Die irrsten Mercedes der Baureihe 124

Irre Mercedes der Baureihe 124: Cabrio, Coupé und Sondermodelle

— 09.06.2017

Die sind komplett verrückt!

Sie haben sich sattgesehen an Mercedes legendärer Mittelklasse-Baureihe 124 und kennen längst alle Varianten? Dann schauen Sie mal, was wir gefunden haben. Hier kommen die irrsten Exememplare.

Kaum ein Mercedes war gleichzeitig so vielfältig wie auch gewöhnlich wie die Baureihe 124. Ab Werk gab es vier Karosserievarianten und mehr als ein Dutzend Motoren. Trotz des Variantenreichtums und der unbestreitbaren Qualitäten ist das Auto heute vielen zu alltäglich, zu normal. Doch abseits des Alltäglichen gibt es Ausnahmeerscheinungen, von der Sonderserie bis zur Tuning-Sünde - spannend, seltsam, selten. Hier kommen die irrsten Varianten der Baureihe 124!

Gebrauchtwagensuche: Mercedes E-Klasse

AMG E 36 T - volle Ladung

AMG E 36 T: Solides Motortuning und kräftige 272 PS machen aus dem zivilen Kombi ein wahres Kraftpaket.

Dank AMG wird aus einem zivilen Kombi ein E 36 T mit solidem Motortuning und kräftigen 272 PS, 17-Zoll-Rädern, 235er-Reifen. Darauf sitzt ein leicht extrovertierter AMG-Spoilersatz mit Frontschürze, Schwellerverkleidungen und Heckspoiler. Der Erstbesitzer des Testwagens bestellte als Außenfarbe gedecktes Malachitgrün. Innen mochte er es dafür umso auffälliger, er bestellte eine grell abgesetzte Volllederausstattung. Inklusive Schiebedach, Klimaautomatik, Telefon und Hi-Fi-Anlage mit zusätzlichen Lautsprechern unterm Dachhimmel standen 212.000 Mark auf der Rechnung. Von den 172 gebauten E 36 T dürfte dieser einer der teuersten gewesen sein. Beim Fahren ist er rau im Klang und trotz Vierstufen-Wandlerautomatik stramm im Anzug. Mit 240 km/h Spitzengeschwindigkeit ist der AMG-Sport-Kombi auch nur 10 km/h langsamer als die E-500-Limousine mit V8, dabei aber geräumiger und deutlich variabler. Vielleicht macht gerade diese Kombination einen E 36 T zum begehrenswertesten aller ungewöhnlichen 124er.

260 E lang - große Sache

Einsteigen bitte in den 260 E lang: Der Zugang zur zweiten Reihe erfolgt durch umgebaute Türen des T-Modells.

Vom V 124, wie die Langversion offiziell heißt, verkauft Mercedes zwischen 1990 und 1994 nur kleinste Stückzahlen. Die sperrige sechstürige Koproduktion mit dem Sonderkarosserie-Hersteller Binz wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Heute garantiert ein 260 E lang im würdevollen Dunkelblau mit dem Farbcode 904 den großen Auftritt, zumal der V 124 schlau konstruiert ist: Durch den Einbau des liegenden Tanks aus dem T-Modell wuchs der Kofferraum der Lang-Limousine. Praktische Details wie Servolenkung, Klimaanlage, sechs elektrische Fensterheber und Niveauregulierung gehören zur Serienausstattung. Angetrieben wurde der Sechstürer nur vom jeweils kleinsten Sechszylinder-Benziner (erst 260er, später 280er) oder vom Fünfzylinder-Diesel (250). Im Testauto spielt der kleine, sanft laufende Reihensechser die Rolle des stillen Dieners perfekt. Seine 160 PS reichen völlig aus für leises, staatstragendes Dahinrollen. Dass auch nach über 222.000 Kilometern im diplomatischen Dienst kein Knarzen im Aufbau zu hören und kein Verwinden zu spüren ist, spricht für die altmodisch solide Konstruktion.

Genialer Sechszylinder für drei Mercedes

Boschert B 300-24 Sport - kurzer Prozess

Boschert B 300-24 Sport: Eigenbau. Das Heck des 30 cm kürzer als beim Serien-CE.

