Kaum ein Mercedes der 80er- und 90er-Jahre war gleichzeitig so vielfältig wie gewöhnlich wie die Baureihe W 124. Ab Werk bot Mercedes vier Karosserien und mehr als ein Dutzend Motoren an. Abseits des Alltäglichen gab es Ausnahmeerscheinungen, von der Sonderserie bis zur Tuning-Sünde – spannend, seltsam, selten. Hier kommen die irrsten Varianten des 124ers!

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Mercedes-Kombi mit AMG-Power, der E 36 T

Dank AMG wird aus einem normalen W 124 T-Modell ein E 36 T mit solidem Motortuning und kräftigen 272 PS, 17-Zoll-Rädern und 235er-Reifen. Draußen dran sitzt ein leicht extrovertierter AMG-Spoilersatz mit Frontschürze, Schwellerverkleidungen und Heckspoiler. Der Erstbesitzer des Testwagens bestellte als Außenfarbe gedecktes Malachitgrün. Innen mochte er es auffällig. Er orderte eine grell abgesetzte Volllederausstattung. Inklusive Schiebedach, Klimaautomatik, Telefon und Hi-Fi-Anlage mit zusätzlichen Lautsprechern unterm Dachhimmel standen 212.000 Mark auf der Rechnung.
Mercedes AMG E 36 T (1994)
AMG E 36 T: Solides Motortuning und kräftige 272 PS machen aus dem zivilen Kombi ein wahres Kraftpaket.
Bild: Angelika Emmerling / AUTO BILD
Von den 172 gebauten E 36 T dürfte dieser einer der teuersten gewesen sein. Beim Fahren ist er rau im Klang und trotz Vierstufenautomatik stramm im Anzug. Mit 240 km/h Spitzengeschwindigkeit ist der AMG-Sport-Kombi nur zehn km/h langsamer als der E 500 mit V8, dabei aber geräumiger und variabler. Vielleicht macht diese Kombination einen E 36 T zum begehrenswertesten ungewöhnlichen 124er.
Gebrauchtwagensuche: Mercedes E-Klasse (W 124)
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Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Mercedes 260 E als Langlimousine

Vom V 124, wie die Langversion offiziell heißt, verkaufte Mercedes zwischen 1990 und 1994 nur kleinste Stückzahlen. Die sechstürige Koproduktion mit dem Sonderkarosserie-Hersteller Binz wirkt aus der Zeit gefallen. Heute garantiert ein 260 E lang in würdevollem Dunkelblau mit dem Farbcode 904 den großen Auftritt, zumal der V 124 schlau konstruiert ist: Durch den Einbau des liegenden Tanks aus dem T-Modell wuchs der Kofferraum der Lang-Limousine.
Einsteigen in den 260 E lang: Der Zugang zur zweiten Reihe erfolgt durch umgebaute Türen des T-Modells.

Praktische Details wie Servolenkung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Niveauregulierung gehörten zur Serienausstattung. Angetrieben wurde der Sechstürer nur vom jeweils kleinsten Sechszylinder-Benziner (erst 260er, später 280er) oder vom Fünfzylinder-Diesel (250). Im Testauto spielt der kleine, sanft laufende Reihensechser die Rolle des stillen Dieners perfekt. Seine 160 PS reichen völlig aus für leises, staatstragendes Dahinrollen. Dass auch nach über 222.000 Kilometern im Dienst kein Knarzen im Aufbau zu hören und kein Verwinden zu spüren ist, spricht für die solide Konstruktion.

Der Boschert B 300-24 Sport macht kurzen Prozess

Original sind bei diesem 124er nur Türen und Kofferraumdeckel. Frontstoßstange und Motorhaube sind selbst angefertigte GFK-Teile, der Kühlergrill von der SL-Baureihe R 129 wurde in der Breite gekürzt. Die vorderen Kotflügel und hinteren Seitenteile sehen aus wie Standardware, aber Sicken und Falze wurden ausgebügelt. Eigenbau! Das liegt auch daran, dass der Kofferraum 30 Zentimeter kürzer ist als beim normalen 124er-Coupé. Das machte eine neue Heckschürze notwendig. Außerdem stehen die C-Säulen schräger und das Dach ist kürzer; die Hutablage fiel dem zum Opfer. Eigentlich blieben nur Radstand, Innenraum und Antrieb unverändert.
Boschert B 300-24 Sport: Das Heck ist 30 cm kürzer als beim Serien-CE.

