VW Golf und Peugeot 205 im Vergleich:
VW Golf – eine Stufe zu alt?

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AUTO BILD Archiv-Artikel 48/1986: Der beliebte Deutsche wird nach wie vor nur mit einer Dreistufen-Automatik angeboten. Der Konkurrent aus Frankreich hat eine Fahrstufe mehr und ist auch noch billiger. Auch besser?
Diesmal hat der Golf wirklich ein schweres Erbe anzutreten. Sein Dreigang-Automatikgetriebe entspricht dem klassischen Getriebe-Konzept, wie es seit über 50 Jahren gebaut wird. Selbst im Golf ist es schon 12 Jahre alt, wurde damals von VW selbst entwickelt. Die Viergang-Automatik des Peugeot 205 hingegen ist nagelneu und entstand unter intensiver Mitwirkung von Europas bekanntestem Schaltautomaten-Hersteller, der Zahnradfabrik Friedrichshafen, kurz ZF genannt. Aber vorweg: Wie funktioniert eigentlich ein Schaltautomat? Er besteht aus drei wichtigen Elementen: zuerst einmal dem Wandler. Er ist dafür verantwortlich, dass die Motorkraft ans Getriebe weitergeleitet wird, ersetzt damit also die Kupplung, die diese Aufgabe bei einem Schaltgetriebe übernimmt.
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Im Wandler sitzen zwei Schaufelräder. Das eine wird vom Motor angetrieben. Dabei drückt es Getriebeöl in das zweite Schaufelrad, bringt es ebenfalls zum Drehen und somit die Kraft ans Getriebe. Die verschiedenen Gänge werden durch die Planetensätze geschaltet. Das sind kompliziert angeordnete Zahnräder-Sätze, die für die verschiedenen Übersetzungen und Fahrgeschwindigkeiten verantwortlich sind (ein Planetensatz für je zwei Gänge). Sie ersetzen also das, was im normalen Schaltgetriebe die unterschiedlich großen Zahnräder der einzelnen Gänge bewirken. Geschaltet werden die Planetensätze dann durch das "Gehirn", den Schaltschieberkasten. Das ist ein fein verzweigtes Labyrinth mit etlichen Kanälen, in die Öl gepumpt wird.
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Je nach Öldruck (abhängig von der Wandlerdrehzahl) werden Weichen gestellt und daraufhin die verschiedenen Planetenräder aktiviert oder abgebremst. Das ist der Vorgang, der Ihnen das Autofahren so erleichtert. Dann nämlich wird geschaltet. Das hört sich kompliziert an. Und so ist es auch. Automatik-Getriebe sind wesentlich aufwendiger als Schaltgetriebe, deswegen auch teurer. Aber wie unterscheiden sich nun Peugeot und Golf im Alltagsbetrieb? Der altbewährte VW (90 PS) gibt sich von der spritzigen Seite. Munter schaltet das Getriebe rauf oder runter, je nach Gaspedalstellung. Der Kickdown (Kontakt am Bodenblech unterm Gaspedal) muss erst dann zum Herunterschalten benutzt werden, wenn der Motor über 3500 Touren dreht. Aber das kostet naturgemäß viel Sprit.
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