Aus der Großserie passt bei diesem 124 bei aller Ähnlichkeit kaum etwas. Original sind nur Türen und Kofferraumdeckel. Frontstoßstange und Motorhaube sind selbst angefertigte GFK-Teile, der Kühlergrill von der SL-Baureihe R 129 ist in der Breite gekürzt. Die vorderen Kotflügel und die hinteren Seitenteile sehen aus wie Standardware, aber Sicken und Falze wurden ausgebügelt – Eigenbau! Liegt auch daran, dass der Kofferraum 30 Zentimeter kürzer ist als beim normalen 124er-Coupé. Das machte auch eine neue Heckschürze notwendig. Außerdem stehen die C-Säulen schräger, und das Dach ist kürzer; die Hutablage fiel dem zum Opfer. Eigentlich blieben nur Radstand, Innenraum und Antrieb unverändert. Natürlich ist das alles sinnlos, weil es keinen Mehrwert gibt. Die Proportionen sind aus dem Lot, und der Kofferraum ist zu klein. Der B 300-24 fährt sich auch nicht gerade wie ein Sportwagen, sondern wie ein ganz normaler CE 300-24. Der Vierventil-Reihensechszylinder liebt es hochtourig, die Automatik schaltet früh - das Zusammenspiel der beiden endet Missverständnis. Dass der Motor per Fernbedienung gestartet werden kann, passt zu dem Auto. Man weiß nicht, wozu es gut sein mag.

Brabus E 6.5 V8 - dunkle Macht

Brabus E 6.5 V8: 18-Zoll-Räder stehen dem 6.5 gut, wirken kein bisschen zu groß.

Ein E 500 liefert die Basis für den Brabus E 6.5 V8. Mit "Plaketten-Grill" und weißen Blinkern erhielt die Baureihe 124 im Spätsommer 1993 im Rahmen einer erneuten Modellpflege ("Mopf 2") ein frisches Gesicht. Schön zu sehen, wie auch eine getunte Variante mit aufgebohrtem V8 noch der zurückhaltenden Linie der Vorlage folgt. Es gibt keine wilden Verbreiterungen oder Spoiler-Gehhilfen, stattdessen sorgt ein Satz 18-Zoll-Räder mit extrabreiten Decken für eigenständiges Auftreten. Zu den guten Manieren passt das mit erheblichem Restkomfort glänzende Sportfahrwerk. Ein roter Brabus-Schriftzug auf den Bremssätteln schimmert dezent durch die Felgen - der Brabus trägt den Nerz nach innen. Lediglich beim Hubraum, der in Wirklichkeit nur etwas mehr als 6,4 Liter misst, trägt der schnelle E ein wenig dicker auf als nötig. Der Achtzylinder-Saugmotor der Baureihe M 119 bleibt sich treu, braucht Drehzahl, um seine ganze Kraft von 450 PS zu entfalten. Erst tänzelt er etwas nervös im Leerlauf, dann wirft er den E 500 summend und ohne viel Aufhebens nach vorn, bis auf 285 km/h. Mehr geht kaum noch.

E 220 Cabrio Final Edition - letzter Auftritt

E 20 Cabrio Final Edition: Ganze 1390 Einheiten werden von Oktober 1996 bis Juli 1997 bei Karmann komplettiert.

Der letzte 124 ist ein Cabrio. Selten ist das rund 34.000-mal gebaute Cabrio in Relation zu Limousine, Kombi oder Coupé ohnehin. Zur Rarität wird der A 124, wenn er zur Final Edition zählt. Ganze 1390 Einheiten werden von Oktober 1996 bis Juli 1997 bei Karmann komplettiert. Final Edition = Code 907 bedeutet: Lederausstattung in Schwarz, Wurzelholz, Klimaanlage, Tieferlegung und 17-Zoll-AMG-Räder sind serienmäßig. Das Sportline-Paket gibt es nicht mehr, Auswahl gibt es nur bei Farben und Motor: E 200 mit 136, E 220 mit 150 und E 320 mit 220 PS sind möglich. Fast die Hälfte der Käufer greift zum größeren Vierzylinder. Das große Cabrio ist ein Auto für Genießer, weniger für Sportfahrer. Fakt ist, dass schon allein die zeitlose Form und die Auslegung als Viersitzer ein 124 Cabrio besonders macht. Die Final Edition schmückt darüber hinaus noch der Raritäten-Bonus. Hier kommen die irrsten aller 124er-Mercedes!

Seltene Mercedes: Die irrsten 124er


Autor: Jan-Henrik Muche

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