Die Proportionen sind aus dem Lot, und der Kofferraum ist zu klein. Der Boschert B 300-24 fährt sich auch nicht gerade wie ein Sportwagen, sondern wie ein ganz normaler CE 300-24. Der Vierventil-Reihensechszylinder liebt es hochtourig, die Automatik schaltet früh – das Zusammenspiel der beiden endet im Missverständnis. Dass der Motor per Fernbedienung gestartet werden kann, passt zum Auto. Man weiß nicht so recht, wozu es gut sein mag.

Dieser Brabus E 6.5 V8 ist eine dunkle Macht

Der E 500 lieferte die Basis für den Brabus E 6.5 V8. Mit "Plaketten-Grill" und weißen Blinkern erhielt die Baureihe 124 im Spätsommer 1993 im Rahmen einer erneuten Modellpflege ("Mopf 2") ein frisches Gesicht. Schön zu sehen, dass auch die getunte Variante mit aufgebohrtem V8 der zurückhaltenden Linie der Vorlage folgt. Es gibt keine wilden Verbreiterungen oder Spoiler, stattdessen sorgt ein Satz 18-Zoll-Räder für eigenständiges Auftreten. Zu den guten Manieren passt das mit Komfort glänzende Fahrwerk. Ein roter Brabus-Schriftzug auf den Bremssätteln schimmert dezent durch die Felgen.
Brabus E 6.5 V8: 18-Zoll-Räder stehen dem 6.5 gut, wirken kein bisschen zu groß.

Lediglich beim Hubraum, der in Wirklichkeit nur etwas mehr als 6,4 Liter misst, trägt der schnelle E ein wenig dicker auf als nötig. Der Achtzylinder-Saugmotor der Baureihe M 119 bleibt sich treu, braucht Drehzahl, um seine ganze Kraft von 450 PS zu entfalten. Erst tänzelt er nervös im Leerlauf, dann wirft er den Brabus ohne viel Aufhebens nach vorn, bis auf 285 km/h. Mehr geht kaum.

Letzter Auftritt des E-Klassen Cabrios (A 124) als E 220 Final Edition

Selten ist das rund 34.000-mal gebaute W 124 Cabrio in Relation zu Limousine, Kombi oder Coupé ohnehin. Zur Rarität wird der A 124, wenn er zur Final Edition zählt. Ganze 1390 Einheiten wurden von Oktober 1996 bis Juli 1997 bei Karmann komplettiert. Final Edition bedeutet: Lederausstattung in Schwarz, Wurzelholz, Klimaanlage, Tieferlegung und 17-Zoll-AMG-Räder waren serienmäßig.
E 20 Cabrio Final Edition: Ganze 1390 Einheiten werden von Oktober 1996 bis Juli 1997 bei Karmann komplettiert.
Das Sportline-Paket gab es nicht mehr, Auswahl nur bei Farben und Motor: E 200 mit 136, E 220 mit 150 und E 320 mit 220 PS waren möglich. Fast die Hälfte der Käufer griff zum größeren Vierzylinder. Das große Cabrio ist ein Auto für Genießer, weniger für Sportfahrer. Fakt ist, dass schon allein die zeitlose Form und die Auslegung als Viersitzer ein 124 Cabrio besonders macht. Die Final Edition schmückt darüber hinaus noch der Raritäten-Bonus. Hier kommen die irrsten aller 124er-Mercedes!

Bildergalerie

Mercedes Boschert B 300-24 Mercedes 260 E lang Mercedes Brabus E 6.5 V8 Mercedes AMG E 36 T Mercedes E 220 Cabrio Final Edition
Mercedes AMG E 36 T (1994)
Mercedes AMG E 36 T (1994)
Galerie "Seltene Mercedes der Baureihe 124: Das sind die irrsten" mit 40 Bildern öffnen
Seltene Mercedes der Baureihe 124: Das sind die irrsten
Ob nun getuntes Coupé oder Cabrio aus der Sonder-Edition, Kombi, Limousine oder gleich die Langversion, ist sicher Typsache. Ich als T-Modell- und ehemaliger 500-E-Besitzer lege ich mich aber fest: Im AMG E 36 T steckt das Beste aus beiden Welten. So herrlich normal und wunderbar anders ist sonst keiner hier.