Bei Tempo 80 gab’s für Heinz Packhäuser (71) auf der Bundesstraße 11 zwischen München und Landshut kein Halten mehr. Der Münchner hatte gerade einen rußenden Diesel überholt, als sich sein VW Passat selbständig machte: Das Auto schlingerte von rechts nach links, das Heck brach aus, und plötzlich stieg doch tatsächlich das Vorderteil mit dem Motor in die Luft. "Wie ein bockendes Pferd", dachte Heinz Packhäuser noch – dann verlor er den Überblick, hörte nur noch "ein entsetzliches Krachen und Scheppern". Der gerade etwas über ein Jahr alte Wagen war kurz vor der Hinterachse auseinander gebrochen – wie der Bankkaufmann später verwundert feststellte.
"Vermutlich ein Materialfehler, der Riss ging quer durchs Bodenblech." Nach dem Aufbäumen überschlug sich der VW, rutschte erst auf dem Dach und dann auf der linken Seite über die breite Bundesstraße. "Vor meinen Augen sprühten die Funken", erinnert sich Heinz Packhäuser. "Ich war wie gelähmt." Mit voller Breitseite rutschte der Wagen über die Gegenfahrbahn, direkt auf einen Baum zu, der etwa zwei Meter neben dem Straßenrand stand. Doch auf der stumpfen Grasnarbe neben dem Asphalt verlor das Auto seine Richtung – und den verhängnisvollen Schwung: Der Wagen überschlug sich zweimal, kam auf allen vier Rädern zum Stehen.
Autofahrer hielten, schauten verängstigt auf das verbeulte Wrack. Ob da noch einer hell rauskommt? Keine Minute später ging die Fahrertür auf. Mit zittrigen Knien, aber unversehrt stieg Heinz Packhäuser aus. Auf der Beifahrerseite eine Bekannte – auch sie blieb unverletzt. "Der Gurt hat mich gerettet", sagt Heidi Bauerle (46), "ich konnte mich ja nirgends festhalten." Dafür hielt sie sich jetzt fest – an Heinz Packhäuser. Mitten auf der B 11, vor den verwunderten Autofahrern und der herannahenden Polizei, vollführten die zwei einen Freudentanz.