spaß, die perfekt funktionieren und optisch sehr gepflegt sind. Deshalb bin ich bereit, neben viel Eigenleistung den Großteil meines Einkommens für meine Autos auszugeben. Für mich unerträglich sind Leute, die sich für kleines Geld ein Oberklasse-Auto kaufen, aber danach nichts übrig haben für dessen Unterhalt. Sie können einer edlen Großkatze auch keinen alten Quark aus dem Restposten-Laden zur ausgewogenen Ernährung anbieten. In investiere stets in meine Autos, teils auch weit über den Marktwert hinausgehend. So lange, bis ich zufrieden bin. So denken die beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen über das Thema. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

Stichworte:

Oldtimer

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.