BMW 7er E32 Mercedes W126

BMW 7er gegen Mercedes S-Klasse

— 03.09.2010

BMW fährt aus dem Schatten von Mercedes

Zuletzt war es deutlich: Unter den Top-Limousinen gebührte Mercedes stets die Krone der Auto-Technik. Doch der Erzrivale BMW gibt keine Ruhe und geht mit dem neuen 7er auf Titelkurs. AUTO BILD machte eine Vergleichsfahrt.

Das wichtigste Er­gebnis bereits vorweg: Der Zweikampf bleibt (vorerst) unentschie­den. Der neue Siebener ist nicht von Tech­nikern gemacht worden, die ständig eine Mercedes-Brille auf der Nase hatten. Trotz ähnlicher Größe und ähn­licher Preisklasse – die Münchner haben sich stärker als früher darauf besonnen, was sie vor vie­len Jahren berühmt und stark gemacht hat. Sie bauen das fahraktive Auto und nicht den Wagen, der die Stärken der Konkur­renz zu kopieren sucht. Im direkten Vergleich zeigt sich rasch, dass bei­de ihre ausgesprochenen Schokoladenseiten und ebenso ihre kaum ver­deckten Schwächen ha­ben. Rein äußerlich wirkt der neue große BMW bei­nahe zierlich. Die Merce­des-S-Klasse hebt sich dagegen ab wie eine Kut­sche, die schon durch ihre Masse Würde und Respekt verbreitet.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Um so überraschender, dass der Münchener, voll ausge­stattet, rund 100 Kilo mehr wiegt. Wer Augen für Proportionen hat, ent­deckt am BMW zudem, dass dessen Form irgend­wo einen Knacks hat. Will sagen: Vorderwagen, Mit­telstück und Heck sind irgendwie nicht zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen. Von vorn schaut er aus wie ein Rie­sen-Dreier, von hinten wie ein Jaguar. Im Gesamtein­druck nimmt sich der neue Siebener auch klei­ner als sein Vorgänger aus, obwohl er um fünf Zentimeter länger wurde. Beim Einsteigen kommt es im BMW gleich zum Härtetest. Im ersten Augenblick fühlt man sich wie auf einem Brett. Nach stundenlangem Fahren jedoch hatte ich kein strapaziertes Sitzfleisch oder ein ge­stauchtes Rückgrat. Der rauhe Velours der Sitze hält einen in Kurven fest – fast wie ein Klettverschluss. Ein alter BMW-Fehler ist freilich geblieben: Die Sitzfläche ist für Langbeiner zu kurz geraten.

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Der Mercedes wartet mit voluminösen Sitzen auf. Gegen BMW fühlen sie sich zu weich an. Zur Ehrenrettung muss gesagt werden, dass bei Daimler-Benz Sitz nicht gleich Sitz ist. Der Seriensitz ist mäßig. Festere und besser geformte Sitze gibt es als Sonderausstattung. Bei der elektrischen Betätigung der Sitze hat Mercedes mit einem ausgeform­ten kleinen Sitzsymbol an der Tür das Be­ste herausgetüftelt, was zu ersinnen ist. BMW hat eine ähnliche Taste unten am Sitzrahmen versteckt. Das Siebener-Armaturenbrett ist sachli­cher geworden. Kein überdimensionierter Spielcomputer mehr, dafür, integriert in die Instrumententafel, eine elektronische Kontrollanzeige, die erst gongt und dann ein Schriftband produziert: "Handbremse nicht gelöst", "Tür offen" etc. Die Fünfgang-Knüppelschaltung macht im BMW einen präziseren Eindruck als im Mercedes. Dort stören lange Schaltwege. Bei der Konstruktion von handgeschalte­ten Getrieben haben sich die Stuttgarter noch nie recht mit Ruhm bekleckert.

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