"Kompanie – aufstehen!" brüllt der Unteroffizier vom Dienst. Es ist kurz vor sechs Uhr morgens. In der Bundeswehr-Kaserne Rheine Gellendorf beginnt ein neuer Arbeitstag. Im Gebäude der fünften Kompanie des Instandsetzungsbataillons 120 (5./InstBt1120) werden vier Soldaten nur mühsam wach. Waschen, dann nichts wie rein ins Grünzeug, "Essen fassen" in der Kantine und ab in den "Technischen Bereich", wo die "Elefanten" warten. Der Auftrag für Stabsunteroffizier ("StUffz") Klaus Petzold (29) und die Wehrpflichtigen Thomas Holz (21), Jörg Stieren (22) und Detlef Großklaus (24): Transport eines Kampfpanzers vom Typ Leopard 1-A von Kassel nach Varel/Nordsee.
Macht zusammen knapp 800 Kilometer und einen Einsatz rund um die Uhr. Nichts Besonderes für die vier Bundeswehr-Trucker. Das eingespielte Team macht sich an die Routinearbeit: Mit einer Checkliste überprüfen sie ihren "Elefanten", im BW-Jargon "SLT" genannt (Abkürzung für Schwerlasttransporter). Licht, Bremsen, Radmuttern und vieles mehr werden am 1,5 Millionen Mark teuren Ungetüm gecheckt. Stimmen die Schmierstoffmengen? 60 Liter Motoröl und 200 Liter Kühlflüssigkeit braucht der V8-Turbodiesel immerhin. Aus seinen 30 Liter Hubraum holt er gewaltige 730 PS.
Das halbautomatische Zehnganggetriebe (acht Vorwärtsgänge, zwei zurück) wird mit 80 Liter Hydrauliköl geschmiert, die beiden Seilwinden noch einmal mit 130 Litern. Inhalt der Scheibenwaschanlage dagegen: ein einziger Liter. "Bei so was wird gespart", meint StUffz Petzold kopfschüttelnd. Das "Herstellen der Abmarschbereitschaft" dauert eine halbe Stunde, dann wird der Diesel gestartet. Das Aggregat bekommt 30 Minuten, um sich warmzulaufen. Zeit genug für ein letztes Briefing. Der Marschbefehl wird besprochen. Ist die Fahrtroute klar? Stimmen die Unterführungshöhen?