Pro & Kontra: Betriebskosten von Klassikern
Sollten Oldtimerfahrer aufs Geld achten?

Ein Klassiker bringt viel Freude, kann aber auch ordentlich das Konto leeren. Zwei Meinungen zur finanziellen Seite des Oldtimer-Hobbys!
- Henning Hinze
- Lars Busemann
Ein Klassiker bringt viel Freude, kann aber auch ordentlich das Konto leeren. Sollten Oldie-Besitzer bei ihrem Hobby verstärkt aufs Geld achten?
Henning Hinze: "Finanzielle Sorgen verderben den Spaß"

Ja, bitte: Henning Hinze plädiert für Realismus im Umgang mit Oldtimern.
Aber ich plädiere auch dafür, hin und wieder einen Kassensturz zu machen und sich zu fragen, ob Spaß und Kosten für einen persönlich noch im Einklang stehen. Idealerweise beschönigt man dabei auch nichts, indem man mit vermeintlichen künftigen Wertzuwächsen heutige Ausgaben relativiert. Die vergangenen Preisanstiege werden sich in der Form nicht so schnell wiederholen. In den allermeisten Fällen wird man dann merken: alles gut! Das Geld ist gut angelegt. Aber je anfälliger, aufwendiger, durstiger der Wagen ist, desto mehr Freude muss er auch machen. Und falls es mal nicht so ist, sollte sich niemand selbst geißeln! Ein altes Auto ist ein Liebhaberstück im Wortsinne, aber kein Selbstzweck. Niemand muss sich für ein Auto dauerhaft quälen, auch nicht zur Pflege von Kulturgut. Der Oldie hat die Zeit bis heute überstanden und wird in den allermeisten Fällen auch wieder einen neuen Liebhaber finden, in dessen Leben er gerade passt und der sich rührend kümmert.
Lars Busemann: "Man sollte genug Reserven einkalkulieren"

Nein, danke: Lars Busemann legt großen Wert auf intakte Technik und gute Optik.
Ich möchte hier weder einen überheblichen noch einen großkapitalistischen Eindruck hinterlassen. Ich kann mir meine sechs Fahrzeuge nur leisten, weil ich weder Haus noch Kinder habe und im Hamburger Alltag täglich das Fahrrad nutze. Ich besitze auch kein Alltagsauto, ich brauche keins. Aber mir machen eben nur Autos Spaß, die perfekt funktionieren und optisch sehr gepflegt sind. Deshalb bin ich bereit, neben viel Eigenleistung den Großteil meines Einkommens für meine Autos auszugeben. Für mich unerträglich sind Leute, die sich für kleines Geld ein Oberklasse-Auto kaufen, aber danach nichts übrig haben für dessen Unterhalt. Sie können einer edlen Großkatze auch keinen alten Quark aus dem Restposten-Laden zur ausgewogenen Ernährung anbieten. In investiere stets in meine Autos, teils auch weit über den Marktwert hinausgehend. So lange, bis ich zufrieden bin. So denken die beiden AUTO BILD KLASSIK-Kollegen über das Thema. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!
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