Na, Sie mit Ihrem fahrbaren Gartenstuhl!" frotzelte ein Cabrio-Fahrer an der Ampel. Tatsächlich sah sein Golf ne­ben meinem Autozwerg wie ein Riesenmobil aus. Freilich, er war nicht der einzige, der mich beim Testen der Kleinmobile mitleidig betrachtete. Ohne erkennbare PS-Potenz unter der Haube gilt man halt nicht viel auf Deutschlands Straßen. Irgendwie wird man augen­blicklich als etwas minderbemittelt ein­gestuft, ob nun im Portemonnaie oder bei der Motorleistung. Doch denkste! Ich hatte einen Riesenspaß dabei. Ich habe nämlich das schnöde Mitleid satt­sam ausgenutzt, wo immer es ging. Bin frech herumgewieselt, habe mich dreist in Lücken geklemmt und so weiter.
Siehe da, die anderen machten (notge­drungen) freundliche Gesichter. An mo­torisierten Gartenzwergen lässt kein deutscher Autofahrer seine Aggressio­nen aus, vorläufig wenigstens. Das Schuhkarton-Format der Drei-­Meter-plus-Autochen täuscht erheblich. Technisch sind sie inzwischen ganz auf der Höhe. Da gibt es keine rumorenden Zwei-Zylinder-Motorradmotoren mehr, sondern drei "Töpfe", dazu obenliegende Nockenwellen mit Zahnriemen­antrieb, Fünfganggetriebe, teilweise Schräglenker-Hinterachsen. Die Herzstücke der drei Lütten sind Drei-Zylinder-Motoren der zweiten Ge­neration.
Der japanische Auftakt mit den unrunden Maschinchen war zunächst kein Ohrenschmaus. Das Geschüttele und Gerapple ist weitgehend ver­schwunden. Der Subaru-Einliter läuft im Leerlauf (wenn er warm ist) fast schwin­gungsfrei. Er ist wie alle anderen unemp­findlich gegen hohe Drehzahlen. Während VW und Fiat/Peugeot ihre Dreizylinder-Projekte gestoppt haben, wurde in Fernost emsig gefeilt und ver­bessert. Mit hörbarem Erfolg, denn Blech-Winzlinge mit kurzer Karosserie sind eigentlich tückische Resonanz­kisten, die störende Vibrationen gnaden­loser weitergeben als ausgewachsene Automobile.