Der Kleinste aus Wolfsburg, der VW Polo, zählt neben dem Ford Fiesta seit mehr als zehn Jahren zum meistverkauften Kleinwagen auf dem deutschen Markt. Was nicht heißt, dass die großen Stückzahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu einem Überangebot und damit zu niedrigen Preisen geführt haben. Im Gegenteil: Für halbwegs gut erhaltene Exemplare werden von den Verkäufern gnadenlos Höchstpreise gefordert und meistens von den Käufern auch bezahlt. Unter Listenpreis bekommt man selten einen Polo. Umso wichtiger ist es, die typischen Schwachstellen dieser Modelle zu kennen.
lm Großen und Ganzen zählt der so genannte Steilheck-Polo, er wird seit 1981 produziert, zu den robusten und langlebigen Autos. Dank umfangreicher Verbesserungen haben die Wolfsburger Techniker viele Schwächen des Vorgängermodells ausgemerzt. In punkto Korrosionsschutz wurden beispielsweise keine Mühen gescheut. Mit dem Ergebnis, dass der Steilheck-Polo um ein Vielfaches besser abschneidet als sein Schrägheck-Vorgänger, der an den Einstiegen, den Kotflügelkanten und oberhalb der hinteren Seitenscheiben frühzeitig rostete. Dennoch sollte man beim Kauf eines Steilheck-Polos die Karosserie auf Rostansätze oder gar Durchrostungen untersuchen.
Schließlich taugen die besten Korrosionsschutzmaßnahmen nichts, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert werden oder Steinschlag der Schutzschicht den Garaus macht. Besonders gefährdet sind beim Polo die Anlenkpunkte der Spurstangen an den vorderen Federbeinen. Auch sollte ein Blick auf die Hilfsrahmen hinter den Federbeinen geworfen werden. Dort rostet es gerne im Verborgenen und kann beim nächsten TÜV das Aus bedeuten. Auf den ersten Blick ersichtlich wird die Qualität des Lacks. Bei einigen Polo-Farbtönen war es um die Witterungsbeständigkeit nicht zum Besten bestellt.
Von seidenmatten Exemplaren sollten Sie im Zweifelsfall die Finger lassen, da bei diesen Fahrzeugen frühzeitiger Rostbefall vorprogrammiert ist. Vor dem Technik-Teufel brauchen Polo-Gebrauchtwagen-Interessenten dagegen keine Angst zu haben. Fahrwerk, Motor und Getriebe zeigen sich selbst härtester Beanspruchung gewachsen. Laufleistungen ohne Reparaturen von mehr als 150.000 km sind gang und gäbe, und zwar unabhängig davon, ob es sich um den kleinen, versicherungsgünstigen 40-PS-Motor oder um das sportliche 75-PS-Aggregat im Polo-Coupé handelt. Gesamturteil: sehr empfehlenswert.